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In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Kolumnist Maximilian Henne über das Klimaschutzpaket.

Kopfdünger: „Den Boden düngen und nicht die Pflanze, das ist das Motto.“

In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Kolumnist Maximilian Henne über das Gülleschlitzen und wie es dem Boden gefällt.

Die neue Saison läuft an, die Güllelager sind voll, der Mineraldünger ist größtenteils gekauft und die schriftliche Düngebedarfsermittlung liegt selbstverständlich in der Schublade. Ich habe mich noch mal mit den gesetzlichen Bestimmungen auseinandergesetzt: Wie war das bei Gülle und Gärresten? Nur noch bodennah? Welche Technik ist verfügbar? Was kostet sie? Wie lassen sich die Ammoniakemissionen am stärksten mindern? Ach ja, und welche der wahnsinnig teuren Fässer kommt voll auf meinem Acker schadlos bergauf?

Viele Versuche wollen die umweltfreundliche Wirkung der bodennahen Technik nachweisen, idealerweise schlitzen. Es geht immer um eins: Wie entweicht weniger Ammoniak in die Luft?

Aber wer kümmert sich bei den unzähligen Versuchen um unser wertvollstes Kapital, den Boden? Die Fässer werden schwerer und verursachen Schäden.

Wie gefällt es meinem Boden überhaupt, wenn ich 20 m3/ha Gülle in enge, plastisch geformte Schlitze zwänge? Mag das der Regenwurm? Wie reagieren andere Mikroorganismen?

Humus ist das Zauberwort bei Klimaschutz und Ertragsstabilität. Was passiert mit ihm, wenn wir wertvolle organische Dünger in den Boden drücken, egal bei welchem Wetter, denn der Lohn- unternehmer ist gerade jetzt da? So vieles wollen wir genau messen und verstehen. Der Boden aber ist für uns immer noch eine „Black Box“. Ich finde, es wird höchste Zeit, viel tiefer in Wissenschaft und Praxis einzusteigen. Was nützt mir eine theoretische Emissionsminderung von 5 kg N/ha im Jahr, wenn ich durch die viel zu teure Ausbringtechnik meine Bodenfunktionen nachhaltig störe.

Für mich ist die Frage der Zukunft vielmehr: Wie setze ich organische Dünger zielgerichtet zum Humusaufbau für einen gesunden Boden ein?

Den Boden düngen und nicht die Pflanze, das ist das Motto. Ich wünsche mir da ein ganzheitliches Denken inklusive einer Folgenabschätzung.

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