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In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Kolumnist Maximilian Henne über das Klimaschutzpaket.

Kopfdünger: „Landwirtschaft soll keine CO2-Senke sein?“

In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Kolumnist Maximilian Henne über das Klimaschutzpaket.

Eine Anrechnung von Klimaschutzleistungen der Landwirtschaft durch ihre Funktion als Treibhausgassenke wird es nicht geben – „Bitte was?“, dachte ich, als ich die Grundzüge des Klimaschutzpakets der Regierung las. Wieder ein Papierstapel vollkommenen Unfugs aus Berlin.

Da beschäftige ich mich seit Jahren intensiv mit Bodenschutz, erarbeite mir nach und nach die Direktsaat, baue Bodenstruktur und Bodenleben auf. Ich tausche mich mit ebenso bodenbegeisterten Kollegen über die beste Zwischenfruchtmischung, die neueste Saattechnik, die Philosophie des „liquid carbon pathway“ aus. Und jetzt?

Jetzt muss ich lesen, dass die Politik die Landwirtschaft nicht als CO2-Senke sieht, wohl aber weiter reglementieren will: Tierhaltung, Düngung, Treibstoffverbrauch – alles schädlich fürs Klima.

Okay, Nahrungsmittel kommen in einigen Jahren fix und fertig aus dem Supermarktregal, oder aus dem Ausland – da ist kein Klima.

Nein, liebe Bundesregierung, dieses Papier der Unwissenschaft geht gar nicht! Als einziger Sektor können wir Landwirte unsere Treibhausgasemissionen mit Hilfe neuer Produktionsverfahren nicht nur vermindern. Wir können C02 sogar dauerhaft speichern!
Ich bin ratlos und wütend. Unsere Politiker fällen keine ihrer Entscheidungen mehr auf wissenschaftlicher Basis. Und uns Landwirte, die betroffenen Akteure, beziehen sie gar nicht erst mit ein.

Umso beeindruckter war ich von der Demonstration in Berlin. Wir standen zusammen, geschlossen und entschlossen, um unsere Existenzängste auszudrücken und zum Dialog aufzurufen. Nur allzu schwach wirkten dagegen die Auftritte der beiden Ministerinnen Schulze und Klöckner. Hoffen lässt dagegen der Agrargipfel vom 2. Dezember. Zwar war er sehr oberflächlich, aber der 12-Punkte-Plan signalisiert Dialogbereitschaft. Ich bin gespannt, ob man uns ernst nimmt!

Weitere spannenden Beiträge aus den Bereichen Pflanze, Technik, Politik, Managament, Markt und Land und Leben der Januarausgabe findest du in der akuellen Ausgabe der agrarheute.

Cover-agrarheute-Januar-2020

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