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In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Milchviehhalterin Bettina Hanfstingl über Gülle.

Kopfdünger: „Gülle kann man nicht wegdiskutieren.“

In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Milchviehhalterin Bettina Hanfstingl über Gülle.

Arbeit soll und darf auch Spaß machen. Eins der besten Dinge, die die Landwirtschaft in dieser Hinsicht zu bieten hat, ist das Güllefahren. Zumindest legen die zahlreichen Posts in den sozialen Medien diesen Schluss nahe – nicht nur zum Ende der Sperrfrist. Es ist ja auch was Schönes, Äcker und Grünland passgenau mit Nährstoffen und organischem Material zu versorgen. Hightech macht‘s möglich.

Verstöße beim Güllefahren sind deshalb besonders heikel, weil sie jeder sehen kann.

Deshalb ist es echt schwierig zu erklären, wenn ausgerechnet beim Güllefahren die Ideallinie immer wieder mal sogar um mehrere Meter verpasst wird, etwa an malerischen Bachgräben. Die Politik hat die Regeln in diesem Jahr nochmals verschärft. Verstöße sind schon deshalb besonders heikel, weil sie jeder sehen kann. Gülle lässt sich nur ganz schwer wegdiskutieren.

Was dagegen niemand sehen kann, sind wir Bauern, die jetzt noch länger im Büro sitzen, um alle nötigen Dokumente für die Düngeverordnung zu erstellen. Es gibt wirklich Erfreulicheres. Doch als ich mich mit den trockenen Zahlenreihen rund um Stoffströme, Bilanzen und Lagerraumberechnung eine längere Weile beschäftigte, passierte etwas Kurioses: Es machte mir zunehmend Spaß, unseren Betrieb mit selbst gebastelten Tabellenkalkulationen abseits der klassischen Buchführung richtig zu zerpflücken.

Die erneute Verschärfung der Düngeverordnung sorgt für ordentlich Zündstoff. Welche Folgen die geplanten Maßnahmen für Landwirte und den Pflanzenbau in unserem Land haben, erklärt Pflanzen-Experte Klaus von agrarheute.

Güllefahren ist eins der besten Dinge, die die Landwirtschaft zu bieten hat. Foto: Göggerle

Die große Unbekannte ist bei der Bilanzierung unseres Milchviehbetriebs der Ertrag vom Grünland. Ich habe mir vorgenommen, in dieser Saison noch genauer hinzuschauen, was bei den Wiesen am Ende rauskommt. Die organische Düngung wird eingeschränkt, also ist es gut zu wissen, welche Schläge eingekauften Mineraldünger honorieren und welche nicht.

Wir können die Regelungen nicht ignorieren. Also versuchen wir, das Beste daraus zu machen – eine Herausforderung für jeden Betriebsleiter.

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