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In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Milchviehhalterin Bettina Hanfstingl über Gülle.

Kopfdünger: „Man kann nicht alles haben.“

In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Kolumnistin Bettina Hanfstingl über Grünlandschnitt und Artenschutz.

Wie man’s macht, macht man’s verkehrt – so geht es mir als Milchbäuerin immer öfter, wenn ich über den Zeitpunkt für den Grünlandschnitt nachdenke. Nach Lehrmeinung soll man sich beim ersten Schnitt am Rispenschieben orientieren, um ein optimales Verhältnis zwischen Masse und Eiweiß zu haben. Schließlich wollen leistungsstarke Milchkühe gehaltvolles Futter im Trog. Dieses Stadium ist in Gunstlagen oft schon Ende April erreicht.

Deshalb stieß eine Forderung des bayerischen Volksbegehrens zur Artenvielfalt, wonach pauschal 10 Prozent der Wiesen erst nach dem 15. Juni gemäht werden sollen, bei den Bauern nicht auf Gegenliebe. Immerhin soll dieser Wert aktuell nicht einzelbetrieblich umgesetzt werden. Hier wird ein grundlegender Zielkonflikt innerhalb der Landwirtschaft deutlich. Extensiv geführte Wiesen bieten sehr wahrscheinlich Vorteile für die Artenvielfalt und kommen beim Verbraucher gut an. Die Idee liegt daher nahe, diese Bewirtschaftung für mehr, wenn nicht sogar für alle Wiesen zu fordern.

Mit Sojaschrot zerstört der hiesige Landwirt in den Augen mancher Mitbürger schon mal eben den südamerikanischen Regenwald.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie dann als Futtergrundlage für leistungsfähige Kühe nur bedingt taugen. Zusätzliches Eiweißfutter muss her – beispielsweise Sojaschrot, das die Öffentlichkeit sehr negativ sieht. Da zerstört der hiesige Landwirt in den Augen mancher Mitbürger schon mal eben den südamerikanischen Regenwald. Beim Rapsextraktionsschrot wird sich erst herausstellen, wie sich die aktuellen negativen Entwicklungen im Rapsanbau auf das Angebot auswirken.

Wir Bauern müssen daher Zielkonflikte in öffentliche Diskussionen hineintragen. Wollen die Menschen Höfe, die ihre Möglichkeiten ausreizen und zu günstigen Preisen produzieren, oder wollen sie extensive Landwirtschaft, die noch mehr Geld aus staatlichen Fördertöpfen erhält? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Zur Wahrheit gehört leider auch, dass die Klage über zu viel Milch am Markt diese Debatte nicht einfacher macht.

Weitere spannende Informationen findest Du auf agrarheute.com und in der Juniausgabe von agrarheute.

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