In der neuen Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Kolumnist Philipp Krainbring über neue Wege im Ackerbau.

Kopfdünger: „Bauern sind Spielbälle für andere Ziele“

In der Pflanzenbaukolumne „Kopfdünger“ von agrarheute gibt es wortgewaltige Kommentare zu aktuellem Geschehen aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Diesmal schreibt Kolumnist Philipp Krainbring über politische Entscheidungen und Chancen für die Landwirtschaft.

Die Ernte der Druschfrüchte liegt hinter uns. Andere Kulturen stehen noch auf dem Acker, gedanklich sind wir aber schon wieder im nächsten Jahr. Wir Bauern planen schließlich in Fruchtfolgen. Verrückt, wie die Zeit rast. Auch dieses Jahr hatte es wieder in sich. Die Erträge waren nicht berauschend und besonders auf vielen Futterbaubetrieben bleibt die Versorgungssituation angespannt.

Doch damit nicht genug. Nicht nur, dass wir uns den betrieblichen und wirtschaftlichen Herausforderungen stellen müssen. Auch die Politik stellt uns ein Bein und haut dann noch mit dem Knüppel auf uns drauf.

Das Freihandelsabkommen mit Südamerika sorgte in den letzten Wochen für reichlich Wirbel. Für mich ist klar: Die Landwirtschaft ist ein Spielball, um andere Interessen durchzusetzen. Wörter wie Klimaschutz, Tierwohl oder Umweltschutz kommen mir da nur noch wie leere politische Floskeln vor. Für die Gesellschaft sind das aber echte Wünsche, und die will sie auch erfüllt haben!

Genau da liegt unsere Chance. Ich erlebe allzu oft, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, was alles aus dem Ausland importiert wird. Und dass wir diejenigen sind, die Nachhaltigkeit können! Zeigen wir es der Gesellschaft und schaffen wir mehr Möglichkeiten, damit sie unsere Produkte auch kaufen kann.

Doch auch innerhalb unseres Berufsstands müssen wir den Schulterschluss schaffen. Wir machen uns teilweise das Leben gegenseitig schwer. Wir haben beispielsweise dafür gesorgt, dass Pachtpreise in die Höhe schießen, nur weil man dem Nachbarn das Schwarze unter den Nägeln nicht gönnt. Muss es denn immer höher, schneller, weiter sein? Schulterschluss heißt für mich auch, dass wir uns klar gegen die schwarzen Schafe aus der Branche positionieren. Das können wir nicht länger dulden.

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