Das Kalb aus dem Wald

Die letzte Kalbung auf dem Hof von Bergbäuerin Karina zeigte wieder, dass Tiere unberechenbar sind. Man kann sie noch so gut im Blick behalten und letzendlich machen sie dann doch, was sie wollen. Was da los war? Lies selbst!

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Hallo ihr Lieben!

Nicht immer tun uns unsere Kühe den Gefallen, in der Abkalbebox oder auf gut erreichbaren Plätzen auf der Weide zu kalben. So war es dann auch bei unserem kleinen Neuzugang, der ohne große Vorwarnung zur Welt gekommen ist und gleich mal in einer ziemlich misslichen Lage feststeckte … Aber von Anfang an 🙂

Der Abkalbetermin unserer ältesten Kuh Straußl war schon seit ein paar Tagen vorüber. Sie war zusammen mit den anderen Trockenstehern auf einer Weide ca. einen Kilometer vom Hof entfernt. Weil bei ihr die Geburten erfahrungsgemäß sehr schnell gehen können und sie auch eine „kälbernarrische“ Kuh mit Tendenz zu aggressivem Verhalten ist, wollten wir sie dort drüben nicht kalben lassen. Außerdem wollten wir diesmal unbedingt ein Auge auf die Geburt haben, da ihr Kalb letztes Jahr leider tot war. Jeden Tag also hat jemand morgens und abends zu ihr rübergeschaut, ob nicht irgendwelche kleinen Anzeichen eine Geburt ankündigen. Bei einer Kontrolle kam sie mir irgendwie komisch vor, also ab und heim mit ihr. Überraschenderweise ist sie ziemlich gerne nach Hause gegangen, ihre Kuh-Kolleginnen aber auch. Wir mussten also die ganze Schar mitnehmen und den Rest dann gleich wieder zurück zur Weide bringen. Mein Schrittzähler hat sich echt gefreut 😉

Wo ist das Kalb?

Über Nacht war Straußl dann in der Abkalbebox und verhielt sich absolut unauffällig. Aber am nächsten Morgen wollte sie nur noch raus. Sobald die Stalltür offen war, war sie draußen und weil das Weidegebiet (zwei Weiden und ganz viel Wald dazwischen) so weitläufig war, verzog sie sich gleich in den hintersten Winkel ganz weit unten. Das machte mich stutzig und ich bin nachschauen gegangen.

Die letzte Kalbung auf dem Hof von Bergbäuerin zeigte wieder, dass Tiere unberechenbar sind. Man kann sie noch so gut im Blick behalten und letzendlich machen sie dann doch, was sie wollen. Was da los war? Lies selbst!

Kälbchen Sterndl geriet beim ersten Aufstehen wohl aus dem Gleichgewicht und purzelte in den Wald. Foto: Karina Arzberger

Was ich gefunden habe war eine Straußl, die vor dem Zaun auf und ab lief und in den Wald hinunter muhte. Und etliche Meter weiter unten lag ein schwarz-weißes Kalb regungslos in einem Haufen Äste. Na toll! Wahrscheinlich ist es beim Versuch aufzustehen zu nah an die Kante gekommen und dann abgerutscht.
Ich schaute erstmal runter zu dem Kalb, ob da alles okay war und rief dann meinen Vater an. Dann versuchte ich erstmal, das Kuhkalb soweit es ging, allein raufzuziehen. Das war gar nicht so einfach, denn das Kalb war relativ schwer und noch nicht ganz trocken. Nach etwas mehr als der Hälfte des Weges kam mir dann mein Vater zur Hilfe. Zum Glück, denn weiter hätte ich es alleine nicht raufbekommen. Oben begrüßte die Mutter ihren Nachwuchs aufgeregt und diesmal hatte ich ein Auge darauf, dass sich das gleiche Szenario nicht wiederholt.

Die letzte Kalbung auf dem Hof von Bergbäuerin zeigte wieder, dass Tiere unberechenbar sind. Man kann sie noch so gut im Blick behalten und letzendlich machen sie dann doch, was sie wollen. Was da los war? Lies selbst!

Zurück auf der Weide war das Wiedersehen zwischen Kuh und Kalb groß. Foto: Karina Arzberger

Wir haben das Kalb dann mit der Kippmulde abgeholt. Das Traktorfahren hat der Kleinen wohl nicht so gut gefallen und Straußl wollte wohl auch nicht so recht glauben, dass der Traktor da ihr Kalb heim bringt. Sie ist unten geblieben und hat aufgeregt das Kalb gesucht. Nach einer Extraeinladung ist sie aber brav mit mir nachhause gegangen und natürlich war die Aufregung über ein Wiedersehen groß 🙂

Die letzte Kalbung auf dem Hof von Bergbäuerin zeigte wieder, dass Tiere unberechenbar sind. Man kann sie noch so gut im Blick behalten und letzendlich machen sie dann doch, was sie wollen. Was da los war? Lies selbst!

Letztendlich konnte Karina das Kalb unversehrt zum Hof bringen. Foto: Karina Arzberger

Mutter und Nachwuchs haben dieses Erlebnis aber unbeschadet überstanden. Die kleine Sterndl ist pumperlgsund und wird wohl genauso ein Frechdachs wie ihre Mutter.

Hattet ihr auch schon ähnliche Momente?

Bis zum nächsten Mal,

Eure Karina

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