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Am vergangenen Wochenende fand die Jungunternehmertagung im bayerischen Herrsching statt. Wir waren dort und haben Dir ein paar Tipps rund um die Vermarktung mitgebracht.

Jungunternehmertagung: Tipps Rund ums Marketing

Am vergangenen Wochenende fand die Jungunternehmertagung im bayerischen Herrsching statt. Wir waren dort und haben Dir ein paar Tipps rund um die Vermarktung mitgebracht.

Wenn sich 70 findige Junglandwirte treffen, um sich fortzubilden und auszutauschen, dann kann das nur gut werden. Und um ihnen genau diese Gelegenheit zu bieten, hat der Bayerische Bauernverband am 8. und 9. Februar wieder zur Jungunternehmertagung in Herrsching eingeladen. Das Motto war diesmal: „Clever vermarkten! Auf den richtigen Märkten säen – Erfolg ernten.“

Theresia, die Referentin der Arbeitsgemeinschaft der Landjugend beim bbv, eröffent die Jungunternehmertagung 2019. Foto: Deutsch/Screenshot

Die richtigen Botschaften senden

Nachdem sich erstmal alle bei Brezen, süßen Teilchen und Kaffee begrüßt haben, machte Georg Braun aus Österreich den Auftakt. Der Marketing- und Kommunikationsberater präsentierte in seinem Vortrag anschaulich, wie man Zielgruppen erschließt und Botschaften sendet, die wirklich ankommen.

Am vergangenen Wochenende fand die Jungunternehmertagung im bayerischen Herrsching statt. Wir waren dort und haben Dir ein paar Tipps rund um die Vermarktung mitgebracht.

Der Marketing- und Kommunikationsberater Georg Braun hielt den ersten Vortrag. Foto: Gottschaller

Die Herausforderungen beim Marketing sind vielfältig. Zum Beispiel gilt es, in der Informationsflut, die in diesem Internet herrscht, herauszustechen. Zum Beispiel werden weltweit 29 Mio. WhatsApp-Nachrichten pro Minute versendet. Hinzu kommt unter anderem, dass der Kunde Werbeaussagen eher kritisch gegenübersteht und die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen mit 8 Sek. kürzer ist als die eines Goldfisches (9 Sek.).

Am vergangenen Wochenende fand die Jungunternehmertagung im bayerischen Herrsching statt. Wir waren dort und haben Dir ein paar Tipps rund um die Vermarktung mitgebracht.

Die Teilnehmer der Jungunternehmertagung folgten dem Programm aufmerksam. Foto: Gottschaller

Hier sind ein paar Tipps von Georg Braun, wie Ihr diesen Hürden begenen könnt:

  • Überlegt Euch, wer Eure potenzielle Kunden sind. Erstellt sogenannte Personas, also typische virtuelle Vertreter Eurer Zielgruppe, mit entsprechenden Bedürfnissen. Das hilft, die Ansprache im Marketing passgenau zu gestalten und zu formulieren.
  • Fragt Euch, welche Fragen Euch Eure Personas fragen würden. Richtet Eure Marketingstrategie so aus, dass genau diese Fragen beantwortet werden.
  • Essentiell ist natürlich, dass die Zielgruppe die Erklärung auch versteht. Also Vorsicht mit Fachbegriffen.
  • Formuliert Eure Werbung dabei aus Sicht des Kunden. Also „Das haben Sie davon“ statt „Das bieten wir Ihnen“.

Workshops gegen Mittagstief

Um nach dem Mittagessen dem Mittagstief vorzubeugen, standen am Nachmittag Workshops an. Themen waren unter anderem die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), automatisch verkaufen mit dem Regiomaten, Verkaufs- und Verhandlungstraining und die Vermarktung mit Facebook und Instagram.

Am vergangenen Wochenende fand die Jungunternehmertagung im bayerischen Herrsching statt. Wir waren dort und haben Dir ein paar Tipps rund um die Vermarktung mitgebracht.

Mit 70 Teilnehmern war die Jungunternehmertagung wieder gut besucht. Foto: Gottschaller

Fangen wir mit dem sehr trockenen, aber ebenso wichtigen Thema DSGVO an. Hier haben wir ein paar Tipps für all diejenigen mitgebracht, die eine betrieblich genutzte Website betreiben:

  • Impressum und Datenschutzerklärung mit entsprechenden Vorgaben sind Pflicht.
  • Auch bei Fanpages zum Beispiel auf Facebook müsst Ihr die Datenschutzerklärung der Website verlinken.
  • Verwendet Plug-Ins zu sozialen Medien nur dann, wenn man die Seite zunächst ohne diese laden kann.
  • Die Domain darf die Rechte anderer nicht verletzen, wie zum Beispiel Marken- oder Patentrechte.

24 h frische, regionale Produkte

Weiter gehts mit dem Workshop zum Regiomaten. Bei einer kleinen Umfrage in unserer Instagram-Story zum Jungunternehmertag haben 50 Prozent von Euch angegeben, über die Vermarktung mit Automaten zumindest schonmal nachgedacht zu haben. Der Vorteil bei Verkaufsautomaten ist, dass der Kunde 24 Stunden, an 7 Tagen der Woche regionale Produkte bekommt, ohne dass Ihr die ganze Zeit im Laden stehen müsst. Außerdem weiß der Kunde, dass er hochqualitative Produkte bekommt, weiß Stefan Stüwer von Regiomat. Wenn er sich die Eier holt, sieht er gleichzeitig die Hühner dazu auf dem Hof.

Das Ergebnis unserer Instagram-Umfrage. Foto: Deutsch/Screenshot

In einem Regiomaten könnt Ihr im Prinzip alle Produkte verkaufen – frisch und verarbeitet. Kriterien, damit der Verkaufsautomat auch Erfolg hat, sind zum Beispiel:

  • … dass der Kunde am Standort gut mit dem Auto anhalten kann.
  • … dass Ihr Euch überlegt, welche (potenziellen) Kunden Ihr in der Region habt und das bietet, was sie brauchen. Zum Beispiel Suppen im Weckglas, die sich die Angestellten der nahegelegenen Firma für ihre Mittagspause morgens noch schnell aus dem Automaten holen.
  • … dass Ihr dne Automat dort aufstellt, wo Ihr die Kunden am besten erreichen. Das ist nicht immer der eigene Hof, sondern zum Beispiel auch das Foyer einer Firma sein.

Vertrauen und Beständigkeit

Das Verkaufs- und Verhandlungstraining hat Bernhard Reitberger geführt. Er bewirtschaftet selbst einen Milchviehbetrieb und ist Auktionator. Er gibt allen Jungunternehmern folgendes mit auf den Weg:

  • Gerade wenn man mit jemandem öfter verhandelt ist es wichtig, zum Verhandlungspartner eine Beziehung aufzubauen. Gerade die Landwirtschaft- und Lebensmittelbranche lebt von Vertrauen und Beständigkeit.
  • Es ist gut, sich vor einer Verhandlung eine Strategie zu überlegen und verschiedene Möglichkeiten durchzuspielen. Die Strategie kann zum Beispiel voller Druck oder auch die Defensive sein. Druck ist allerdings bei einmaligen Geschäften besser und weniger gut bei längeren Geschäftsbeziehungen.
  • Um ein gutes Ergebnis zu erreichen, ist es wichtig, dass Ihr Spaß an der Verhandlung findet. Definiert Eure Ziele klar für Euch selbst.
Am vergangenen Wochenende fand die Jungunternehmertagung im bayerischen Herrsching statt. Wir waren dort und haben Dir ein paar Tipps rund um die Vermarktung mitgebracht.

Milchviehhalter und Auktionator Bernhard Reitberger gab ein Verkaufs-  und Verhandlungstraining. Foto: Gottschaller

Vermarktung mit Social Media: „Einfach machen“

Im Workshop, in dem es über die Vermarktung mit Facebook und Instagram ging, hat ein waschechter Strategic Manager von Facebook seine Tipps mit den Jungunternehmern geteilt. Und zwar in tiefstem Bayerisch, denn Josef Springl ist Landwirtssohn und stammt ursprünglich aus Bayern.

Er rät unter anderem folgendes:

  • Überlegt Euch am Anfang, für was Euer Produkt steht und sucht Euch dann Kooperationspartner für die Vermarktung in den sozialen Medien: Welches Produkt ergänzt sich gut mit Eurem? Mit welchem Unternehmer könnt Ihr mit einer gemeinsamen Werbestrategie gegenseitig voneinander profitieren?
  • Steht für das, was Ihr macht, und habt keine Angst vor Kritik. Veganer werdet Ihr nie zum Fleischkonsum konvertieren und das müsst Ihr auch gar nicht.
  • Geht mit einem Konzept an die Sache. Aber: eine hochpolierte Marketingstrategie ist nicht authentisch.
  • Wartet nicht, bis Ihr denkt, Ihr wärt bereit. Fangt einfach an und probiert Euch aus.
  • Lasst Eure Kunden Content kreieren. Ruft Sie dazu auf, Euer Produkt  zu posten. Ihr stellt alle super Produkte her, über die die Leute gerne reden – auch online.
  • Der Content muss mobil kosumierbar sein und visuell aufbereitet sein, um in der Informationsflut nicht unterzugehen.
  • Haltet Euch kurz und knapp.

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