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Umfrage: Dein Standing als Junglandwirt

Wie zufrieden bist Du mit Deiner eigenen Situation als Junglandwirt? Welche Werte sind Dir wichtig? Welche Ziele hast Du? Und fühlst Du Dich von Politik und Gesellschaft verstanden? Das und mehr wollten wir in unserer Umfrage herausfinden. Hier sind die Ergebnisse.

Junglandwirte stecken voller Tatendrang, sie sind traditionsbewusst und familienverbunden und verstehen sich als wichtigen Teil der Gesellschaft. Sagt man. Aber stimmt das wirklich? Weil wir nichts von Spekulationen halten und stattdessen Fakten sprechen lassen wollen, haben wir Euch in unserer Umfrage gefragt.

Wer hat denn da mitgemacht?

Insgesamt haben 389 junge Landwirtinnen und Landwirte bei unserer Umfrage mitgemacht; drei Viertel davon männlich, ein Viertel weiblich. Im Schnitt sind die Teilnehmer 26 Jahre alt. 98 Prozent haben eine landwirtschaftliche Berufsausbildung oder ein Studium absolviert bzw. befinden sich gerade in Ausbildung oder Studium.

Wie zufrieden bist Du mit Deiner eigenen Situation als Junglandwirt? Welche Werte sind Dir wichtig? Welche Ziele hast Du? Und fühlst Du Dich von Politik und Gesellschaft verstanden? Das und mehr wollten wir in unserer Umfrage herausfinden. Hier sind die Ergebnisse.

Welche Verbindung hast Du zur Landwirtschaft. Grafik: Hofheld

Knapp drei Viertel (72 Prozent) von Euch sind bereits als Partner oder Mitarbeiter in den elterlichen Betrieb eingestiegen oder haben ihn bereits übernommen. Diejenigen, die nicht übernommen haben, geben als häufigste Gründe dafür an, dass Bruder oder Schwester bereist übernommen haben oder dass sie keine Zukunftsperspektive für den Betrieb der Eltern sehen. So arbeiten auch 17 Prozent von Euch im nicht-elterlichen Betrieb und 8 Prozent im vor- oder nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft.

Mit mehreren Betriebszweigen zum Erfolg

Wer in den Betrieb eingestiegen ist, macht sich natürlich Gedanken darüber, wie man ihn langfristig erfolgreich aufstellt. 41 Prozent finden, dass hierfür erhebliche Veränderungen im Betrieb erforderlich sind. 59 Prozent von Euch ziehen zum Beispiel Einkommensalternativen wie Tourismus oder Direktvermarktung in Betracht. Generell sind 46 Prozent der Umfrageteilnehmer dafür, möglichst viele Betriebszweige zu erhalten. Nur gut ein Fünftel (21 Prozent) finden, dass sich der Betrieb spezialisieren muss.

Wenn es darum geht, solche Dinge zu entscheiden, dann hat knapp die Hälfte von Euch ein Wörtchen mitzureden (hier konntet Ihr mehrere Antworten ankreuzen):

  • 41 Prozent von Euch treffen die Entscheidungen selbst.
  • Bei 90 Prozent trifft die Entscheidungen der Vater.
  • In 23 Prozent der Fälle trifft die Mutter die Entscheidungen.

Spaß und Freude trotz hohem Risiko

Und auch, wenn viele von Euch schon Ideen haben, wie Ihr Eure Betriebe aufstellen wollt: die Rahmenbedingungen machen es Euch nicht einfach. 87 Prozent der Umfrageteilnehmer finden, dass politische Verordnungen die Planbarkeit landwirtschaftlicher Arbeit (sehr) erschwert. 77 Prozent stimmen (voll und ganz) zu, ein hohes unternehmerisches Risiko zu tragen. Doch davon lasst Ihr Euch nicht unterkriegen.

90 Prozent haben Spaß und Freude am Beruf und 93 Prozent stimmen (voll und ganz) zu, sich mit ihrer täglichen Arbeit zu identifizieren. Alles in allem bewegen sich die meisten von Euch (60 Prozent) was die Zufriedenheit mit Eurer Situation angeht auf einer Skala von 1 bis 7 zwischen 3 und 5, was wir an dieser Stelle mal mit „passt schon“ bewerten.

Am wichtigsten sind Verantwortung, Respekt und Familie

Generell hat die Landwirtschaft für eigentlich alle von Euch (98 Prozent) einen (sehr) hohen Stellenwert. 72 Prozent stimmen zu, ein wichtiger Teil der zukünftigen Landwirtschaft zu sein. Bei Eurer täglichen Arbeit legt Ihr besonders Wert darauf, Verantwortung zu übernehmen (90 Prozent). 89 Prozent ist außerdem wichtig, mit der Familie zu arbeiten und dass die landwirtschaftliche Arbeit respektiert wird. Umwelt- und Naturschutz, Tierschutz und Selbstständigkeit bewerten ebenfalls jeweils über 80 Prozent von Euch als wichtig oder sehr wichtig.

Wie zufrieden bist Du mit Deiner eigenen Situation als Junglandwirt? Welche Werte sind Dir wichtig? Welche Ziele hast Du? Und fühlst Du Dich von Politik und Gesellschaft verstanden? Das und mehr wollten wir in unserer Umfrage herausfinden. Hier sind die Ergebnisse.

Welche Werte sind Dir in Deiner täglichen Arbeit als Junglandwirt wichtig? Grafik: Hofheld

Demnach wollen viele von Euch in 10 Jahren vor allem in einer glücklichen, harmonischen Familie leben und als Landwirt respektiert werden (jeweils 87 Prozent). 84 Prozent wollen wirtschaftlich gut aufgestellt und 82 Prozent unternehmerisch erfolgreich sein. 68 Prozent von Euch wünschen sich, dass sich die Politik weniger in Eure Arbeit einmischt.

Politik bremst die Landwirtschaft aus

Die meisten von Euch fühlen sich von der Politik nicht gut vertreten. Lediglich 10 Prozent finden, dass die Landwirtschaft einen (sehr) hohen Stellenwert in der Politik hat. Ganze drei Viertel der Umfrageteilnehmer (75 Prozent) haben das Gefühl, dass die Politik die Bedürfnisse der Landwirte (überhaupt) nicht versteht. Im Umkehrschluss finden etwas genauso viele von Euch (72 Prozent), dass die Politik die Erkenntnisse der Landwirte (überhaupt) nicht umsetzt. Stattdessen vertritt die Politik Eurer Meinung nach meist nur wirtschaftliche, nicht landwirtschaftliche Interessen (78 Prozent).

Wie zufrieden bist Du mit Deiner eigenen Situation als Junglandwirt? Welche Werte sind Dir wichtig? Welche Ziele hast Du? Und fühlst Du Dich von Politik und Gesellschaft verstanden? Das und mehr wollten wir in unserer Umfrage herausfinden. Hier sind die Ergebnisse.

Junglandwirte fühlen sich von der Politik nicht gut vertreten. Bild: pixabay

Ein Grund dafür könnte mangelnde Kommunikation sein. So finden zum Beispiel 60 Prozent von Euch, dass Politiker und Landwirte (viel zu) wenig miteinander sprechen und 83 Prozent, dass Politik und Wirtschaft den Ruf der Landwirtschaft nicht genügend unterstützen. Im Gegenteil: 66 Prozent der Befragten finden sogar, dass zu hohe Auflagen beim Tier- und Umweltschutz den Ruf der Landwirtschaft schädigen.

Tierschutz und Ressourcenschonung als gesellschaftliche Aufgabe

Dabei ist der Ruf der Landwirte so wichtig für Euch. Viele von Euch (56 Prozent) finden, dass der Ruf der Landwirtschaft hauptsächlich durch Maßnahmen und Aktionen der Landwirte selbst aufrechterhalten wird. Gut die Hälfte von Euch (52 Prozent) finden sogar, dass mehr Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden muss, um den Betrieb langfristig erfolgreich zu betreiben. So wollen 44 Prozent in den nächsten 5 bis 10 Jahren auch selbst bezüglich Imagearbeit aktiv werden. 23 Prozent von Euch nutzen auch schon Social-Media-Kanäle, um Eure Arbeit und Euren Alltag zu zeigen.

Die meisten von Euch (41 Prozent) fühlen sich (voll und ganz) als wichtiger Teil der Gesellschaft und will dieser Verantwortung auch nachkommen. Ihre gesellschaftlichen Aufgaben sehen Junglandwirte vor allem darin, nachhaltig mit natürlichen Ressourcen zu haushalten (75 Prozent) und Pflanzen und Tierschutz zu betreiben (74 Prozent), in der Landschaftspflege (70 Prozent) und darin, die Landwirtschaft in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken (65 Prozent). Denn nur 24 Prozent haben das Gefühl, dass die Landwirtschaft aktuell für die Gesellschaft einen (sehr) hohen Stellenwert hat. Bezüglich der Wahrnehmung und der Bedeutung der Landwirtschaft für die Gesellschaft zeichnet sich bei den Junglandwirten folgendes Bild:

  • 91 Prozent stimmen (voll und ganz) zu, dass die Bedeutung der Landwirtschaft nicht mehr geschätzt wird.
  • 88 Prozent stimmen (voll und ganz) zu, dass die Versorgungsfunktion der Landwirtschaft nicht mehr wahrgenommen wird.
  • 84 Prozent stimmen (voll und ganz) zu, dass das landwirtschaftliche Grundwissen nicht mehr vorhanden ist.
  • 83 Prozent stimmen (voll und ganz) zu, dass die Themen Natur- und Tierschutz eine übergeordnete Bedeutung bekommen haben.
  • 75 Prozent stimmen (voll und ganz) zu, dass die Funktion der Landwirtschaft als Arbeitgeber im ländlichen Raum nicht mehr anerkannt wird.
  • 69 Prozent stimmen (voll und ganz) zu, dass die Landwirtschaft zunehmend aus der Wahrnehmung verschwindet.

Zeit für Freizeit ist eingeschränkt

Kein Wunder also, dass es den meisten von Euch (76 Prozent) (sehr) wichtig ist, auch Freund ohne beruflichen Bezug zur Landwirtschaft zu haben, obwohl 47 Prozent (voll und ganz) zustimmen, sich unter Landwirten am wohlsten zu fühlen. 70 Prozent der Junglandwirte diskutieren (sehr) gern mit ihren Freunden über das Thema Landwirtschaft. Auch bei den nicht-landwirtschaftlichen Freunden findet Ihr hierbei Gehör. 37 Prozent von Euch stimmten (voll und ganz) zu, dass sich auch die Freunde, die keine Landwirte sind, sehr für Euren Beruf interessieren.

Wie zufrieden bist Du mit Deiner eigenen Situation als Junglandwirt? Welche Werte sind Dir wichtig? Welche Ziele hast Du? Und fühlst Du Dich von Politik und Gesellschaft verstanden? Das und mehr wollten wir in unserer Umfrage herausfinden. Hier sind die Ergebnisse.

Viele Junglandwirte lernen künftige Partner über Freunde und Bekannte kennen. Foto: pixabay

Die Gelegenheiten für solche Gespräche scheinen aber rar gesät. 44 Prozent der Umfrageteilnehmer fühlen sich in ihrer Freizeit und der Möglichkeit, diese zu gestalten, (sehr) eingeschränkt. Findet sich dann doch mal Zeit, sich mit Freunden zu treffen, ist die Chance, dass aus Freundschaft mehr wird, relativ hoch. 59 Prozent von Euch haben angegeben, einen künftigen Partner über Freunde und Bekannte kennenzulernen. 39 Prozent finden die Liebe auf einer Party, 29 Prozent in der Schule. Und obwohl 61 Prozent finden, dass man als Landwirt schwer einen Partner findet, leben trotzdem etwas mehr als die Hälfte von Euch (56 Prozent) in einer Ehe oder einer nicht-ehelichen Partnerschaft.

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Beitragsbild: imago

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