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Stress und Burnout? Nicht mit Bayern Junglandwirten! Sie trafen sich wieder traditionell am ersten Adventswochenende in Grainau, um zu entschleunigen. Hofheld-Gastbloggerin Katrin Fischer erzählt, wie es war.

Grainauer Junglandwirtetagung: eine Auszeit für Hofhelden

Stress und Burnout? Nicht mit Bayerns Junglandwirten! Sie trafen sich wieder traditionell am ersten Adventswochenende in Grainau, um zu entschleunigen. Hofheld-Gastbloggerin Katrin Fischer erzählt, wie es war.

Hofheld-Gastbloggerin Katrin Fischer.

Hallo zusammen,

raus aus dem Alltag, rein an den Kamin und ab auf die Couch. Das ist das Programm, das Bayerns Hofhelden jedes Jahr am ersten Advent bei der Junglandwirtetagung in Grainau erwartet. Besonderheit in diesem Jahr: Es waren 3 wahre Helden mit am Start – zwei davon sind echte Jungbauernschaftler und CeresAward-Gewinner: Georg Mayerhofer (Landwirt des Jahres 2017) und Alois Penninger (Manger des Jahres 2018). Doch jetzt mal ganz von vorne. Wir wollen ja entschleunigen und zur Ruhe kommen. Es wird schließlich die stade Zeit eingeläutet.

Stress und Burnout? Nicht mit Bayern Junglandwirten! Sie trafen sich wieder traditionell am ersten Adventswochenende in Grainau, um zu entschleunigen. Hofheld-Gastbloggerin Katrin Fischer erzählt, wie es war.

Alois Penninger, Gewinner des CeresAward 2018 in der Kategorie Manager, hat die Tagung moderiert. Foto: Fischer

Ganz ungezwungen zu diskutieren, um sich kennenzulernen, geht am besten beim Kamingespräch. Den Impuls fürs Gespräch im Bierstüberl lieferte Tobias Ilg, der vor wenigen Wochen beim CeresAward zum Landwirt des Jahres 2018 gewählt wurde. Er hat seinen Betrieb auf seine Fähigkeiten hin angepasst. Statt weiter wie bisher auf dem Acker und im Kuhstall, hat er sich zu einer Umstrukturierung entschieden. „Man muss seine Arbeit mit Leidenschaft machen, nur dann ist man erfolgreich“, erklärt der Österreicher. Heute betreibt er einen Biomassehof mit zahlreichen Betriebszweigen, statt den traditionellen Tierhaltungsbetrieb – und ist glücklich.

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Tobias Ilg, Landwirt des Jahres 2018, lieferte den Impuls für das Gespräch im Bierstüberl. Foto: Fischer

Können wir stolz sein auf die Landwirtschaft?

Doch so ganz ohne Arbeit kann ein Junglandwirt ja nicht sein. Muss ja nicht immer das liebe Vieh oder der PS-starke Schlepper sein. Ab und an darf es auch mal etwas fürs Hirn sein. Also ab ins Seminar und Antworten suchen auf die vielen Fragen, die uns so beschäftigen. Landwirtschaft ist im Land stark verankert, hält den ländlichen Raum am Leben. Doch wie werden wir eigentlich wahrgenommen? Sind wir noch eine Wirtschaftskraft auf die wir stolz sein können? Welches Bild geben wir auf andere Wirtschaftssektoren ab? Ernten wir Ablehnung oder Neid? Was machen wir richtig und wo haben wir noch Potenzial? Unser Bauernstolz darf uns nicht verloren gehen. Er ist auch Ausdruck unseres Erfolgs. Gleichzeitig gilt es die Wertschöpfung im Land zu halten. Fragt sich nur, wie das am besten geht, ohne in einen zeitlichen Teufelskreis zu kommen.

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Im Seminar suchten die Teilnehmer, wie hier Alois Penninger und Georg Mayerhofer, Antworten auf Fragen wie: „Sind wir noch eine Wirtschaftskraft, auf die wir stolz sein können?“ Foto: Fischer

Können wir stolz sein auf unser wirtschaften? Die Wahrnehmung ist im Wandel, was per se aber nicht schlecht sein muss. Es liegt an uns, den gegenwärtigen Veränderungsprozess zu gestalten. Das Agribusiness ist ein Arbeiten mit Partnern. Aufgepasst! Es gibt verschiedene Perspektiven: Das Selbstbild kann sich vom Fremdbild unterscheiden. Wir dürfen und müssen neue Wege gehen. Statt in die Werkstatt geht es dazu in die Ideenschmiede: „Raus aus der Komfortzone, wir müssen die Perspektive wechseln“, rät Georg Mayerhofer.

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Das Startup Agrando war ebenfalls Teil des Programms. Foto: Fischer

So haben dann auch Startups eine Chance, wie Franz Faltermeier am Beispiel von Agrando erklärt. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Verbände vbw (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.), vbm (Verband der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V.) sowie bayme (Mayerischer Unternehmerverband Metall und Elektro e.V.) hat eine ganz klare Botschaft: Landwirtschaft ist ein fester Bestandteil der bayerischen Wirtschaft.

Wir werden gebraucht und sind nicht diejenigen, auf die so gerne mal mit dem Finger gezeigt wird.

Andere Branchen sind von der Anziehungskraft abhängig, die durch die Landwirtschaft geschaffen wird. Vernetzung macht stärker, so sein Fazit nach der lebhaften Diskussion, dazu müsse der Input aus der Basis einer Organisation aber bis an die Spitze kommen. Yeah! Genau das wollen wir doch hören – wir werden gebraucht und sind nicht diejenigen, auf die so gerne mal mit dem Finger gezeigt wird.

Stress und Burnout sind auch in der Landwirtschaft ein Thema

Die aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft sind jedoch groß und einem „weiter so“ dürfen und können wir uns nicht hingeben. Vor uns liegen doch viele spannende Jahre mit dem schönsten Beruf der Welt! Die Stabilität auf den Betrieben muss bleiben, auch wenn Schwankungen kommen. Um sich ökonomisch gut aufzustellen, ist die „Preissicherung ein Muss in der zukünftigen Landwirtschaft“. Warum nicht mal was Neues wagen? Vielleicht Warenterminbörse als Vermarktungsinstrument?

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Die Warenterminbörse kann ein Spiel mit Angst und Gier sein. Foto: Fischer

Das kann aber auch ein „Spiel mit Angst und Gier“ sein. Also Vorsicht. All der Druck kann dazu führen, dass wir einmal als die „Generation Burnout“ in die Geschichte eingehen. Stress und Burnout, Leben und Arbeiten in Balance sind auch Themen für landwirtschaftliche Familienbetriebe, die noch viel zu wenig Beachtung finden. Stress lässt sich heute nicht mehr vermeiden, jedoch kann man einen Weg finden, richtig damit umzugehen.

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In der Mittagspause gab’s einen Spaziergang ohne Geschwätz – um zur Ruhe zu kommen. Foto: Fischer

So geht es in der Mittagspause auch für uns raus an die frische Luft! Ein Spaziergang am Fuße der Zugspitze. Nur Schade, dass das Wetter nicht so mitspielt, wie wir uns das vorstellen. Durchatmen, abschalten und sich unterhalten. Aber nein. Wir sollen schweigend nebeneinander hergehen und zur Ruhe kommen. Kaum zu glauben, wie anstrengend das doch sein kann, hat man sich doch sooooo viel zu erzählen. Die Ruhe ist ungewohnt und erdet einen.

Junglandwirte im Ministerium

Highlight des Treffens am Fuß der Zugspitze war das abschließende Couchgespräch: Alois Penninger, der die Rolle des Moderators inne hatte, hatte charmanten Besuch neben sich sitzen. Michaela Kaniber, bayerische Landwirtschaftsministerin. Ganz ungezwungen wurden die Themen Agrarpolitik, Öffentlichkeitsarbeit, Digitalisierung und Tierhaltung diskutiert.

Stress und Burnout? Nicht mit Bayern Junglandwirten! Sie trafen sich wieder traditionell am ersten Adventswochenende in Grainau, um zu entschleunigen. Hofheld-Gastbloggerin Katrin Fischer erzählt, wie es war.

Beim abschließenden Couchgespräch war Landwirtschaftsministerin Michael Kaniber zu Gast. Foto: Fischer

Eines brannte uns Junglandwirten natürlich unter den Nägeln: Auf der Mitgliederversammlung des Bayerischen Bauernverbands hat die Ministerin eine Junglandwirtekommission angesprochen. Ein Austausch auf Arbeitsebene soll zwischen Ministerium und dem Berufsnachwuchs installiert werden. Michaela Kaniber setzt ein Signal: Das Miteinander ist wichtig, sie will die Zukunft der Landwirtschaft mit den Akteuren diskutieren, die davon betroffen sind.

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Die Ministerin hat man nicht jeden Tag vor sich. Die Junglandwirte haben die Gelegenheit genutzt, um Fragen zu stellen. Foto: Fischer

Wie oft wir von der Bayerische Jungbauernschaft dazu ins Ministerium eingeladen werden, ist noch offen, allerdings hat die Ministerin schon jede Menge Themen auf ihrem Zettel notiert. Und wir sind gerne dazu bereit, regelmäßig am runden Tisch zu sitzen, um ihre Meinung von der Basis an die Spitze heranzutragen.

Stress und Burnout? Nicht mit Bayern Junglandwirten! Sie trafen sich wieder traditionell am ersten Adventswochenende in Grainau, um zu entschleunigen. Hofheld-Gastbloggerin Katrin Fischer erzählt, wie es war.

Zum Schluss noch kurz ein Selfie mit Michaela Kaniber. Foto: Fischer

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine besinnliche Weinachtszeit,

Eure Katrin

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