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Ein Jahr lang waren Janne und Josua in der ganzen Welt unterwegs. Dabei wurde den beiden recht schnell klar, dass sie sich nach ihrer Rückkehr selbst versorgen möchten. Mit der Gründung von "Die Gemüslichen" konnten die beiden nicht nur ihren eigenen Traum erfüllen, sondern auch Menschen in der Region mit frischem Gemüse versorgen. 

Jede Woche ein Gruß aus unserem Gemüseparadies

Ein Jahr lang waren Janne und Josua in der ganzen Welt unterwegs. Dabei wurde den beiden recht schnell klar, dass sie sich nach ihrer Rückkehr selbst versorgen möchten. Mit der Gründung von „Die Gemüslichen“ konnten die beiden nicht nur ihren eigenen Traum erfüllen, sondern auch Menschen in der Region mit frischem Gemüse versorgen. 

Vor allem die Arbeit auf einer Permakultur-Farm  in Indien hat uns bewusst gemacht, dass wir ein naturnahes Leben führen wollen. Um uns noch mehr mit der neu entdeckten Begeisterung auseinanderzusetzen, fuhren wir nach Neapel und Mittelamerika um noch andere Permakultur-Projekte zu besuchen, die meist auch eng mit dem Thema Selbstversorgung verbunden waren. Nach der Rückkehr nach Deutschland stand, dank einem seit 30 Jahren in Familienbesitz befindliches Grundstück, das zwar verwildert, aber groß genug war, der Umsetzung unseres Traums nichts mehr im Wege. 

Welche Gemüsesorten liefert ihr in den Abokisten?

Wir liefern pro Woche mindestens sechs verschiedene Gemüsesorten und achten dabei darauf, sowohl Kochgemüse wie Karotten, Zucchini oder Mangold, Rohkost wie beispielsweise Radieschen oder Salat und Kräuter in die Gemüse-Abo-Kiste zu legen. Da wir hauptsächlich Freiland-Gemüse anbauen, ist das Gemüse, welches wir in die Kisten packen, von den Temperaturen und der Saison abhängig.

Weil wir neben der Frische des Gemüses, welches in der Regel nicht länger als 24 Stunden, bevor es unsere Abonnenten erreicht, geerntet wird, auch großen Wert darauf legen, auch ausgefallenere Gemüsesorten in unser Sortiment mit aufzunehmen wie beispielsweise bunte Möhren oder runde Zucchini, legen wir für diese Sorten „Beipackzettel“ mit in die Kisten. Auf diesem „Beipackzettel“ sind sowohl die Geschichte und Herkunft dieser Sorte erläutert als auch Anregungen zu finden, wie das Gemüse gut in der Küche verwendet werden kann.

Was macht euch am meisten Freude an eurem Beruf?

Das Schöne an unserem Beruf ist es, dass wir uns sowohl körperlich, geistig als auch sozial auslasten können. Als Gemüsegärtner sind wir bei jedem Wetter draußen in der Natur und die ganze Zeit in Bewegung, was uns körperlich beansprucht und fit hält. Der nachhaltige und intensive Gemüseanbau auf kleiner Fläche verlangt eine strukturierte Planung, auf die wir uns insbesondere in den Wintermonaten konzentrieren. Auch Marketing und Vertrieb gehören zu unseren täglichen Aufgaben, die wir gerne an regnerischen Tagen, von denen es leider immer weniger gibt, erledigen. Diese geistigen Tätigkeiten sind für uns beide ein guter Ausgleich zur sonstigen körperlich intensiven Arbeit auf den Beeten.

Auch die soziale Komponente kommt bei uns nicht zu kurz, da wir durch die Direktvermarktung fast jeden Abonnenten persönlich kennen. Anstatt auf Zertifikate setzen wir auf Transparenz und laden unsere Mitgenießer gerne ein, sich selbst ein Bild davon zu machen, wie ihr Gemüse wächst.  Zudem ist es eine schöne Belohnung, das selbst angebaute Gemüse frisch vom Beet auf unsere Teller zu bringen und stellt uns selbst als Hobbyköche auch regelmäßig vor verschiedene Herausforderungen, was Zubereitung und Kreativität anbelangt.

Ein Jahr lang waren Janne und Josua in der ganzen Welt unterwegs. Dabei wurde den beiden recht schnell klar, dass sie sich nach ihrer Rückkehr selbst versorgen möchten. Mit der Gründung von "Die Gemüslichen" konnten die beiden nicht nur ihren eigenen Traum erfüllen, sondern auch Menschen in der Region mit frischem Gemüse versorgen. 

Die Gemüse-Abokisten der Gemüslichen werden umweltfreundlich in Holzkisten aus FSC-zertifiziertem Kiefernholz und waschbaren Gemüsebeuteln aus Bio-Baumwolle. ©Die Gemüslichen

Auf welche Schwierigkeiten seid ihr beim Aufbau eurer kleinen Farm gestoßen?

In unserem Fall war es wohl eine sehr große Herausforderung, aus einem mit Brennnesseln, kleinen Sträuchern und Bäumen und großen verwilderten Kirschbäumen zugewuchertem Grundstück eine Fläche zu schaffen, auf der wir unsere Beete anlegen konnten. Eine Wiese wäre für den Anfang mit Sicherheit einfacher gewesen. Unser Grundstück war im wahrsten Sinne des Wortes verwildert, denn vor allem für Rehe war unser Gebüsch im Laufe der letzten 20 Jahre zu einem Rückzugsort geworden. Obwohl wir von Beginn an einen Zaun um die Beete errichteten, schafften es die Rehe immer wieder, ein Schlupfloch zu finden. Als das erste Mal unser gesamter Mangoldbestand bis auf den Boden abgefressen war, waren wir wirklich an einem Tiefpunkt angelangt.

Der ständige Wettlauf mit den Rehen, wo sie als nächstes einbrechen, war eine richtige Herausforderung für diese Saison und hat uns einige Stunden Arbeit gekostet. Zudem war es mühsam, bei vom engsten Umfeld geäußerten Bedenken uns und unserer Vision treu zu bleiben. Gerade unser bewusster Verzicht auf große Maschinen und der damit einhergehende Idealismus zum Thema Nachhaltigkeit wurde oft belächelt. Doch nach einer ersten erfolgreichen Saison konnten wir auch die Zweifler überzeugen und die kritischen Stimmen sind leiser geworden. Das verbuchen wir ebenso als schönen Erfolg.

In welchem Umkreis liefert ihr die Kisten?

Je kürzer die Wege und je näher die Abonnenten, desto nachhaltiger ist unserer Meinung nach das Konzept, für sich selbst und andere Menschen Gemüse anzubauen. Daher beträgt unser Lieferradius auch nur circa 15 Kilometer. Besonders freuen wir uns daher über Abonnenten aus unserem Dorf oder aus den nahegelegenen Nachbardörfern.

Hat die Corona-Pandemie und der Lockdown eure Arbeit beeinflusst? Wenn ja, wie?

Die Corona-Pandemie hat uns persönlich in unserem Arbeitsalltag zum Glück kaum beeinflusst, da wir vor allem zu zweit draußen unter freiem Himmel arbeiten und somit weder Masken tragen noch die Distanzregelungen berücksichtigen müssen.
Wir gehen davon aus, dass gerade unser Angebot der Abo-Kisten, welche direkt nach Hause geliefert werden, durch die Corona-Pandemie eine noch größere Zielgruppe anspricht als ursprünglich von uns erwartet.

Du bist neugierig auf „Die Gemüslichen“ geworden? Schau auf  www.diegemueslichen.de vorbei.

 

Wir haben Dir in diesem Beitrag das Wichtigste kurz und knapp zusammengefasst. Noch mehr zu diesem Thema findest Du bei agrajo.com.

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Interview: Maya Rychlik

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