Anecken und nicht unterkriegen lassen - so hat es Jana Hansen geschafft, auf dem elterlichen Betrieb ihre ganz eigene Art der Pferdehaltung umzusetzen. Mit ihrem Aktivstall und modernster Technik stellt sie bestehende Strukturen in der Pferdehaltung infrage.

So sieht Pferdehaltung von morgen aus

Anecken und nicht unterkriegen lassen – so hat es Jana Hansen geschafft, auf dem elterlichen Betrieb ihre ganz eigene Art der Pferdehaltung umzusetzen. Mit ihrem Aktivstall und modernster Technik stellt sie bestehende Strukturen in der Pferdehaltung infrage.

Pferde, ganz dicht an ihrer ursprünglichen, ihrer natürlichen Lebensweise gehalten – das ist die Kurzformel für ein Erfolgskonzept von Jana Hansen. Sie hat das Konzept auf dem Backhausenhof im niedersächsischen Burgdorf umgesetzt. Getrennt nach Wallachen und Stuten hält sie dort jeweils 20 Tiere im Verband. Dazu kommen weitere 20 Pferde, die in großzügigen Paddocks stehen.

Anecken und nicht unterkriegen lassen - so hat es Jana Hansen geschafft, auf dem elterlichen Betrieb ihre ganz eigene Art der Pferdehaltung umzusetzen. Mit ihrem Aktivstall und modernster Technik stellt sie bestehende Strukturen in der Pferdehaltung infrage.

Neben den zwei Herden mit jeweils 20 Tieren hält Jana auch 20 Pferde in großzügigen Paddockboxen. Foto: Jaworr

Damit ihr Aktivstall arbeitswirtschaftlich zu wuppen ist, setzt die 34-jährige Pferdewirtschaftsmeisterin auf modernste Technik. Getrennte Funktionsbereiche ermöglichen permanente Bewegung und Beschäftigung der Tiere bei gleichzeitig arbeitsextensiver Bewirtschaftung.

Anecken und nicht unterkriegen lassen - so hat es Jana Hansen geschafft, auf dem elterlichen Betrieb ihre ganz eigene Art der Pferdehaltung umzusetzen. Mit ihrem Aktivstall und modernster Technik stellt sie bestehende Strukturen in der Pferdehaltung infrage.

Getrennte Funktionsbereiche sorgen für Permamenten Bewegung und Beschäftigung der Pferde. Foto: Jaworr

In der Herde will Jana Hansen ihre tierischen Gäste sehen und durch ein ausgeklügeltes Futter- und Wassermanagement in Bewegung halten. „Möglich macht das ein Transponder- oder Chipsystem ähnlich wie in der Milchviehhaltung“, erklärt Jana, die nach Meisterprüfung, Landwirtschaftsstudium und Ausbildung zur Pferdewirtin auch mal die Nase in die Berufswelt fernab der Landwirtschaft steckte.

Die Arbeitsabläufe hat sie so gut durchrationalisiert, dass sie die Anlage mit einem kleinen Team fahren kann. Dazu zählen neben der Chefin drei Auszubildende und ein Betriebshelfer. Viele Routinearbeiten können per Laptop und Smartphone erledigt werden, was Freiräume für eine intensive Tierbeobachtung schafft.

Anecken und nicht unterkriegen lassen - so hat es Jana Hansen geschafft, auf dem elterlichen Betrieb ihre ganz eigene Art der Pferdehaltung umzusetzen. Mit ihrem Aktivstall und modernster Technik stellt sie bestehende Strukturen in der Pferdehaltung infrage.

Tierbeobachtung ist Jana besonders wichtig. Foto: Jaworr

Mit ihrem Tierwohlkonzept hat die Jungunternehmerin bei Pferdebesitzern im Umland von Hannover offenbar einen Nerv getroffen: Schon kurz nach der Eröffnung 2016 musste für beide Herden eine Warteliste eingerichtet werden. „Bis sich der Erfolg einstellte, musste ich so manchen Widerstand überwinden“, sagte Jana Hansen, als sich die Jury des CeresAward im vorigen Sommer vor Ort ein Bild von ihrem Konzept machte. „Als blonde junge Frau muss man sich ein Standing erst erarbeiten.“ Mit ihren Ansichten ecke sie eben gerne an und stelle auch bestehende Strukturen in der Pferdehaltung infrage.

Jahresumsätze von über 200.000 Euro

Auch in den Köpfen der Familie sei der Pferdehof zunächst nicht vorgesehen gewesen, ergänzt die junge Frau. Inzwischen stehe die aber voll hinter ihrer Geschäftsidee. Und auch die Jury des CeresAward hat sie überzeugt. Sie zeichnete die 34-Jährige 2018 mit dem Sieg in der Kategorie Geschäftsidee aus.

Durch die Tiere hat die Familie Hansen den zuvor reinen Ackerbaubetrieb in eine Richtung diversifiziert, die ihn unabhängiger von den Launen von Markt und Politik macht. Was der Pferdehof am Ende gekostet hat, will die junge Frau allerdings nicht verraten. Nur so viel: Bei Jahresumsätzen von über 200.000 Euro erwirtschaftet die Bewegungspension ihre Kapitalkosten selbst und kann den Ackerbau in Phasen niedriger Preise stützen.

Anecken und nicht unterkriegen lassen - so hat es Jana Hansen geschafft, auf dem elterlichen Betrieb ihre ganz eigene Art der Pferdehaltung umzusetzen. Mit ihrem Aktivstall und modernster Technik stellt sie bestehende Strukturen in der Pferdehaltung infrage.

Mit den Tieren hat Jana den zuvor reinen Ackerbaubetrieb diversifiziert. Foto: Jaworr

Bei der Ausarbeitung des Aktivstallkonzeptes hat Jana Hansen nichts dem Zufall überlassen. Eine Marktforschung im Rahmen ihrer Abschlussarbeit ergab, dass in der Pferdehaltung eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage klafft – eine Lücke, die sie jetzt mit ihrer Pferdebewegungspension füllt.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Pferdehaltung in den Fokus einer kritischen Öffentlichkeit rückt.

Doch das Geschäft ist nicht alles. Gesellschaftliche Akzeptanz der Pferdehaltung ist Jana ein wichtiges Anliegen. Wo eine vermeintliche Massentierhaltung von Schweinen oder Rindern angeprangert werde, sei es doch nur eine Frage der Zeit, bis auch die Pferdehaltung in den Fokus einer kritischen Öffentlichkeit rückt. Eine Pferdehaltung dicht an der Natur – lautet die Antwort der jungen Frau. Für Akzeptanz ihrer Pferdehaltung bei der Bevölkerung vor Ort habe auch ein Tag des offenen Hofs gesorgt. Er habe eine ideale Gelegenheit geboten, um in Kontakt mit der Gesellschaft zu kommen.

Anecken und nicht unterkriegen lassen - so hat es Jana Hansen geschafft, auf dem elterlichen Betrieb ihre ganz eigene Art der Pferdehaltung umzusetzen. Mit ihrem Aktivstall und modernster Technik stellt sie bestehende Strukturen in der Pferdehaltung infrage.

Die gesellschaftliche Akzeptanz der Pferdehaltung ist Jana ein wichtiges Anliegen. Foto: Jaworr

Und auch die Förderung von Kindern ist Jana ein Anliegen. Unter dem Motto „Kinder ans Pferd“ bietet die 34-Jährige seit Neuestem sozial oder körperlich benachteiligten Kindern die Möglichkeit zum Reiten, zum Beispiel durch Kooperation mit Schulen und Kitas vor Ort. Mittlerweile ist das erste Praxishalbjahr dieses Ponyhof-Projekts beendet und Jana und ihr Team freuen sich auf die Weiterführung des erfolgreichen Konzepts.

Anecken und nicht unterkriegen lassen - so hat es Jana Hansen geschafft, auf dem elterlichen Betrieb ihre ganz eigene Art der Pferdehaltung umzusetzen. Mit ihrem Aktivstall und modernster Technik stellt sie bestehende Strukturen in der Pferdehaltung infrage.

Jana wird auf ihrem Betrieb von drei Auszubildenden und einem Betriebshelfer unterstützt. Foto: Jaworr

Und die pferdebegeisterte junge Frau hat auch schon die nächsten Ideen im Kopf. Bei deren Umsetzung stehe allerdings momentan noch die ältere Generation auf der Bremse. Hinzu kommt: Frauen in der Landwirtschaft stünden leider noch nicht alle Türen offen, glaubt sie. Jana lässt sich aber nicht unterkriegen und folgt ihrem Motto: Nur nicht die Lust verlieren, immer besser zu werden.

Dieser Beitrag ist zuerst bei agrarheute erschienen. Weitere spannende Informationen findest Du auf agrarheute.com und in der Juliausgabe von agrarheute.

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