Leidenschaft geht unter die Haut - bei manchen sogar wortwörtlich. Auch viele Hofhelden tragen ihr Leben als Tattoos auf ihren Körpern. Welche Motive sie sich stechen lassen und warum, das verraten sie hier. Den Anfang macht Ben alias ben_deere.

Hofhelden hautnah: Ben

Leidenschaft geht unter die Haut – bei manchen sogar wortwörtlich. Auch viele Hofhelden tragen ihr Leben als Tattoos auf ihren Körpern. Welche Motive sie sich stechen lassen und warum, das verraten sie hier. Den Anfang macht Ben alias Ben_Deere.

Hallo,

ich bin Benjamin Lind, für Euch wohl besser bekannt unter dem Namen Ben_Deere. Ich wurde von Hofheld gefragt, ob ich denen auch mal ein Beitrag schreiben würde. Ich hatte mir das schon lange überlegt, hatte aber nie ein passendes Thema. Doch dann kamen sie mit dem Thema Tattoos um die Ecke. Zack! Da war es klar: wenn nicht ich, wer dann …?

Ich stelle mich kurz vor und erzähle Euch, was ich so mache. Dann zeige ich Euch ein paar Stellen meiner bunten Haut. Meinen Namen kennt ihr ja nun schon. Ich bin 30 Jahre alt und komme aus dem Frankfurter Raum. Der landwirtschaftliche Betrieb, auf dem ich nun schon seit fast 10 Jahren angestellt bin, befindet sich in Frankfurt am Main. Wir sind ein Saatgutvermehungsbetrieb, bauen daher Sommer- sowie Wintergetreide an. Um unsere Fruchtfolge aufzulockern, bauen wir noch Zuckerrüben an.

Und jetzt zum interessanten Part dieses Beitrags: das Tätowieren. Ich lasse mich nun schon seit etwa 15 Jahren regelmäßig stechen und bin noch immer noch nicht voll. Ich habe schon etliche Stunden voll Schmerz und Leid hinter mir, aber wie heißt es so schön: Wer schön sein will, muss leiden. Und mir gefällt das sehr, sonst würde ich das ja nicht tun. Mittlerweile liegt der Wert meiner Bilder bei weit über 10.000 Euro.

Ja, ich weiß auch: nicht jeder ist ein Fan dieser Kunst. Aber genau das macht uns aus. Jedes Tattoo ist einzigartig und jedes Tattoo hat ein anderen Hintergrund für jeden Einzelnen. Somit trägt jeder ein Stück seiner Geschichte auf seinem Körper.

Ich kenne auch alle anti-Tattoo Sprüche wie z. B.

  • „Deine Tattoos sehen mit 70 aber scheiße aus“ – Also wenn das mit 70 mein größtes Problem ist, habe ich es ja noch gut getroffen.
  • „Ich würde doch auch nicht einen Aufkleber auf einem Lamborghini anbringen“ – Ey, wäre das MEIN Lamborghini, würde ich da 1.000 Aufkleber anbringen.
  • Oder auch gut: „Weil reine Haut reinhaut“
  • Mein Liebling: „Tätowierte sterben irgendwann.“

Ich will nur damit sagen: ich bin nicht so, weil ich tätowiert bin, ich bin tätowiert, weil ich so bin. Zugegeben, ich bin schon sehr lackiert. Ein paar meiner Bilder haben echte Bedeutungen aber ich habe auch viele Bilder, da hatte ich einfach Bock drauf. Nicht jedes Tattoo muss für mich immer ein tiefgründige Bedeutung haben. Ich zeige Euch mal ein paar.

Was Euch bestimmt am meisten interessiert, sind wohl meine John-Deere-Tattoos. Naja, man tätowiert sich doch das, was man liebt, wofür man lebt, seine Leidenschaft und wo man voll und ganz dahinter steht. Ich zeige meine Flagge immer und überall, egal ob dumme Sprüche oder doofe Blicke.

Ich wollte als Teenager nie was mit Landwirtschaft zu tun haben. Ich habe selbst oft diese Bauernmobbing-Sprüche abbekommen und habe mich deswegen immer recht weit von unserem Hof ferngehalten. Als später das Interesse da war, hatten meine Eltern und Großeltern nicht genügend Vertrauen zu mir, um mich unsere New Holland Traktoren fahren zu lassen.

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Nach meiner Bundeswehrzeit begann ich meine Ausbildung zum Landwirt. Im ersten Lehrjahr durfte ich auch kaum Schlepper fahren. Dann aber kam ich auf meinen jetzigen Betrieb, dort durfte ich nicht nur fahren, sondern ich musste. Ich musste damit meine Aufgaben bewerkstelligen. Zu Hause fahren wir seitdem ich denken kann New Holland und mein Chef sagte ganz am Anfang zu mir: „Aus dir mach ich ein John-Deere-Fahrer.“ Tja, das hat er jetzt davon.

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Die ersten drei Jahre bin ich JD 6930 und JD 7810 gefahren und ich wurde schon recht warm mit den Maschinen. Doch dann, im April 2013 – es war ein Donnerstag, kurz vor 12.00 Uhr – stand er da: Ein neuer John Deere 6150 R. Ich weiß heute noch, wie er da stand und wo und wie ich das erste Mal aufgestiegen bin. Die Sache war vom ersten Moment an klar. Ohne John Deere wäre ich jetzt vielleicht nicht so wie ich jetzt bin .

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In der rechten Kniekehle habe ich Venom, weil er einfach mein Lieblings-Marvel-Charakter ist. Ich meine, Hallo?! Das ist Venom! Er kann sein wer oder was er möchte und er frisst gerne Köpfe von Menschen. Kommt schon, wie cool ist das denn?

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Jaaa, oh mein Gott, es ist ein Pikachu. Aber warum ein Pikachu? Ein Pikachu ist schon lange nicht einfach mehr ein Pokémon, sondern ein Kultsymbol. Da ich recht viele düstere, provokante und für manche perverse Tattoos habe, dachte ich mir, ein kleines, süßes Pokémon lockert die Angelegenheit etwas auf. Jeder kennt dieses kleine gelbe Vieh und jeder muss grinsen, wenn er es sieht. Das freut mich.

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Unschwer zu erkennen: ein Waschbär. Warum? Ganz einfach: ich setze mich recht stark für den Tierschutz ein. Ganz ganz besonders grausam finde ich die „Produktion“ von Pelz. Diese Tiere – seien es Waschbären, Nerze, Polarfüchse, oder, oder, oder – diese Tiere werden oft lebendig gehäutet. Nach der qualvollen Handlung leben sie noch Minuten weiter. Für mich ist das das Grauenvollste, was ein Mensch machen kann. Deswegen für mich F-F-A-R, fight for animal rights!

So könnt Ihr übrigens testen, ob Ihr einen echten oder einen Kunstpelz am Kragen an der Jacke habt: einfach ein paar Haare herausziehen und anzünden. Riecht es nach Plastik und Gummi, ist es Kunstpelz. Riecht es nach Horn oder verbranntem Haar, ist es ein echter Pelz.

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So, das hier darf man jetzt nicht ganz so ernst nehmen 😁 Meine Lieblingserklärung, wenn mich jemand nach dem Grund für dieses Tattoo fragt ist:

  • ich mag Zombies
  • ich mag das Meer
  • ich mag Rothaarige
  • ich mag Jungfrauen
  • ich mag Brüste

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Wie Ihr sehen könnt, sind meine Arme fast zu 100% voll. Bzw. wenn Ihr den Beitrag lest, sind sie wohl schon voll. Dafür gibt es zwei Gründe. Der erste: Ich hatte Lust darauf. Der zweite: Narben. Aber nicht alle Narben an meinem Arm waren ein Unfall. Ich habe mir vor etwa vier Jahren ca. 50 % meines linken Arms schwer verbrannt. Da ist natürlich eine Narbe zurückgeblieben.

Aber da sind auch Narben, die andere Gründe haben. Einschnitte. Unzählige, über den ganzen Arm verteilt, bis hin zur Pulsader. Ich musste oft ins Krankenhaus deswegen und wie oft die mich wieder zusammennähen mussten, ich habe aufgehört zu zählen.

Die Teenagerzeit war für mich sehr hart. Oft alleine, viele Rückschläge, wenig Selbstvertrauen, nicht viele Freunde, geschweige denn eine Freundin. Schön war es nicht, aber ich habe so eine Methode gefunden, meine Wut abzubauen und ihr Luft zu machen. Ohne, dass ein anderer das mitbekommt. Zu der Zeit trug man Schweißbänder am Handgelenk, darunter ließ sich einiges verstecken. Es ist schwer, das alles zu erklären.

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Demnach finden sich auf meiner Haut auch die ganzen „Kinder“- Serien bzw. Animes. Die habe ich oft und gerne gesehen, die haben mich abgelenkt. Auf  meinem linken Arm befinden sich Figuren und Symbole von Wall-E, Nightmare before Christmas, Harry Potter, Drachen zähmen leicht gemacht, Mighty Ducks, Thunder Cats oder Alice im Wunderland. Was Animes angeht habe ich Detektiv Conan, Dragonball Z , One Peace, Gurren Lagann, Highschool DxD

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Auf meinem rechten Arm sind Figuren und Symbole aus der Rockabilly-Szene, wie zum Beispiel die Zombie-Arielle, ein Pin-up-girl, ein Kussmund, das Böhse-Onkelz-Logo und ein Schlagring mit Butterflymesser und dem Schriftzug „Do what you want“. Darüber hinaus habe ich eben noch ein paar weitere Motive auf meinem Körper. Die alle zu erklären, würde den Rahmen sprengen.

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Das bin eben ich und das ist gut so, keiner ist besser im Ich-Sein als ich. Man muss eben durchhalten, weiter machen, die Scheiße einfach abrocken – IMMER! Als Abschluss wollte ich Euch eine Textzeile aus einem Lied meiner Lieblingsband zitieren, da die mir in dieser auch sehr Zeit geholfen hat. Das Lied heißt „Das ist mein Leben“ und ist von den Böhsen Onkelz:

… Das ist mein Leben, vielleicht soll es so sein. Eine Reise durch den Wahnsinn, durch Licht und Dunkelheit. Man muss wohl erst ganz unten sein, um oben zu besteh’n, bis zum Hals in Scheiße steh’n, um wieder Land zu seh’n, um Land zu seh’n …

Also immer Dirty & Deere bleiben meine Lieben. Ach und nicht vergessen: Tattoos sind Rudeltiere.

Euer Ben

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