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Häufig werden Schafherden von Herdenschutzhunden geschützt. Doch auch bei anderen Tierarten werden sie eingesetzt. Wo HSH vorkommen, wie die Integration funktioniert und welche Hindernisse es für den Einsatz gibt, beantwortet Dir Brina.

Herdenschutzhunde: Wie funktioniert das Zusammenleben?

Häufig werden Schafherden von Herdenschutzhunden geschützt. Doch auch bei anderen Tierarten werden sie eingesetzt. Wo sie vorkommen, wie die Integration funktioniert und welche Hindernisse es gibt, weiß Brina.

Schäferin und Landwirtin Brina aus Hessen.

Schäferin und Landwirtin Brina aus Hessen.

Hey Hofhelden,

heute gehts um Herdenschutzhunde. Habt ihr schon mal welche in Schafherden oder woanders gesehen? Manche Tierhalter schwören auf diese Methode, die Herde zu schützen.

Wo kommen HSH vor?

Herdenschutzhunde werden bei vielen Tierarten eingesetzt. Am Bekanntesten ist natürlich der Einsatz in Schafherden. Allerdings wird es immer beliebter, HSH in Hühnerherden, die Freilauf haben, einzusetzen. Dort sollen sie die Hühner vor Angreifern wie Füchse oder Greifvögeln schützen. Dies habe ich allerdings das erste Mal auf meinem Ausbildungsbetrieb gesehen, der 3 Pyrenäenhunde einsetzt.

Wie funktioniert die Integration?

Als Welpen kommen die Hunde in die Herde und wachsen mit den Tieren auf. Die Herde muss sich an den Hund und anders herum gewöhnen. Die HSH müssen sich so in die Herde integrieren, das sie selber die Herde als Familie ansehen. Dadurch entwickeln sie für ihre Herde einen Beschützerinstinkt und greifen fremde Tiere oder auch Menschen an, um ihre Herde zu schützen.

Gibt es Hindernisse für den Einsatz von HSH?

Ja, gibt es. Diese vier Aspekte erschweren den Einsatz von Herdenschutzhunden zusätzlich in Schafherden: Das erste ist, dass man Herdenschutzhunde nicht im Elektrozaun halten darf. Aber die Schafherden werden heute nunmal in Elektronetzen gehalten und so ist es schonmal ein Widerspruch zu dem, wie es vorgeschrieben wird, wie wir unsere Herden vor den Wolf schützen sollen.

Als nächstes muss man eigentlich für jeden Hund, eine Hundehütte zur Verfügung stellen. Wenn unsere Schafherden jeden Tag umgepfercht werden, müssten wir immer die Hundehütten mit umstellen. In einer Schafherde die unsere Größe hat, müssten wir zwischen 6 & 8 Hunde mitlaufen lassen, und somit auch jeden Tag die Hundehütten umstellen. Ein weiteres Problem ist der Parasitenbefall: Ein Hund ist nie wurmfrei, auch wenn er regelmäßig entwurmt wird. Die Schafe fressen dort wo die Hunde ihre Hinterlassenschaften liegen lassen und nehmen somit die Parasiten auf. Außerdem können Parasiten mehrere Jahre im Boden überleben und Frost überstehen.

Der letzte und kritischste Aspekt bei Schafherden, ist der hohe Passantendruck. Wir haben es schon oft erlebt, dass die Leute einfach durch die Herde laufen oder sogar ihre Kinder übers Netz in die Herde setzen. Dies sehen die HSH als Bedrohung für ihre Herde und greifen somit an, was dann passiert möchte ich nicht weiter ausführen.

Sehen die HSH einen als Mitglied in der Herde an, sind sie allerdings auch sehr schmusebedürftig, so wie auf dem Bild zu sehen ( ist ein Erfahrungswert, kann auch anders sein)

Eure Brina

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