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Der Wolf beschäftigt Hofheldin Brina ständig. Sie muss sich überlegen, wie sie ihre Herde vor ihm schützen kann. Möglichkeiten gibt es, doch die sind nicht immer nachhaltig effektiv. Und manchmal steht auch das Gesetz im Weg.

Wie Schäfer ihre Tiere vor dem Wolf schützen

Der Wolf beschäftigt Hofheldin Brina ständig. Sie muss sich überlegen, wie sie ihre Herde vor ihm schützen kann. Möglichkeiten gibt es, doch die sind nicht immer nachhaltig effektiv. Und manchmal steht auch das Gesetz im Weg.

Brina berichtet über ihre Ausbildung und ihr Leben in der elterlichen Schäferei.

Brina berichtet über ihre Ausbildung und ihr Leben in der elterlichen Schäferei.

Hey Hofhelden,

Im letzten Beitrag habe ich euch ja erzählt, warum wir Schäfer ein Problem mit dem Wolf haben. In einem gewissen Rahmen können und müssen wir unsere Schafe und andere Nutztiere schützen. Heute werde ich aber hauptsächlich über den Schutz von Schafen und Ziegen berichten und euch erzählen, wie viel so ein Herdenschutz ungefähr kostet.

Wolfsschutzäune

In Bundesländern, in denen bisher noch nicht sehr viele Wolfsangriffe waren, dürfen die Schäfer zur Wolfsabwehr 90 cm hohe Netze nutzen, um ihre Tiere einzuzäunen. Dies sind die Netze, die wir eigentlich schon immer nehmen. Sie kosten pro Netz und je nach Hersteller ca. 80 Euro. In Bundesländern, in denen der Wolf schon oft zugeschlagen hat, müssen die Netze 120 cm hoch sein. Außerdem müssen die Schäfer eventuell auch noch eine breite Litze über das Netz spannen. Die Kosten für die 120-cm-Netze liegen bei ungefährt 110 Euro pro Netz.

Die höheren Kosten sind aber nicht das alleinige Problem. Die 90-cm-Netze sind schon relativ schwer. Beim Einzäunen tragen wir das zusammengerollte Netz in einer Hand und stellen es mit der anderen auf. Das ist schon echt anstrengend. Die 120 cm hohen Netze sind natürlich viel schwerer, was die Sache nicht einfacher macht. Von der benötigten Zeit zum Pferchbauen brauchen wir nicht sprechen – denn wenns anstrengender ist, dauerts natürlich auch länger.

Egal ob 90-cm oder 120-cm-Netz: es muss natürlich genug Strom auf den Netzen sein (mindestens 6kV) und das müssen wir auch dokumentieren. Gute Zaungeräte kosten ab 400 Euro aufwärts.

Der Wolf beschäftigt Hofheldin Brina ständig. Sie muss sich überlegen, wie sie ihre Herde vor ihm schützen kann. Möglichkeiten gibt es, doch die sind nicht immer nachhaltig effektiv. Und manchmal steht auch das Gesetz im Weg.

Wir müssen dokumentieren, dass immer genug Strom auf dem Zaun ist. Foto: privat

Herdenschutz-Tiere

Es gibt verschiedene Tiere, die man zum Schutz der Herde einsetzen kann. Die Tiere integrieren sich bei den Schafen oder Ziegen und schützen dann “ihre Familie”.

Es gibt zum Beispiel spezielle Hunderassen, die dafür gezüchtet sind, die Herde vor dem Wolf zu schützen. Das bedeutet allerdings, dass die Hunde im Stromnetz gehalten werden müssen, um bei der Herde zu sein und das ist mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar (wieder ein toller Wiederspruch). Zudem kosten die Welpen sehr viel Geld (der Kaufpreis kann locker bis in den fünfstelligen Bereich gehen) und auch der Unterhalt ist sehr teuer. Abgesehen davon muss die Herde erst ein mal an ihn gewöhnt werden, weil sie ja zuerst denken, es wäre ein Hütehund. Ein Problem ist bei Herdenschutzhunden, dass sie die Herde nicht nur vor dem Wolf schützen, sondern vor allem Fremden, das zu nah an die Herde kommt. Wenn zu viele Menschen unterwegs sind ist die Gefahr, dass jemand verletzt wird, einfach zu groß.

Weitere Herdenschutztiere sind Esel und Alpakas. Esel reagieren schnell und können sehr präzise treten – und zwar zur Seite und nach Hinten. Somit können sie einen relativ großen Radius abdecken, in dem sie den Feind treffen können. Je nach Rasse kostet so ein Esel ab 500 Euro.

Alpakas werden selten eingesetzt, da sie dem wolf nur durch ihre Größe und ihr Auftreten Angst einjagen. Wenn er weiß, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht, kommt er wieder und lässt sich kein zweites Mal einschüchtern.  Die Kosten für ein Alpaka beginnen bei ca. 800 Euro Kaufpreis.

Ihr seht also, der Schutz unserer Herden kostet viel Zeit, Geld und Kraft. Oftmals steht einem auch das Gesetz im Weg. Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick darin geben, welche Gedanken wir uns machen müssen, um unsere Tiere zu schützen.

Bis bald,

Eure Brina

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