Hackroboter im Praxiseinsatz

Es ist nicht mehr eine reine Zukunftsmusik, sondern Realität: selbstfahrende Roboter auf den niedersächsischen Äckern. Im Landkreis Uelzen testet Charlotte auf ihrem Biobetrieb den Farmdroid FD20 in Zuckerrüben und vergleicht ihn mit der herkömmlichen Bewirtschaftung.

Moin liebe Hofhelden,

ich bin Charlotte, 26 Jahre und komme aus der Lüneburger Heide. Neben meiner Tätigkeit als Volontärin im Pflanzenbau bei der LAND & FORST, habe ich gemeinsam mit zwei Geschäftspartnern einen biologischen Landwirtschaftsbetrieb und bin seit kurzem auch im Hofheld- Team.

Wie bei fast allen Landwirten gehört auch für uns der Besuch der Agritechnica einfach dazu. Dort fiel uns im vergangenen Jahr der Stand der dänischen Firma Farmdroid ins Auge oder besser: der selbstfahrende Feldroboter FD 20.

Das Hackmesser des Farmdroid reguliert auch das Unkraut in den Zuckerrübenreihen. Foto: Charlotte Meyer

Erstmal vorab: Wir bauen neben der Hauptfrucht Kartoffel auch Getreide, Leguminosen und Exoten wie Soja und Quinoa an. Seit kurzem haben wir auch Zuckerrüben und Gemüse in der Fruchtfolge. Allerdings ist das Unkraut im Ökozuckerrüben- und Gemüseanbau besonders schwer in Schach zu halten und man kann es fast nur durch Handarbeit regulieren. Das ist aber nicht nur teuer, es wird auch immer schwieriger, Personal für diese Arbeiten zu finden. Auch schon vor den Einreiseproblemen durch Corona.

Aus diesem Grund sahen wir direkt das Potenzial des Roboters für den Betrieb. Nach einigen Gesprächen mit den Verkäufern auf dem Stand war klar: In der Saison 2020 werden wir den Hackroboter Farmdroid FD20 testen.

Erstmal langsam rantasten

Pünktlich zur Rübenaussaat wurde der Roboter trotz Coronapandemie geliefert; am 26. April konnte die Aussaat beginnen. Nach Angaben der Entwickler des Hackroboters, schafft dieser 20 Hektar pro Saison – wir probieren es aber in diesem Jahr zunächst mit der Hälfte unserer diesjährigen Rübenfläche: 4,7 ha. Denn um trotz des Vertrauens in die neue Technik das Risiko zu streuen, haben wir beschlossen, einen Teil der Zuckerrüben in diesem Jahr herkömmlich zu drillen und anschließend hand- und maschinell zu hacken. Das Feedback von den Prototypbetrieben in Dänemark war zwar gut, trotzdem darf man die Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen.

Aber wie funktioniert das Ganze überhaupt?

Als erstes legt der FD20 die Zuckerrüben per GPS. Dabei merkt sich das Gerät die einzelnen Ablagepunkte der Rübenpillen von einem der sechs Drillelemente per GPS. Diese dienen beim späteren Hacken zwischen den Reihen als Referenzpunkte.

Wenn Du schon gleich mehr über den Farmdroid wissen willst, dann werfe doch einen Blick in das Digitalmagazin der LAND & FORST, Ausgabe 22. Und die Robotertechnik dem Unkraut Herr wird? Über den Einsatz des Farmdroids und einen Vergleich zu der herkömmlich bewirtschafteten Rübenfläche bei uns, werde ich in der LAND & FORST im Herbst ausführlich berichten.

Viele Grüße,

Eure Charlotte

Weitere Top-News zu Pflanze, Technik, Tier und Betrieb aus Niedersachsen gibt’s im aktuellen Digitalmagazin der LAND & FORST.

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