Gottesdienst im Kuhstall

Kirche unterwegs – und diesesmal bei Friderike auf dem Futtertisch. Wie es dazu kam, was organisiert werden musste und  wie dieser besondere Gottesdienst bei der Gemeinde ankam, liest Du hier.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Käse, Kühe und Kinder.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Käse, Kühe und Kinder.

Liebe Hofhelden,

an Himmelfahrt hatten wir mal wieder richtig Stimmung auf dem Hof. Denn wir haben einen Gottesdienst mitten auf dem Futtertisch mit den Kühen zusammen veranstaltet.

Vor einigen Jahren kam mir die Idee in unserem Kuhstall direkt neben den Kühen einen Gottesdienst zu veranstalten.
Denn viele unserer Besucher sagen immer wieder „ Wie schön es hier doch ist“, „ Die Kühe haben es so gut hier“, „ hier ist so eine Ruhe und eine schöne Athmosphäre.“

Der Pastor fand die Idee für diesen besonderen Gottesdienst toll und sagte gleich zu. Quelle: Tecklenburg

Diese Aussagen, die ich zutiefst teile und mein Gefühl, dass Kühe und dieser Ort einfach zu einem Gottesdienst passen haben mich veranlasst, meine Idee unserem Pastor zu erzählen. Unser Pastor ist erst seit einem Jahr bei uns, wird aber schon für frische Ideen und seine unkonventionelle Art und Weise geschätzt. Daher hat ihm meine Idee gefallen und schlug mir Himmelfahrt vor um den Kuhstall-Gottesdienst um zusetzten.

Der Pastor fand die Idee für diesen besonderen Gottesdienst toll und sagte gleich zu. Quelle: Tecklenburg

Wir haben also Getränke, eine Wurstbude, Toiletten und ein Kinderprogramm organisiert! Mit etwa 4 Tagen Vorbereitung waren wir gut dabei, mir war aber wichtig, dass die Leute trotzdem merken: Wir sind hier in einem Stall, da läuft der Spaltenschieber, da riecht es nach Kuh und Gülle und hier ist es nicht klinisch rein. Wir sperrten Gefahrenbereiche ab und richteten Sittzgelegenheiten auf dem Futtertisch ein.

Sogar eine Band, der Posaunenchor, Trachtentänzer und eine Kindergartengruppe mit einem Theaterstück waren dabei.

Wir stellten uns auf 200-250 Gäste ein, als dann gegen 10:45 immer mehr Menschen zu unserem Stall strömten, merkten wir schnell: Das reicht nicht!!

Auch die Kinder waren in den Gottesdienstablauf eingebunden. Quelle: Tecklenburg

Grob überschlagen waren wir um die 300 Besucher und damit waren unsere Erwartungen vollkommen übertroffen!

Nach dem Gottesdienst ging es zum gemütlichen Beisammensein über, ein bisschen Kühe gucken und streicheln, ein Stück Kuchen und die Kinder tobten auf der Strohburg rum. Das Wetter hielt auch, neben ein paar Böhen und dem grauen Himmel blieb es aber trocken!

Die Kühe nahmen den Trubel auf ihrem Futtertisch gelassen. Quelle: Tecklenburg

Schon während der Veranstaltung bekamen wir eine Menge toller Rückmeldungen, wie schön es ist, wie toll der Gottesdienst war und wie ruhig und entspannt die Kühe mitgemacht haben! Im Nachhinein bin ich so dankbar für diesen tollen Tag und freue mich, dass so vielen meine Idee gefallen hat. Obwohl bestimmt der ein oder andere Gedacht hat was soll denn ein Gottesdienst im Kuhstall?

Im Anschluss gab es noch Gegrilltes und kalte Getränke. Quelle: Tecklenburg

Aber nicht umsonst sind Kühe in Indien heilig und für mich persönlich strahlen sie eine Ruhe und Gelassenheit aus, die ähnlich wie Gottesdienste im Alltag etwas Entschleunigung und „ Herunterkommen“ bringen.

Ein weiterer positiver Effekt ist mal wieder die Nähe der Landwirtschaft zum Verbraucher. Wir haben eingeladen und alle durften kommen und gucken, anfassen und sich überzeugen, das wir in unserem Stall kein Hexenwerk veranstalten.

Somit war es für beide Seiten ein voller Gewinn und auch die Kühe hatten ein paar lustige Stunden.

Eure Friderike

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