Landwirte ruhen sich auf ihren Subventionen aus? Falsch! Hofheld-Bloggerin Brina erklärt am Beispiel der Schafhaltung, warum sie ohne Subventionen ihre Kosten oft nicht decken könnten.

(Kein) Geld in der Schäferwelt

Landwirte ruhen sich auf ihren Subventionen aus? Falsch! Hofheld-Bloggerin Brina erklärt am Beispiel der Schafhaltung, warum sie ohne Subventionen ihre Kosten oft nicht decken könnten.

Brina berichtet über ihre Ausbildung und ihr Leben in der elterlichen Schäferei.

Brina berichtet über ihre Ausbildung und ihr Leben in der elterlichen Schäferei.

Hey Hofhelden,

Heute kommt mal wieder ein sehr kritisches Thema, Preise in der Schafhaltung. Oft denken die Leute, mit der Schafhaltung ist viel Geld zu verdienen, jedoch sehen sie leider die Unkosten nicht.

Nicht gedüngte Flächen kosten Geld

Es geht mit der Landschaftspflege los. Wir haben Verträge auf den Flächen und die beeinhalten leider auch, das wir unsere Flächen nicht düngen dürfen. Jeder, der sich schon einmal mit diesem Thema befasst hat und eigentlich jeder, der etwas mit der Landwirtschaft zu tun hat, sollte wissen, dass der Nährwert des Futters immer schlechter wird, wenn nicht gedüngt wird.

Warum? Der Boden gibt an die Pflanze Nährstoffe ab, die das Tier aufnimmt. Wird dem Boden nichts mehr hinzugeführt, ist er irgendwann nährstoffarm und zwar so sehr, dass mehr Kraft- und Mineralfutter zugekauft werden muss, um die Tiere vernünftig zu ernähren.

Feilschen um die Schlachtlämmer

Das nächste sind dann die Lämmer, die als Schlachtlämmer verkauft werden. Durch das schlechte Grundfutter, muss mehr Kraftfutter eingesetzt werden, was dazu führt, dass sie im Endeffekt mehr kosten und der Gewinn schrumpft. Dazu feilschen viele Händler, die die Lämmer kaufen, um jeden Cent. Traurig.

Der Weg eines Lamms von der Geburt bis zum Verkauf oder zur Zucht ist lang. Was es währenddessen alles zu tun gibt, erzählt Dir Bloggerin Brina.

Viele Händler feilschen bei Schlachtlämmern um jeden Cent. Foto: privat

Allerdings ist das bei unserem Händler nicht so. Der überweist uns schon vorher einen Teil des Gelds, bevor er die Lämmer gesehen hat. Den Rest gibt es, wenn er die Lämmer geholt hat. Er handelt nicht, der Preis steht fest und alles ist gut. Warum das so ist? Ganz einfach: er möchte nicht zu viel Bargeld bei sich tragen, da es vermehrt zu Überfällen auf Rasthöfen kommt. Außerdem herrscht so eine Vertrauensbasis, die man nicht sehr oft hat. Nur mit Ehrlichkeit kommt man weiter.

Kaum Einnahmen aus der Wolle

Zuletzt ist es die Wolle. Wir scheren unsere Schafe nicht selber, darüber habe ich ja auch schon einen Beitrag geschrieben. Jedes Schaf, das geschoren wird, kostet natürlich Geld. Wir bezahlen um die 3 Euro pro Schaf. Außerdem muss man noch die Verpflegungkosten der Schafscherer hinzurechnen. So kommt man je nach Größe der Herde auf eine gute dreistellige Summe.

Für weiße Wolle bekommen wir zurzeit 25 ct pro kg. Foto: privat

Der nächste Schritt ist dann, bei Wollhändlern an zu rufen und Preise zu vergleichen. Der jetzige Stand für die Bergschafwolle beträgt 5ct/kg für die bunte Wolle und 25ct/kg für die weiße. Wir haben immer ungefähr 2 t Wolle. Rechnet man sich aus, was man für die Wolle bekommt, decken die Einnahmen nicht einmal ein Zehntel der Scherkosten.

So könnte ich euch noch mehr Kosten vor Augen führen. Ich will damit einfach beispielhaft zeigen, dass wir Landwirte das Geld aus Subventionen nicht ansammeln, sondern es nutzen, um unsere Kosten zu decken, egal ob für die Tiere oder für die Maschinen.

Vielleicht regt dieser Beitrag zum Nachdenken an,

Eure Brina

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