Garnelen vom Bauernhof

Deutsche essen immer mehr Meerestiere, auch Garnelen. Diese lassen sich sogar in Deutschland züchten, in momentan vier Anlagen. Landwirt Xaver Mayr und sein Partner betreiben eine von ihnen – und zwar mithilfe einer Biogasanlage.

Ein Beitrag von Nicolette Emmerich, agrarheute

Garnelen vom Bauernhof? Mitten in der bayerischen Provinz? Fernab von Meer und Tropen? Was sich wie eine Spinnerei oder zumindest ein exzentrisches Hobby anhört, ist in Wahrheit eine kluge Geschäftsidee, denn die Garnelen bringen gutes Geld. Zudem sind sie Nutznießer nachhaltiger Energieerzeugung, aber der Reihe nach.

Deutsche essen immer mehr Meerestiere, auch Garnelen. Diese lassen sich sogar in Deutschland züchten, in momentan vier Anlagen. Landwirt Xaver Mayr und sein Partner betreiben eine von ihnen - und zwar mithilfe einer Biogasanlage.

Xaver (links) und Thomas betreiben eine Garnelenfarm, die VITAshrimp GmbH. Foto: Emmerich

Garnelen, Shrimps und Krebstiere aller Art sind beliebt in Deutschland. Pro Jahr werden hierzulande rund 30.000 t Krebstiere verzehrt. Maximal 50 t Garnelen werden in Deutschland erzeugt. Momentan gibt es in Deutschland rund vier Anlagen – eine davon ist die Pilotanlage bei Augsburg. Die VITAshrimp GmbH von Geschäftsführer Thomas Wachinger und Landwirt Xaver Mayr ist seit 2016 im Garnelengeschäft. Doch warum springen nicht mehr Unternehmer auf den Zug des Garnelengeschäfts auf? Der Grund dafür ist nicht die mangelnde Nachfrage nach Meerestieren, sondern die hohen Produktionskosten bei der Garnelenzucht.

Deutsche essen immer mehr Meerestiere, auch Garnelen. Diese lassen sich sogar in Deutschland züchten, in momentan vier Anlagen. Landwirt Xaver Mayr und sein Partner betreiben eine von ihnen - und zwar mithilfe einer Biogasanlage.

Die VITAshrimp GmbH produziert pro Jahr 600 kg White-Tiger-Garnelen. Foto: Emmerich

Zehn verschiedene Futtersorten

Die meisten Garnelen werden aus Asien importiert. Dort werden sie in Teichen direkt an Küsten und in Flussmündungsgebieten produziert. Die Kosten für Futter sind dort deutlich geringer, die Arbeitskosten bekanntermaßen auch und die Entsorgungskosten spielen offenbar keine Rolle. Bei der VITAshrimp GmbH kostet 1 kg Garnelen 65 Euro, die Garnelen aus Asien kosten zum Teil 20 Euro pro kg weniger.

Deutsche essen immer mehr Meerestiere, auch Garnelen. Diese lassen sich sogar in Deutschland züchten, in momentan vier Anlagen. Landwirt Xaver Mayr und sein Partner betreiben eine von ihnen - und zwar mithilfe einer Biogasanlage.

Die Garnelen benötigen während der Aufzucht bis zu zehn verschiedene Futtersorten. Foto: Emmerich

Ein Kostenpunkt ist das Futter. Für die größeren Garnelen ist es mit 1,5 bis 2 Euro pro kg relativ günstig. Die jungen Larven benötigen allerdings Spezialfutter. Das kostet dann schon bis zu 100 Euro/kg. Über die ganze Entwicklung der Tiere verwendet die VITAshrimp GmbH zehn verschiedene Futtersorten, denn das Futter muss in den verschiedenen Wachstumsstadien unterschiedlich groß sein. Damit Futterreste das Wasser und die Biofilter nicht unnötig verschmutzen, ist es wichtig, dass die Garnelen das Futter restlos aufnehmen.

Deutsche essen immer mehr Meerestiere, auch Garnelen. Diese lassen sich sogar in Deutschland züchten, in momentan vier Anlagen. Landwirt Xaver Mayr und sein Partner betreiben eine von ihnen - und zwar mithilfe einer Biogasanlage.

In dem Zuchtbecken mit dem teefarbenen Wasser tummeln sich rund 10.000 Garnelen. Foto: Emmerich

Abwärme der Biogasanlage nutzen

Bei den Energiekosten können Xaver und Thomas sparen und zwar mit ihrer Biogasanlage. In die überführen sie nicht nur den Klärschlamm aus der Wasseraufbereitungsanlage, sondern sie liefert auch Wärme für die Garnelenzucht. Die Leistung der wechselwarmen Tiere hängt von der Wassertemperatur ab. Optimal sind tropische Temperaturen zwischen 26 und 30°C. Und daher nutzt Landwirt Xaver Mayr für die Garnelenzucht die Abwärme seiner Biogasanlage. Täglich etwa 10 kWh, „je nach Außentemperatur mal mehr, mal weniger“, meint der Landwirt.

Deutsche essen immer mehr Meerestiere, auch Garnelen. Diese lassen sich sogar in Deutschland züchten, in momentan vier Anlagen. Landwirt Xaver Mayr und sein Partner betreiben eine von ihnen - und zwar mithilfe einer Biogasanlage.

Mit der Abwärme der Biogasanlage heizen Xaver und Thomas das Wasser für die Garnelen. Foto: Emmerich

Seinen alten Stall haben er und sein Kollege in Eigenbau umgebaut. Auch die Installationen haben sie selbst gemacht. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 100.000 Euro. Ohne Eigenleistung und Gebäude kann eine Anlage mit einer Produktionskapazität von 10 t bis zu 1 Mio. Euro kosten.

Nachfrage übersteigt Angebot

Ein weiterer Kostenpunkt sind die Ausgaben für die importierten Setzlinge, auch Postlarven genannt. Das ist ein Entwicklungsstadium der Tiere, das sie rund zwei Wochen nach dem Schlupf erreicht haben. Weltweit gibt es bislang nur wenige Züchtereien, die die entsprechenden Anforderungen für den Import erfüllen können. „Wir würden auch mehr produzieren, wenn wir mehr Larven bekommen würden“, sagt Xaver.

Deutsche essen immer mehr Meerestiere, auch Garnelen. Diese lassen sich sogar in Deutschland züchten, in momentan vier Anlagen. Landwirt Xaver Mayr und sein Partner betreiben eine von ihnen - und zwar mithilfe einer Biogasanlage.

Die VITAshrimp-Garnelen bekommt man unter anderem im Hofladen. Foto: Emmerich

Momentan produziert die VITAshrimp GmbH 600 kg Garnelen pro Jahr. Der Verkauf läuft neben dem Ab-Hof-Verkauf vor allem über Restaurants, Feinkost- und Einzelhandel. Jeden Samstag verkaufen wir unsere Garnelen im eigenen Hofladen“, sagt Xaver. „Da die Nachfrage der Kunden deutlich das Angebot übersteigt, wollen wir die bestehende Anlage verdoppeln.“

Den gesamten Beitrag sowie weitere spannende Artikel zu Energie, Technik, Pflanzenbau, Tierhaltung, Politik und Management liest du in der Augustausgabe von agrarheute.

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