• Home
  • /
  • Deine Themen
  • /
  • Frag den Doc: Welche Alternativen zur Stroheinstreu gibt es?

Frag den Doc: Welche Alternativen zur Stroheinstreu gibt es?

Aufgrund der Trockenheit ist Stroh im Moment heiß begehrt – nicht nur als Einstreumaterial, sondern aufgrund des fehlenden Grobfutteraufwuchses auch als Futter. Gibt es Materialien, die alternativ als Einstreu eingesetzt werden können? Dr. Ilka Steinhöfel gibt Antworten.

Dr. Ilka Steinhöfel ist beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) tätig und beanwortet im agrarheute Rind Leserfragen. Diesmal: Gibt es Alternativen zu Stroh als Einstreu?

Eine Universallösung habe ich leider nicht parat. Krisensituationen, wie die Dürrekatastrophe in diesem Sommer, verlangen sicher auch, ungewöhnliche Wege zu gehen. Gutes Getreidestroh ist für die Einstreu von Kälberboxen definitiv die erste Wahl und ich kenne momentan keinen hiesigen Betrieb, der etwas anderes nutzt.

Holzspäne als Alternative

Prinzipiell sollten aber alle anderen gängigen Einstreumaterialien, vorübergehend beziehungsweise in Kombination mit Stroh nutzbar sein. Zu nennen sind hier an erster Stelle Stroh anderer Kulturen – also Raps, Mais oder Miscantus –, Sägemehl, Hobelspäne, Torf, Sand oder Erden gegebenenfalls gemischt mit Kalk.
In einer amerikanischen Studie wurden vor einigen Jahren die Auswirkungen unterschiedlicher Einstreumaterialien in der Kälberaufzucht untersucht. Zum Einsatz kamen damals neben Weizenstroh, Sand, Holzspäne, Reisschalen und Granitfeinteile. Stroh war damals als Einstreumaterial am besten beurteilt worden. Aber die anderen Materialien führten bei den Kälbern nicht zu Stress. Holzspäne bewerteten die Amerikaner als gute Alternative, da sie Wärme spenden und Feuchtigkeit entziehen.

Auf die Weide

Neben der Suche nach alternativen Produkten, kann man natürlich auch mehr Tiere auf die Weide schicken, um Stroh einzusparen. Sollten Sie das in Erwägung ziehen, muss der Parasitendruck ebenso berücksichtig werden, wie die Flächeneignung und das Alter der Tiere.
Ist der Druck besonders hoch, sollte man überdenken, ob kurzfristig zumindest eine teilweise Auslagerung des Bestands in Pensionsbetriebe möglich ist. Außerdem sollten Sie nur so viele Jungtiere aufziehen, wie Sie für den Herdenersatz unbedingt benötigen. Das schont nicht nur Ihre Einstreu- sondern auch Futterreserven und spart Kosten.
Jede Maßnahme ist mit Kompromissen und Einschnitten verbunden. Nur Sie, als Betriebsleiter, können abschätzen, mit welchen Wegen Sie am besten zurecht zu kommen.

 

Weitere Themen findest Du in der Oktoberausgabe des agrarheute Magazins Rind. Du kennst agrarheute noch nicht? Dann hol Dir jetzt Dein kostenloses Probeheft!

agrarheute Rind Cover Oktober 2018

Schreibe einen Kommentar