Meistens bringen Kühe ihre Kälber selbst zur Welt. Doch Fräulein Deere weiß, dass man manchmal eingreifen muss, damit Kalb und Kuh die Geburt gesund überstehen.

Fräulein Deere als Geburtshelfer

Meistens bringen Kühe ihre Kälber selbst zur Welt. Doch Fräulein Deere weiß, dass man manchmal eingreifen muss, damit Kalb und Kuh die Geburt gesund überstehen. Für die Geburtshilfe hat sie wichtige Tipps.

Julia alias Fräulein Deere bloggt über ihr Leben mit und in der Landwirtschaft.

Julia alias Fräulein Deere bloggt über ihr Leben mit und in der Landwirtschaft.

Hallo meine Lieben,

Für mich ist eine Geburt immer wieder etwas besonders. Jedes Mal wenn bei uns ein Kalb geboren wird fiebere ich mit, hoffe das alles gut geht und freue mich wenn Kuh und Kalb gesund sind.

Bei Kühen sind Einlingsgeburten die Regel. In Ausnahmen gibt es Zwillinge oder Drillinge. Jedoch sind Mehrlingsgeburten für die Kuh und die Kälber ein Risiko. Es kommt häufiger zu Nachgeburtsverhalten beziehungsweise zu schwächeren Kälber.

Meistens bringen Kühe ihre Kälber selbst zur Welt. Doch Fräulein Deere weiß, dass man manchmal eingreifen muss, damit Kalb und Kuh die Geburt gesund überstehen.

Bei Kühen sind Einlingsgeburten die Regel. Foto: privat

Eine Geburt kann in verschiedene Phasen eingeteilt werden.

Die Vorbereitungsphase dauert 2-3 Wochen. Das die Vorbereitungsphase beginnt bemerkt man an folgenden Signalen: das Aufeutern, das Einfallen der Beckenbänder, das Weichwerden der Schwanzspitze, die Veränderung des Leibesumfangs von kugel- zu birnenförmig und der häufige Gebrauch der Kuhbürste.

Die Öffnungsphase dauert 6-16 Stunden. Die Kühe separieren sich von der Herde (sofern man Abkalbungen in der Herde hat, zum Beispiel auf der Weide). Zudem erscheint die Fruchtblase, die die Geburtswege weitet und Kuh und Kalb somit eine bessere Geburt ermöglicht. Ganz wichtig ist die Tiere und Fruchtblasen in Ruhe zu lassen. Man sollte als Landwirt nicht vor dem Blasensprung Geburtshilfe leisten!

Meistens bringen Kühe ihre Kälber selbst zur Welt. Doch Fräulein Deere weiß, dass man manchmal eingreifen muss, damit Kalb und Kuh die Geburt gesund überstehen.

In der Öffnungsphase weitet die Fruchtblase die Geburtswege. Foto: privat

Die Aufweitungsphase dauert 1 bis 3 Stunden. In dieser Phase platzt die Fruchtblase, das Tier legt sich hin, die Beine des Kalbes erscheinen im Scham. Vom Blasensprung bis zum Durchtreten des Kopfs kann es bei Kühen 1 bis 3, bei Erstkalbenden 4 bis 6 Stunden dauern. Ist der Kopf sichtbar, dauert die Geburt normalerweise noch 3 bis 15 Minuten.

Ist eine Kontinuität im Geburtsablauf ersichtlich, muss nicht eingegriffen werden. Grundsätzlich gilt: Rinder und Kühe können alleine gebären. Ganz wichtig ist es, die drei Kardinalfehler bei der Geburtshilfe zu vermeiden. Diese sind:

  • Zu frühes Helfen
  • Zu schmutzige Hilfe
  • Zu grobes Eingreifen

Lasst Euch und den Tieren Zeit. Wenn es nicht mehr vorwärts geht, dann kontrolliere eine Stunde nach Abgabg des Fruchtwassers, ob das Kalb in Ordnung ist und ob Du eine eventuelle Lage-, Stellungs- oder Haltungskorrektur am Kalb selbst vornehmen kannst:

  • Schwanz der Kuh nach vorne binden
  • Scham der Kuh gut waschen
  • Hände und Arme bis zu den Schultern waschen
  • Gleitgel benutzen

Dabei ist Hygiene das oberste Gebot, damit verringert Ihr die Gefahr von Nachgeburtsverhalten. Bleibt ruhig, wenn Ihr Eingreifen müsst und vermeidet Hektik. Dann ist auch das Tier ruhiger und Kuh und Kalb somit gesünder.

Ist das Kalb dann auf der Welt gilt: zuerst das Kalb, dann die Kuh.

Wie geht ihr bei einer Geburt vor, bei der Hilfe benötigt wird? Seid ihr auf dem Hof ein eingespieltes Team, bei dem alle Handgriffe sitzen? Würde mich freuen wenn Ihr mir von der Vorgehensweise in Eurem Stall berichtet.

Liebe Grüße,

Fräulein Deere

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