Der neue 900er-Vario von Fendt ist eine völlig neue Konstrukion mit verlängertem Radstand sowie neuer Vorder- und Hinterachse agrarheute-Kollege Bernd hat das größte Modell, den 942, getestet und teilt seinen Eindruck.

Das kann der neue 900er-Fendt Vario

Der neue 900er-Vario von Fendt ist eine völlig neue Konstruktion mit verlängertem Radstand sowie neuer Vorder- und Hinterachse. agrarheute-Kollege Bernd hat das größte Modell, den 942, getestet und teilt seinen Eindruck.

Ein Beitrag von Bernd Feuerborn, agrarheute

Anfang Juli sind die Gerüchte Realität geworden: Vom Hause Fendt gibt es einen neuen 900 Vario. Rein optisch hat der Neue wenig mit dem Alten gemein. Er erinnert eher an das Flaggschiff, den 1.000er Fendt. Und auch technologisch hat der 900er viel aus der 1.000er-Trickkiste übernommen.

Der Motor

Das fängt beim Motor an: Hier kommt jetzt ein MAN-Motor zum Einsatz. Beim 942 sorgt ein 6-Zylinder-Motor mit 9 l Hubraum und bis zu 415 PS für die nötige Antriebskraft – bei einer Leerlaufdrehzahl von 650 U/min! Da summt der Motor nur leise vor sich hin. Und bereits bei 1.700 Touren ist Schluss.

Der neue 900er-Vario von Fendt ist eine völlig neue Konstrukion mit verlängertem Radstand sowie neuer Vorder- und Hinterachse agrarheute-Kollege Bernd hat das größte Modell, den 942, getestet und teilt seinen Eindruck.

Unter der Haube des 900er Fendts sitzt ein MAN-Motor. Foto: Feuerborn

Mit dem Fendt-iD-Niedrigdrehzahlkonzept erreicht der Traktor die 40 km/h schon bei 950 Motorumdrehungen. Trotz – oder besser gerade wegen – des Niedrigdrehzahlkonzepts hat der Motor eine gute Kraftentfaltung. Dafür sorgt ein Turbolader mit variabler Turbinengeometrie. Nenn- und Maximaldrehzahl sind gleich und einen Boost braucht der MAN nicht. Das Schöne: Von 1.500 bis 1.700 Touren hat der Motor die gleiche Leistung.

Der Antriebsstrang

Auf die bekannten zwei Fahrbereiche und auch auf den Allradschalter muss der eingefleischte Fendt-Fahrer verzichten. Möglich macht dies der Vario-Drive-Antriebsstrang. Er wurde für den 1.000er entwickelt und hält nun Einzug in der nächstkleineren Baureihe. Durch den Einsatz von separaten Hydromotoren für die Vorder- und Hinterachse und einer geregelten Allradkupplung verteilt sich die Leistung automatisch auf Vorder- und Hinterachse.

Ab 25 km/h wird der Hydromotor für den Vorderradantrieb abgekoppelt, um Kraftstoff zu sparen. Die gesamte Pumpleistung steht dann dem Hydromotor der Hinterachse bis zur maximalen Geschwindigkeit zur Verfügung. Durch das neue VarioDrive-Konzept braucht die Maschine keine mechanische Untersetzung mehr und lässt sich ohne Fahrbereichsschaltung von 20 m/h bis zu 60 km/h fahren.

Der neue 900er-Vario von Fendt ist eine völlig neue Konstrukion mit verlängertem Radstand sowie neuer Vorder- und Hinterachse agrarheute-Kollege Bernd hat das größte Modell, den 942, getestet und teilt seinen Eindruck.

Vor der 5-m-Scheibenegge zog der Fendt mit sonorem Brummen seine Bahnen. Mit niedriger Drehzahl, aber agil genug, wenn es doch mal auf mehr Zugkraft ankam. Foto: Feuerborn

Basis des Fendt-VarioDrive-Konzepts sind deutlich größere Hochleistungshydrostaten mit 370 cm³ (bisher 233 cm³) Förderleistung pro Umdrehung. Durch die intelligente Allradschaltung ergibt sich zudem ein Pull-in-turn-Effekt bei Kurvenfahrten. Durch die Voreilung an der Vorderachse zieht sich der Traktor auf dem Feld in die Kurve und verringert so den Wenderadius. Gleichzeitig sorgt der Allrad so für mehr Fahrstabilität unter schwierigen Bedingungen im Feldeinsatz.

Die Reifendruckregelanlage

Die Reifendruckregelanlage VarioGrip ist vollständig in das Fahrzeug integriert. Für eine schnelle Befüllung sorgt ein Doppelkompressor mit 720 cm³ Luftvolumenstrom. Über das Vario-Terminal lassen sich zwei Drücke für jede Achse auch während der Fahrt anpassen.

Der neue 900er-Vario von Fendt ist eine völlig neue Konstrukion mit verlängertem Radstand sowie neuer Vorder- und Hinterachse agrarheute-Kollege Bernd hat das größte Modell, den 942, getestet und teilt seinen Eindruck.

Das Terminal bietet zahlreiche Funktionen. Unter anderem lassen sich auch während der Fahrt zwei Drücke für jede Achse anpassen. Foto: Feuerborn

Um weltweit erfolgreich zu sein, gibt es den Fendt auch in einer Row-Crop-Variante mit einer 60-Zoll-Spur und einer speziellen Allradkonstante für etwas kleinere Vorderrad-Bereifungskombinationen für einen besseren Wendekreis. Besonderheit: Der 900 Vario kann sowohl hinten also auch vorne mit Zwillingsrädern ausgestattet werden. Selbst bei der Row-Crop-Variante funktioniert die Reifendruckregelanlage an allen acht Rädern, das heißt auch an allen Zwillingsrädern. Laut Fendt ist das weltweit einzigartig.

Die Hydraulik

Wer mag, kann die 2-Kreis-Hochleistungshydraulik bestellen. Darin sind zwei Load-Sensing-Pumpen verbaut. Eine versorgt den linken Hydraulikblock sowie Lenkung, Vorderachsfederung, Front- und Heckkraftheber. Die zweite Pumpe versorgt den rechten Block und den Power-Beyond Anschluss. Dann versorgt eine Pumpe effizient beispielsweise Load-Sensing-Geräte, während die zweite Pumpe andere Steuergeräte bedient. So lassen sich der Kipperanschluss – hoher Druck und geringe Ölmenge – und ein Ölmotor – geringer Druck und hohe Menge – getrennt voneinander versorgen und jede Pumpe arbeitet im Optimum und ohne Drosselverluste.

Beide Pumpen fördern zusammen 430 l/min, da machen auch aufwendige hydraulische Geräte keine Probleme. Bei der Einfachpumpe (165 oder 220 l/min) lassen sich maximal acht Ventile versorgen. Bei der Doppelpumpe gibt es maximal sieben Ventile.

Die Kabine

In der Kabine wird sich jeder Fendt-Fahrer gleich zu Hause fühlen. Die Bedienung ist weitestgehend gleich. Es fehlen nur die Tasten für den Fahrbereich und den Allrad. Aber die Fendt Life Cab ­bietet weitere Schmankerl: So wurde das Vario-Terminal um eine Entertainment- und Kommunikationsplattform ergänzt. Hier sind eine Freisprechanlage, ein Radio mit Anbindung externer Audioquellen und ein Soundsystem integriert. Auch ein Subwoofer ist möglich. Und es gibt teleskopierbare elektrische Spiegel mit Terminalbedienung.

Der neue 900er-Vario von Fendt ist eine völlig neue Konstrukion mit verlängertem Radstand sowie neuer Vorder- und Hinterachse agrarheute-Kollege Bernd hat das größte Modell, den 942, getestet und teilt seinen Eindruck.

Das Bedienkonzept ist gleich geblieben. Es fehlen die Tasten für die Fahrbereiche und den Allrad. Foto: Feuerborn

Mit der Telemetrielösung Fendt Connect haben die Betriebe jederzeit Zugriff auf die Daten vom Traktor und können diese auch mit dem Händler teilen. Manchem Nutzer ist selbst das 10,4-Zoll-Terminal zu klein. Fendt bietet über eine Smart Connect App nun die Möglichkeit, Maschinendaten auf ein Tablett zu übertragen und es als zusätzlichen Monitor zu nutzen – eine feine Sache!

Den gesamten Fahrbericht sowie weitere spannende Artikel zu Technik, Pflanzenbau, Tierhaltung, Politik und Management liest du in der Augustausgabe von agrarheute.

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