Die Corona-Krise hat Florian und seinem Veranstaltungstechnik-Unternehmen eine gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Es musste ein Weg her, die einkommenslose Zeit zu überbrücken. Also hilft er auf einem Hopfenbetrieb.

Als Fachfremder auf einem Hopfenbetrieb

Die Corona-Krise macht Florian und seinem Veranstaltungstechnik-Unternehmen schwer zu schaffen. Es musste ein Weg her, die einkommenslose Zeit zu überbrücken. Also hilft er auf einem Hopfenbetrieb.

Der Originalbeitrag ist auf der Agrarhandelsplattform agrando erschienen.

Hopfenbauer Michael Altstidl aus Schweitenkirchen führt bereits in dritter Generation einen Hopfenbetrieb. Die Corona-Krise geht auch an seinem Hof nicht spurlos vorbei. “Als sich die Krise im Laufe des Februars immer mehr zuspitzte, haben wir die Probleme mit den Saisonarbeitskräften schon kommen sehen”, erzählt Landwirt Michael Altstidl. Noch eine Herausforderung mehr, die er als Landwirt aktuell bewältigen muss.

Die Corona-Krise hat Florian und seinem Veranstaltungstechnik-Unternehmen eine gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Es musste ein Weg her, die einkommenslose Zeit zu überbrücken. Also hilft er auf einem Hopfenbetrieb.

Michael Altstidtl möchte seinen Hopfenbetrieb für seine Söhne unbedingt erhalten. Foto: agrando/Lutilsky

“Ich bin bei Land schafft Verbindung aktiv und für die Demos quer durch Land gefahren. Was da jetzt mit der Düngeverordnung passiert ist, ist mir unbegreiflich”, schüttelt er den Kopf. Doch er gibt nicht auf. Er führt seinen Hof in dritter Generation und möchte ihn unbedingt erhalten. In den letzten drei Jahren konnte er seine Anbaufläche für Hopfen von 12 auf 20 Hektar erweitern. In den nächsten Jahren möchte er noch einmal 20 Hektar mehr.

Den Blick nach vorn richten

Normalerweise hat Michael fünf bis sechs Saisonarbeitskräfte auf dem Feld. Durch einen Aufruf über Antenne Bayern und mit Hilfe des Maschinenrings konnte er für den Moment genug Helfer finden. Auch zwei Schüler und ein Unternehmerpaar unterstützen ihn. Florian Bindl führt seit 1995 die Firma LTM Veranstaltungstechnik. Er konnte jedes Jahr wachsen, durch viel Fleiß und Disziplin. Seine Frau Dorina wurde im Betrieb seine rechte Hand. Als Mitte März alle Veranstaltungen bis auf weiteres abgesagt wurden, reagieren sie schnell. Sie fahren alle Fixkosten auf ein Viertel herunter und suchen neue Einnahmequellen, um die kommenden Monate irgendwie zu überbrücken. Der Aufruf von Michael kam da gerade richtig.

Die Corona-Krise hat Florian und seinem Veranstaltungstechnik-Unternehmen eine gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Es musste ein Weg her, die einkommenslose Zeit zu überbrücken. Also hilft er auf einem Hopfenbetrieb.

Florian, Inhaber des Unternehmes LTM Veranstaltungstechnik, hilft auf Michaels Hopfenfeld. Foto: agrando/Lutilsky

So kam es, dass Florian und Dorina beim Anbringen der Steigdrähte helfen. In aufwendiger Handarbeit befestigen immer drei Personen die Drähte in rund 8 Metern Höhe an einem Querdraht. Dafür befinden sie sich in einer Hubkanzel am Traktor, den Michael gleichmäßig durch die Reihen fährt. Wiederum drei Personen verankern die Drähte anschließend mit einem Stupfeisen im Boden. Es ist eine mühsame und kräftezehrende Arbeit.

Drei Helfer auf einer Hubkanzel befestigen Steigdrähte.

“Es ist brutal anstrengend und ich bin fast jeden Tag kurz davor, das Handtuch zu werfen”, bekennt Florian Bindl. “Ich habe Blasen an den Händen, der Wind pfeift einem um die Ohren, die Sonne brennt runter – man ist hier allen Gezeiten ausgesetzt.” Er hat trotzdem den inneren Antrieb, weiterzumachen und durchzuhalten. “Aufgeben ist für mich keine Option. Ich möchte unbedingt, dass es meine Firma auch nach der Coronakrise noch gibt.

Die Corona-Krise hat Florian und seinem Veranstaltungstechnik-Unternehmen eine gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Es musste ein Weg her, die einkommenslose Zeit zu überbrücken. Also hilft er auf einem Hopfenbetrieb.

Drei Helfer auf einer Hubkanzel befestigen die Steigdrähte für die Hopfenpflanzen. Foto: agrando/Lutilsky

Die Arbeit auf dem Feld ist dafür ein gute finanzielle Überbrückung. Sie bedeutet zwar deutlich weniger Lohn als in meiner Branche, aber sie hilft mir und der Landwirtsfamilie. Außerdem macht es Spaß, den ganzen Tag hier draußen an der frischen Luft zu sein.” Einen Faible zur Arbeit in der Natur bringt Florian sowieso mit. Seit etwa einem Jahr imkert er nebenbei und kümmert sich um 22 Bienenstöcke. Die Feldarbeit ist aber eine ganz andere Nummer. “Ich sage nur: Hut ab vor all den Menschen, die das sonst machen! Der Job ist Knochenarbeit.”

Gemeinsam die Notlage durchstehen

“Beim Hopfenanbau muss man pro Hektar mit 230 bis 260 Arbeitsstunden im Jahr rechnen”, rechnet Michael vor. “Im Vergleich dazu sind es beim Getreideanbau nur um die 6 Stunden. Wenn ein Arbeiter hier anderthalb Reihen an einem Tag schafft, ist er schon gut.”

Die Corona-Krise hat Florian und seinem Veranstaltungstechnik-Unternehmen eine gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Es musste ein Weg her, die einkommenslose Zeit zu überbrücken. Also hilft er auf einem Hopfenbetrieb.

Florian ist froh um diese neue Erfahrung auf dem Hopfenfeld. Foto: agrando/Lutilsky

Florian ist trotz allem froh über die neue Erfahrung. “Sowohl der Bauer als auch ich sind in einer Notlage. Es ist ein gutes Gefühl, sich gegenseitig zu helfen. Aktuell ist es die beste Lösung. Und ich wollte schon immer mal wissen, wie es ist, einfach mal etwas ganz anderes zu machen. Da ist die Tätigkeit auf dem Land genau das, was ich mir in so einer Zeit für mich erträumt hätte.”

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