Europas junge LandwirtInnen

NEWBIE, die Neueinsteiger in der Agrarbranche – einmal im Jahre treffen sich alle Partner Europas. Mara vom Bund der Deutschen Landjugend war dabei und berichtet über die Idee, das Projekt und das Treffen in Bulgarien.

Mara Walz berichtet aus dem BDL Bundesvorstand, wie sich die Landjugend für Junglandwirte einsetzt.

Mara Walz berichtet aus dem BDL Bundesvorstand, wie sich die Landjugend für Junglandwirte einsetzt.

Hallo zusammen!

Letzte Woche durfte ich ein für mich neues Land erkunden – es ging für mich in die bulgarische Hauptstadt Sofia.

Wir als Bund der Deutschen Landjugend (BDL) sind einer von zehn Partner des NEWBIE-Projekts. Newbies sind Neueinsteiger in der Agrarbranche (egal ob als Betriebsnachfolger oder Neu-Gründer) und wir wissen alle, dass diese vor großen Herausforderungen stehen. Mit dem Newbie-Netzwerk werden diese Herausforderungen identifiziert und hierfür Hilfestellungen (Toolkits) und Lösungsansätze erarbeitet. Neben uns als Junglandwirte-Organisation sind noch viele Fachhochschule und Universitäten aus acht europäischen Ländern dabei.

Einmal im Jahr treffen sich alle Partner, um sich persönlich auszutauschen, den Stand der verschiedenen Projekt-Teilaufgaben abzugleichen und um auch das Gastgeberland besser kennenzulernen.

Das Newbie-Team in Bulgarien. Quelle: privat

 

Mein Programm

In diesem Jahr haben uns Natasha und Rositsa in Bulgarien willkommen geheißen. Am Anreisetag nutze ich den Nachmittag, um die Hauptstadt besser kennenzulernen und bin ganz angetan von den vielen Grünflächen in der Stadt. Am Abend konnten wir beim gemeinsamen Abendessen uns alle besser kennenlernen. Ein Teil der 25 Personen war, so wie ich, zum ersten Mal bei einem Newbie-Treffen dabei. So galt es, sich viele Namen und gern auch gleich die Herkunft zu merken. Spannend beim Treffen war, dass alles komplett in Englisch ablief! So wurden auch diese Sprachkenntnisse gleich mal wieder getestet.

Am Mittwoch hatten wir einen vollen Arbeitstag. Das Projekt ist in verschiedene Arbeitspakete unterteilt. Die jeweiligen Gruppen haben ihren Sachstand präsentiert und zu jedem Paket haben wir verschiedene Fragestellungen in Gruppen erarbeitet. Über den ganzen Tag war es sehr bereichernd, die verschiedenen Sichtweisen der Kollegen aus ganz Europa kennenzulernen, zu diskutieren und für das Projekt zu einer Lösung zu kommen. Viele Dinge, wie z.B. ein guter Kontakt zu den Fachmagazinen und gut strukturierte Kommunikationswege sind für uns in Deutschland kein Thema, stellen andere Länder aber vor große Herausforderungen. Andersrum fielen wir Deutsche durch unsere ganz typische Pünktlichkeit immer auf.

Die Newbie-Partner in den Arbeitskreisen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Fragestellungen, um den Neueinsteigern optimal unter die Armen greifen zu können. Quelle: privat

 

Exkursionen in Bulgarien

Am Donnerstag machten wir uns auf, um verschiedene Newbies im Umkreis von Sofia kennenzulernen. Schon nach 30 Minuten Busfahrt aus der Hauptstadt ist man in einer wunderschönen Landschaft mit bewaldeten Bergen und Seen – da könnte man auch Urlaub machen! Wir besuchten zwei Cousins, die vor zehn Jahren einen Milchviehbetrieb gegründet haben, eine Landwirtin, welche neben Kartoffeln auch noch Erdbeeren auf 1.000 Metern Höhe anbaut, einen Himbeer-Betrieb und einen Salat-Betrieb. Gerade das Thema der Unterstützung durch das Land Bulgarien und die EU und die Vermarktungssituation waren wichtige Themen. Auch der Umgang mit den Kennzahlen des jeweiligen Betriebes wurde sehr unterschiedliche gehandhabt: Ein Betrieb weiß genau, was ihn die Produktion kostet, bei anderen waren es eher Schätzwerte.

 

Bulgarien, Landwirtschaft und seine Landschaften. Quelle: privat

Die europäische Vielfalt

All diese Eindrücke von den Betrieben und der Austausch mit den Kollegen der anderen Länder zeigt die beeindruckende Vielfalt von Europa auf. Eine Vielfalt, die bereichert, uns aber gerade in der Europa-Politik vor viele Herausforderungen stellt.
Am Freitag stand der Austausch mit dem europäischen Newbie-Beirat auf dem Programm. So ist unter anderen die europäische Junglandwirte-Vereinigung Ceja Teil dieses Gremiums, wie auch drei LandwirtInnen und ein Professor aus Athen.

Zurück in meinen Weinbergen begleiten mich die viele Eindrücke der letzten Woche. Es stehen noch viele Herausforderungen vor uns als junge LandwirtInnen in Europa, aber durch guten Austausch und mit viel Motivation und Herzblut kommen wir hier gemeinsam voran. Neben der Arbeit im Weinberg (die Reben wachsen sehr fleißig gerade) steht auch bald schon unser Bundesentscheid des Berufswettbewerbes an. Ihr werdet von mir hören!

Viele Grüße,
Mara

 

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