Zum Abschluss seines Praktikums in Kanada, stand bei Felix noch die Getreideernte an: 4.000 Hektar Raps und Weizen mussten noch vom Feld.

Erntezeit in Kanada

Zum Abschluss seines Praktikums in Kanada, stand bei Felix noch die Getreideernte an: 4.000 Hektar Raps und Weizen mussten noch vom Feld.

Projektblogger Felix Baumeister berichtet von seinem Praktikum in Kanada.

Projektblogger Felix Baumeister berichtet von seinem Praktikum in Kanada.

Servus Hofhelden,

anstatt um Rinder geht es in meinem letzten Beitrag mal um den Ackerbau in Kanada. Hier läuft nämlich die Ernte gerade auf Hochtouren und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Für einen Tag Erntespirit durfte ich auf einer benachbarten Farm beim Weizen- und Haferdreschen zuschauen.

Zum Abschluss seines Praktikums in Kanada, stand bei Felix noch die Getreideernte an: 4.000 Hektar Raps und Weizen mussten noch vom Feld.

Die Silos wollten gefüllt werden. Foto: privat

Eingeladen hatte mich die Familie Johnson von der Tween Lake Farm. Diese baut auf 4.000 Hektar Raps und Weizen an. Hafer steht nur in sehr geringen Mengen auf den schlechten Standorten. Der Raps ist teilweise glyphosatresistent. Insgesamt wird die Farm von 4 Familien bewirtschaftet. Neben zwei festangestellten Arbeitskräften packen zur Erntezeit außerdem zwei Rentner auf dem Mähdrescher mit an. Dass die Farm keine Probleme hat genügend Arbeitskräfte zu finden, ist dabei nicht selbstverständlich. Viele Betriebe in dieser Gegend haben Schwierigkeiten, genügend Fahrer für ihre riesigen Fuhrparks zu bekommen.

Der Weizen, den wir an diesem Tag gedroschen haben, wurde vor der Ernte zur gleichmäßigen Abreife gespritzt. Raps wird oft noch geschwadet, wobei die großen Betriebe auch hier immer mehr auf Sikkation setzten. Neben den zwei Selbstfahrespritzen kam dieses Jahr außerdem ein Helikopter zum Einsatz, was sogar für kanadische Verhältnisse nicht alltäglich ist.

Für die Weizenernte ging es mit 4 Mähdreschern (John Deere S690), drei Semi-Trucks und einem Überladewagen aufs Feld. Der Großteil der Maschinen ist finanziert und wird alle fünf Jahre ausgetauscht. Vom Mähdrescher bis zum Pickup sind alle Fahrzeuge über Funk verbunden. Während der Vater diesen nutzte, um die ersten Feuchtigkeitswerte seiner untersuchten Felder mitzuteilen, koordinierten die Söhne so den Ernteablauf.

Zum Abschluss seines Praktikums in Kanada, stand bei Felix noch die Getreideernte an: 4.000 Hektar Raps und Weizen mussten noch vom Feld.

Zuerst fuhr ich beim Abfahrer mit. Foto: privat

Meine erste Mitfahrgelegenheit hatte ich auf einem 560 PS starken John Deere, der vor den Überladewagen gespannt war. Nach vier Mähdrescherfüllungen war dieser voll und hatte dann stolze 45 Tonnen geladen, was einer LKW-Füllung entspricht. Durch die integrierte Waage wurden auch gleich alle Erträge dokumentiert. 5,5 Tonnen Weizen haben wir an diesem Tag pro Hektar geerntet. Das ist für die Region hier ziemlich gut.

Zum Abschluss seines Praktikums in Kanada, stand bei Felix noch die Getreideernte an: 4.000 Hektar Raps und Weizen mussten noch vom Feld.

Natürlich nahm ich auch mal auf dem Mähdrescher Platz. Foto: privat

Als nächsten ging es auf den S 690. Der Mähdrescher aus dem Hause John Deere beeindruckt schon alleine durch sein Äußeres. Aber auch technisch hat die 800.000 $ Maschine einiges zu bieten. Neu war für mich zum Beispiel, dass der Drescherfahrer beim Überladen die Geschwindigkeit des neben ihm fahrenden Traktors steuern kann.

Zum Abschluss gab es dann noch eine Runde mit dem Semi-Truck und nach einer leckeren Feldbrotzeit mit fast schon kitschigem Sonnenuntergang ging es für mich auch schon wieder zurück auf die Rinderfarm.

Zum Abschluss seines Praktikums in Kanada, stand bei Felix noch die Getreideernte an: 4.000 Hektar Raps und Weizen mussten noch vom Feld.

Der Sonnenuntergang am Erntetag war fast schon kitschig. Foto: privat

Dort sind inzwischen so gut wie alle Vorbereitungen für den Winter getroffen. Nach zwei Schnitten liegen über 2.500 Silo- und Heuballen bereit. Die 300 Kühe werden in den nächsten Tagen von den Weideflächen zur Farm getrieben, wo sie dann den Winter über gefüttert werden. Ein Stall steht aber auch bei -40 C° nicht zu Verfügung.

Für mich brechen gerade die letzten Tage meines Praktikums an. Bevor es aber Mitte Oktober wieder in die Heimat geht, schau ich mich jetzt erst noch in British Columbia um. Ich starte  in Vancouver und von dort geht es erstmal auf einen 8 tägigen Trail an der West Coast von Vancouver Island.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Beiträgen einen kleinen Einblick in die kanadische Landwirtschaft geben. Und vielleicht habt ihr ja selbst Lust bekommen, euch dieses faszinierende Land einmal selber anzuschauen.

Macht´s es guad!

Euer Felix

 

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