Als Leo neulich den Bayerischen Rundfunk zum Fernsehdreh zu Gast hatte, stellte ihm Moderator Matthias Luginger eine ganz besondere Frage: "Wie fühlst Du Dich bei der Ernte?" Über die Antwort musste Leo etwas nachdenken.

„Wie fühlst Du Dich bei der Ernte?“

Als Leo neulich den Bayerischen Rundfunk zum Fernsehdreh zu Gast hatte, stellte ihm Moderator Matthias Luginger eine ganz besondere Frage: „Wie fühlst Du Dich bei der Ernte?“ Über die Antwort musste Leo etwas nachdenken.

Energielandwirt und AgrarScout Leo aus Bayern.

Energielandwirt und AgrarScout Leo aus Bayern.

Liebe Hofhelden,

„mein“ TV-Beitrag in der Sendung Bayern erleben- Das Magazin ist jetzt ausgestrahlt! Ein bisschen nervös war ich dann doch an dem Tag, ich hatte den fertigen Beitrag ja nicht vorab gesehen. Aber ich muss sagen, mir hat er sehr gut gefallen. Es war kein Fachbeitrag, sondern ein Beitrag, bei dem es um das „Erlebnis“ Ernte ging, und das ist dem Team vom Bayrischen Rundfunk mit den Aufnahmen gut gelungen.

Der etwas andere Blick auf die Getreideernte

Dass es in dem Film nicht um harte, fachliche Fakten gehen wird, war von Anfang an so geplant und gewollt. Es sollte um den Erlebnisfaktor rund um die Ernte für den Moderator Matthias Luginger gehen. Matthias hatte bis zum Drehtag nicht viel mit Landwirtschaft zu tun. Dass er (und das ganze Team) nicht aus der Landwirtschaft kommt, hat man gemerkt, war aber gar nicht schlimm, weil ich das Abenteuer Landwirtschaft gerne Leuten zeige und erkläre. So auch Matthias Luginger und seinem Team.

Als Leo neulich den Bayerischen Rundfunk zum Fernsehdreh zu Gast hatte, stellte ihm Moderator Matthias Luginger eine ganz besondere Frage: "Wie fühlst Du Dich bei der Ernte?" Über die Antwort musste Leo etwas nachdenken.

Ernte auch am Sonntag, das Wetter gibt den Takt vor, nicht der Wochentag. Foto: Leo Rösel

Zuerst habe ich erklärt, dass die Getreideernte immer in die Zeit fällt, wo Nichtlandwirte Urlaub machen. Auf die Frage, wann wir dann Urlaub machen, habe ich nur antworten können, „Wenn wir mit der Ernte fertig sind, oder im Winter“ 🙂 Auch dass sich in der Erntezeit die Arbeitszeit in erster Linie nach dem Wetter richtet und nicht nach dem Wochentag, haben alle schnell verstanden.

Eine Frage ist mit besonders in Erinnerung geblieben

Den ganzen Tag habe ich Matthias und dem Team alles gezeigt und erklärt; mit und ohne Kamera haben alle viele Fragen gestellt. Als Matthias und ich unsere Bahnen mit dem Drescher gezogen haben, stellte er mir eine besondere Frage. „Wie fühlst du dich bei der Ernte? Was geht in dir vor, wenn du die Ernte einfahren kannst?“

Als Leo neulich den Bayerischen Rundfunk zum Fernsehdreh zu Gast hatte, stellte ihm Moderator Matthias Luginger eine ganz besondere Frage: "Wie fühlst Du Dich bei der Ernte?" Über die Antwort musste Leo etwas nachdenken.

Die Ernte wird eingelagert, ein Vorrat für ein ganzes Jahr muss in wenigen Tagen eingefahren werden. Foto: Leo Rösel

Spontan habe ich geantwortet, dass man eigentlich angespannt ist, hofft, dass alles funktioniert und man gute Qualitäten und hohe Erträge einfahren kann. So ganz hat mich das dann aber nicht losgelassen. Mit so einer Frage hatte ich nicht gerechnet und ich hatte tatsächlich nicht sofort eine für mich passende Antwort parat. Ich habe nach dem Dreh noch lange nachgedacht.

Als Leo neulich den Bayerischen Rundfunk zum Fernsehdreh zu Gast hatte, stellte ihm Moderator Matthias Luginger eine ganz besondere Frage: "Wie fühlst Du Dich bei der Ernte?" Über die Antwort musste Leo etwas nachdenken.

Mit dem Drescher der Nacht entgegen: Die Tage in der Ernte sind lang. Foto: Leo Rösel

Wie fühlt man sich bei der Ernte? Ich glaube, das ist etwas, was wir in der Landwirtschaft oft verdrängen. Unsere Tage, gerade in der Ernte, sind anstrengend und lang. Wir müssen funktionieren und alles ist stressig. Man setzt viel Geld und Zeit für eine Getreideernte, hat einen finanziellen Druck alles wieder rein zu holen. Wir haben den Druck von Politik und Gesellschaft, deren Ansprüche gerecht zu werden. Da bleiben positive Gefühle und Emotionen oft auf der Strecke.

Als Leo neulich den Bayerischen Rundfunk zum Fernsehdreh zu Gast hatte, stellte ihm Moderator Matthias Luginger eine ganz besondere Frage: "Wie fühlst Du Dich bei der Ernte?" Über die Antwort musste Leo etwas nachdenken.

Stolz zu sein auf sein Tun und Handeln, Proud to be a Farmer eben! Das sollten Landwirte viel öfter sein, findet Leo. Foto: Leo Rösel

Am Abend – mein Cousin hat den Drescher gefahren – hatte ich noch Zeit, am Feld über das alles nachzudenken. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass man auch in der Ernte die Zeit haben sollte für ein „Erntegefühl“. Für mich bedeutet das, stolz auf seine Arbeit und zufrieden mit dem Ergebnis oder dem Ertrag zu sein. Oder auch mal nur froh zu sein, den besten Beruf der Welt zu haben!

Was mir vom Drehtag bleibt

Für mich waren der Drehtag, die Vorbereitungen und auch der Beitrag eine großartige Erfahrung. Auch die Rückmeldungen aus dem Bekanntenkreis war durchwegs positiv. Und nicht zuletzt war die Erfahrung, einen Nichtlandwirt als Erntehelfer zu haben, für mich etwas Besonderes. Denn der Blickwickel war ganz anders und die Fragen aus einer anderen Sichtweise gestellt. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und mir geholfen, mein Tun und Handeln zu reflektieren.

Bis Bald!

Euer Leo

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