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Städterin Kristina kauft regelmäßig auf den Bauernhöfen im Münchner Umland. Sie wirft einen Blick zurück auf den Beginn der Ausgangssperre und den Moment, in dem ihr bewusst geworden ist, dass Lebensmittel aus der Region für sie Lebensqualität bedeuten.

Einkaufen auf dem Bauernhof als Wochenendausflug

Wie kann eine vierköpfige Familie in München die regionale Landwirtschaft unterstützen? Ganz einfach: Sie kauft wenn möglich alles direkt vom Hof! Wie das klappt, welche Planung das „Farmshopping“ erfordert und wie sie damit noch Nachbarinnen und Großeltern versorgt, darüber schreibt Stadtmama Kristina.

Hallo Hofhelden,

fast jedes Wochenende besuchen wir Bauernhöfe in der Region, um dort unsere Lebensmittel zu besorgen. Rund um München haben wir sehr viel Auswahl. Es gibt in jeder Himmelsrichtung mehrere Betriebe, die direkt ab Hof verkaufen. Schon seit etwa zwei Jahren machen wir das nun so. Meistens verbinden wir die ländliche Einkaufstour mit einem schönen Ausflug ins Münchner Umland oder zu Freunden. Das bedeutet zwar immer einige Fahrerei mit dem Auto, aber das ist es uns Wert. Die Produkte vom Hof schmecken nicht nur hervorragend und haben den besten Vitamin- und Nährstoffgehalt (denn sie mussten ja nicht weit transportiert oder konserviert werden), sie sind einfach „ehrlich“ und wir unterstützen damit direkt die Familien, die so hart für den Anbau arbeiten. Ich persönlich lasse mein – ebenfalls hart erarbeitetes – Geld lieber direkt bei ihnen als im Lebensmitteleinzelhandel.

Wie kann eine vierköpfige Familie in München die regionale Landwirtschaft unterstützen? Ganz einfach: Sie kauft wenn möglich alles direkt vom Hof! Wie das klappt, welche Planung das „Farmshopping“ erfordert und wie sie damit noch Nachbarinnen und Großeltern versorgt, darüber schreibt Stadtmama Kristina.

Die Kartoffeln gibt’s bei Kristina nur direkt aus dem Hofladen. Foto: Kristina Lutilsky

So gehe ich beim Einkaufen auf dem Bauernhof vor

Eine gute Planung ist wichtig:

  1. Ich verschaffe mir am Freitag einen Überblick über unsere Vorräte und schaue, was fehlt. Ich möchte nur das einkaufen, was wir auch wirklich für die Woche brauchen. Frische Lebensmittel wegzuwerfen, kommt für mich nicht in Frage.
  2. Wenn ich weiß, welche Lebensmittelkategorien wir brauchen, frage ich bei unseren Nachbarinnen und meiner Schwiegermutter nach, ob wir ihnen etwas mitbringen sollen. So lohnt sich die Autofahrt noch mehr und ich kann ihnen dabei helfen, gesund zu bleiben.
  3. Danach plane ich die Tour für den Samstag: Zuerst legen wir die Richtung fest, in die wir fahren möchten. Wenn wir an den Echinger See möchten, geht’s Richtung Norden. Wollen wir noch einen Spaziergang im Walderlebnispark Grünwald einlegen, geht es in den Süden. Bei Einkaufen auf dem Bauernhof gebe ich die ungefähre Postleitzahl ein und schaue, welche Höfe mir angezeigt werden. Wenn ich für meine Kategorien jeweils einen Hof gefunden habe, erstelle ich mit Google Maps eine Route. Ich möchte die Umwelt so wenig wie möglich durchs Autofahren belasten, daher sind mir möglichst kurze Wege wichtig. Meistens müssen wir allein für die Fahrtzeit eine Stunde einplanen. Habe ich die jeweiligen Adressen im Handy, kopple ich sie am nächsten Tag mit dem Navi im Auto und es geht los.

Auf Los geht’s los

Samstagvormittag ist unsere Bauernhofzeit. Die meisten Höfe verkaufen nur bis 12 oder 13 Uhr. Wir fahren meistens zuerst Gemüse, Obst, Eier sowie Sachen wie Mehl und Nudeln kaufen. Je nachdem, welche Saison gerade ist, lernen die Kinder auf diese Art, wann es was gerade gibt. Sie haben auch schon mal gefragt, wo eigentlich die Bananen sind. Sowas ist ein perfekter Anlass, ihnen zu erklären, wo welche Lebensmittel herkommen und warum manches nicht bei uns wächst. Übrigens freuen sie sich immer über sehr großes, kleines oder krummes Gemüse. Für sie ist es schon sowas wie eine Tradition geworden, Karotten und Kartoffeln in Herzform herauszusuchen. Die schmecken schließlich noch viel besser 😉 Indem sie Gemüse und Obst im Hofladen selbst mit aussuchen, haben sie auch viel mehr Spaß, es später gemeinsam mit mir zu verarbeiten und zu kochen. Ein paar Äpfel werden meist schon während der weiteren Autofahrt gekostet.

Wie kann eine vierköpfige Familie in München die regionale Landwirtschaft unterstützen? Ganz einfach: Sie kauft wenn möglich alles direkt vom Hof! Wie das klappt, welche Planung das „Farmshopping“ erfordert und wie sie damit noch Nachbarinnen und Großeltern versorgt, darüber schreibt Stadtmama Kristina.

Kristinas Tochter liebt es, die Betriebe zu erkunden. Foto: Kristina Lutilsky

Danach geht es dann entweder zum Hofmetzger oder zum Fischgut. Bei uns gibt es nicht jeden Tag Fleisch und wir wechseln sehr gern ab. Das Fischgut ist einer meiner neuesten Entdeckungen und ich liebe es! Fleisch und Fisch verarbeiten wir meistens gleich am Wochenende, den Rest der Woche gibt es dann eher vegetarische Gerichte mit dem frischen Gemüse.

Wie kann eine vierköpfige Familie in München die regionale Landwirtschaft unterstützen? Ganz einfach: Sie kauft wenn möglich alles direkt vom Hof! Wie das klappt, welche Planung das „Farmshopping“ erfordert und wie sie damit noch Nachbarinnen und Großeltern versorgt, darüber schreibt Stadtmama Kristina.

Sogar den Fisch kauf Kristina nur auf dem Fischgut in der Region. Foto: Kristina Lutilsky

Als letztes fahren wir dann bei einer Milchtankstelle vorbei, die in der Regel 24 Stunden geöffnet hat. Die Rohmilch darf nicht zu lang ungekühlt im Auto stehen und muss schnell nach Hause in den Kühlschrank, deswegen besorgen wir sie immer als Letztes. Wir haben mittlerweile um die sieben 1-Liter-Glas-Flaschen, die wir immer wieder füllen, unter Nachbarinnen bzw. in der Familie verteilen, dann wieder einsammeln, säubern und wieder füllen. Die Kinder haben seit Kurzen auch 500-ml-Glasflaschen. Die sind für sie einfacher zu handhaben, wenn sie in der Früh ihr Müsli zubereiten. Seit wir so köstliche „echte“ Milch daheim haben, erleben bei uns Müsli, Milchreis, Grießbrei und Haferbrei eine wahre Renaissance! Wenn wir nicht schon bei einem der vorigen Höfe Eier gefunden haben, holen wir sie spätestens hier. Oft gibt es bei den Milchtankstellen noch einen Nebenraum oder so eine Art gekühlte Schließfächer, in denen man weitere Köstlichkeiten aus der Region findet.

Städterin Kristina kauft regelmäßig auf den Bauernhöfen im Münchner Umland. Sie wirft einen Blick zurück auf den Beginn der Ausgangssperre und den Moment, in dem ihr bewusst geworden ist, dass Lebensmittel aus der Region für sie Lebensqualität bedeuten.

Die Milchtankstelle ist immer die letzte Station auf der Farmshopping-Tour von Kristina und ihrer Familie. Foto: Kristina Lutilsky

Am Schluss geht es dann wieder heim. Die Kinder waren an der frischen Luft, haben Kühe gesehen, manchmal auch Ziegen. Mal gab es Karotten so groß wie ihr Unterarm, mal wurden Kartoffeln über ein Förderband geschüttet und in Säcke abgefüllt. Sie konnten sich auch schon gegenseitig mit Schubkarren über den Hof schieben, im Gabelstapler und in einem Traktor sitzen. Zu Hause angekommen tragen wir alle vier unseren Einkauf dann vier Stockwerke hoch. Einen Aufzug haben wir leider nicht. Und zugegeben: Das ist schon sehr anstrengend. Als damals die Zeit der Lieferservices begann, haben wir uns die Einkäufe oft hochbringen lassen. Das machen wir heutzutage aber nur noch ganz selten. Wir sind froh, so hochwertige und ehrliche Lebensmittel zu haben. Das ist uns alle Strapazen Wert.

Liebe Grüße,

Eure Stadtmama Kristina

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