Sich besser verstehen – einen kleinen Feld- und Flur-Knigge entwickelte die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit der Jungen DLG. Lies hier, wie Du Dich im Straßenverkehr verhalten solltest.

Ein kleiner Knigge für Feld und Flur

Sich besser verstehen – einen kleinen Feld- und Flur-Knigge entwickelte die Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit der Jungen DLG. Lies hier, wie Du Dich im Straßenverkehr verhalten solltest.

Landwirtschaft ist für einen Großteil der Bevölkerung ein Spagat zwischen der gewünschten Bauernhofidylle, die es in den Bilderbüchern gibt und den für sie Panzerähnlichen Gefährten. Dieses Bild ins rechte Licht zu rücken, daran arbeitet ihr, Agrarblogger, Landwirte, Hofladenbesitzer, Landfrauen, Landjugendliche jeden Tag. Mit dem von der Jungen DLG entwickelten kleinem Knigge für Feld und Flur sollen dem Ganzen etwas entgegengekommen werden. Im ersten Teil geht es um den Straßenverkehr.

Im Straßenverkehr

Es ist Erntezeit. Ihr arbeite auf den letzten Schlägen. Das Wetter ist gut, der Mähdrescher bzw. der Häcksler läuft und Ihr als Abfahrer gebt Euer Bestes, die Erntekette nicht zum Stehen zu bringen. Am Ende des Tages verlasst Ihr das Feld mit der letzten vollen Mulde und der Kollege mit der Erntemaschine lässt sein Gefährt zum Abschied mit allem strahlen, was die LEDs hergeben? Euch überkommt das zufriedene Gefühl des Feierabends. Auf folgende Punkte solltet Ihr achten, um auch auf die Rücksicht Eurer Mitmenschen während dieser so wichtigen Zeit hoffen zu dürfen.

Geschwindigkeiten reduzieren

Spätestens das gelbe Ortsschild sollte zum Anlass genommen werden, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Auch wenn in der Ortschaft 50 km/h im rechtlichen Rahmen liegen, wirken landwirtschaftliche Fahrzeuge aufgrund ihrer Größe und Masse ungleich schneller. Fahrt innerorts möglichst 30 km/h. Dies wird sich auch sehr positiv auf die Lärmemission Eures Gefährtes auswirken und Eure Mitmenschen sehen kein technisches Ungetüm durch den Ort rasen. Des Weiteren wird Euer Gespann im Ernstfall eher zum Stehen kommen, wenn plötzlich ein Ball die Hauseinfahrt hinunter rollt und der kleine Junge ihn unbedingt noch einholen will.

Aktive Routenplanung

Plant für Euch und Eure Mitarbeiter die Fahrstrecken im Vorfeld. Prüft kritisch, ob Wege durch Ortschaften wirklich die besten sind, nur weil sie der Ideallinie am nächsten kommen? Wartezeiten an Ampeln, Kreuzungen und Zebrastreifen können diesen Vorteil schnell wettmachen. Straßen, die an Altenheimen, Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten vorbeiführen solltet Ihr – aus Rücksichtnahme – nur in Ausnahmefällen benutzen. Versucht, die Bedürfnisse der anderen Menschen zu verstehen und schärft Euer Bewusstsein, wie schnell Ihr oder einer Euer Verwandten betroffen sein könnte.

Meidt wenn möglich generell Wohngebiete bei Ortsdurchfahrten. Spätestens ab 22:00 Uhr solltet Ihr diese umfahren, um den Berufstätigen und Kindern einen erholsamen Schlaf vor einem weiteren Arbeitstag oder Schultag zu ermöglichen.

Vergewissern Sie sich außerdem, dass Euer Gefährt bei höheren Geschwindigkeiten nicht zur Nebelmaschine wird. Die Euch folgenden Fahrzeuge werden über eine Wolke von Strohhäcksel, Spreu oder Maissilage nicht erfreut sein. Im Optimalfall habt Ihr eine Abdeckvorrichtung für Anhänger und benutzt diese auch.

Stress vermeiden durch Rücksichtnahme

Ihr kennt sicher das kurze Aufblitzen unterschiedlicher Fahrzeughälften im linken Seitenspiegel, die beim späten Sichtkontakt mit dem Gegenverkehr wieder hinter Ihrem Anhänger in Lauerstellung gehen. Beugt waghalsigen Überholvorgängen vor, indem Ihr große Fahrzeugkolonnen passieren lassen. Sobald Ihr das fünfte Fahrzeug hinter Euch seht, ist es an der Zeit die nächste Haltebucht aufzusuchen und alle sichtbaren Fahrzeuge überholen zu lassen.

Verkehrssicherung

Seit Euch außerdem bewusst, welche Botschaft ein 25-km/h-Aufkleber an Ihrem Gespann hervorrufen kann. Viele landwirtschaftliche Anhänger werden von einem solchen Schild geziert. Wenn diese aber mit 50 km/h unterwegs sind, wurden schon so manche Auto- und Motorradfahrer negativ überrascht. Vor allem in Ortschaften führen diese Schilder oftmals zu vorschnellen Überholvorgängen. Zur letzten Fuhre ist es wieder einmal spät geworden. Dank Arbeitsscheinwerfern konntet Ihr aber alles gut überblicken, außerdem sehen die großen Maschinen dann noch imposanter aus.

Möglicherweise stören die hellen Strahler aber bereits zur Ruhe gekommene Anwohner in deren Freizeit nach der täglichen Arbeit. Schaltet diese Beleuchtung also spätestens beim Verlassen der Fläche ab und beschränkt diese auf das zur Sicherung des Transportes notwendige Maß.

Im zweiten Teil findet Ihr den Knigge auf dem Feld. Das Original der Jungen DLG findet Ihr hier.

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