DIY-Videos: Kleine Kniffe für großes Kino

Ob Videoblog, Tutorial oder coole Fahraufnahmen – Onlinevideos werden immer beliebter. Gleichzeitig ermöglichen moderne Smartphones Videodreh für Jedermann. Wir haben Expertentipps für Amateure, die mit Handy-Videos von ihrem Hof berichten wollen.

 Maishäcksel fliegen über den Bildschirm in den Ladewagen – Schnitt – Vogelperspektive: Häcksler und Ladegespann fahren synchron – Schnitt – Fahrerperspektive: Videoblogger Lukas Guhl steuert den Fendt Vario. Packende Musik, ungewöhnliche Aufnahmen und Praktikerbericht – das ist das Erfolgsrezept der beiden Junglandwirte Dominik und Lukas Guhl, die Macher des Videoblogs Pfälzer Agrarvideos. Rund 50.000 Fans und 9 Millionen Abrufe zählt ihr Youtube-Kanal.

Angefangen haben sie 2013 mit GoPro-Kameraaufnahmen vom Trecker. Seit 3 Jahren machen sie Videoblogs, in denen sie von ihrer Arbeit auf dem Familienbetrieb in der Westpfalz berichten. „Seitdem gehen die Abrufe der Videos richtig hoch“, sagt Lukas Guhl.

Die Nachfrage nach Videos im Netz steigt stetig. Laut einer Auswertung des Konsum Marktforschungsinstituts GfK rufen 8 von 10 Onlinenutzern Bewegtbild-Inhalte im Netz ab (2017). Dabei entfallen 77 Prozent auf die Videoplattform Youtube.

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Die Nachfrage nach Videos ist im Netz sehr hoch. Vielen Landwirte haben diesen Trend erkannt. Quelle: pixabay

Videos ohne viel Technik

Mittlerweile braucht es keine teure Technik mehr, um gute Videos zu erstellen. Heute lassen sich mit einem Smartphone sogar Kinofilme drehen. Das machen sich auch immer mehr Landwirte zu Nutze und verbreiten selbstgedrehte Videos, um Transparenz zu zeigen oder Verbrauchern ihre Arbeit nahe zu bringen.

Um gute Videos zu machen, reicht es aber nicht unbedingt aus, auf den Videoauslöser des Handys zu drücken. Beispielsweise sind Videos mit schlechtem Ton oft Folter für die Ohren. Solch einen Film hat der Onlinezuschauer schnell weggeklickt. Vor allem für Videoblogs lohnt es sich in ein externes Mikrofon zu investieren. Das muss nicht teuer sein. Mit einem Handy-Stativ oder Selfie-Stick und einem Lavalier-Mikrofon lassen sich ohne viel Aufwand gute Aufnahmen realisieren. Diese Technik erhält man schon für unter 100 Euro (siehe Seite xx).

Etwas komplexer ist die Nachbearbeitung von Videoaufnahmen. Hierfür braucht es eine Schnitt-Software oder eine spezielle Handy-App zum Editieren und das Know-How diese zu bedienen. Das Angebot an Anwendungen reicht von Apps, die den Schnitt praktisch per Knopfdruck automatisch erledigen (z.B. Quik) bis hin zu manueller Bild- und Tonbearbeitung.

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Die Nachbearbeitung der gedrehten Videos braucht ein bisschen Zeit. Quelle: pixabay

Tipps für Amateure

Damit am Ende ein gelungenes Video entsteht, ist es ratsam, sich vor der Aufnahme zu überlegen: Was will ich zeigen? Was will ich erzählen? Interessiert das meine Zielgruppe/Zuschauer? In welchem Kanal soll das Video laufen?

Bevor es losgeht, sollte der Filmer immer einen kleinen Technik-Check machen. Nichts ist so ärgerlich wie eine schmutzige Linse, nachdem man alles im Kasten hat. Wer seine Videos schneiden will, der sollte beim Dreh die sogenannte 5-Shot-Regel für audiovisuelles Erzählen (siehe S. xx) befolgen. Wilde Kamerabewegungen (Schwenks, Zooms, Kamerafahren) gilt es zu vermeiden. Das Filmen mit Stativ erlaubt ein ruhiges Bild.

Außerdem gibt es auch einige rechtliche Dinge zu beachten, vor allem wenn fremde Personen im Video zu sehen sind. Hier muss unbedingt eine Einverständniserklärung der zu Sehenden vorliegen. Vorsicht bei Musik: Die Verwendung lizenzpflichtiger Lieder kann teuer werden. Youtube bietet deshalb lizenzfreie Musikdateien für Videos zum Download an. Bei Drohnenkameras ist eine spezielle Modellflug-Haftpflicht nötig.

Wer sich an diese Regeln hält und die empfohlene Technik zur Hand nimmt, kann die Qualität seiner Handy-Videos enorm steigern.

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Mit unseren Tipps und Tricks könnt ihr eure Videoqualität steigern. Quelle: Eberstein

Checkliste vor dem Video-Dreh

  • Ist genug Speicherplatz auf dem Gerät?
  • Ist der Akku ausreichend aufgeladen?
  • Ist die Kameralinse sauber?
  • Ist das Handy im Flugzeugmodus (um Störgeräusche zu vermeiden)?
  • Soundcheck: Nimmt das Handy Ton auf?
  • Wie ist die Tonsituation vor Ort (Lassen sich störende Geräusche vermeiden)?
  • Gegenlicht vermeiden: Wie ist die Lichtsituation vor Ort? Wo ist die Lichtquelle?
  • Schönen oder spannenden Bildausschnitt gewählt? Kamerastativ zu nah oder zu weit weg?
  • Sind Dinge im Bild oder im Hintergrund, die nicht zu sehen sein sollen?
  • Ist der Bildfokus richtig gesetzt (Fokus manuell einstellen)?
  • Habe ich das richtige Format gewählt (Hoch- oder Querformat)?

 5-Shot-Technik

Bei der 5-Shot-Technik (shot = Einstellung) wird die Situation in fünf unterschiedliche Bilder aufgelöst. Die Methode orientiert sich daran, wie Menschen die Umwelt wahrnehmen. Somit hat der Zuschauer das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Die Reihenfolge muss nicht unbedingt so eingehalten werden.

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Unsere Bloggerin Friderike geht nach der 5-Shot-Technik vor. Quelle: Eberstein

Die 5-Shot-Einstellungen:

Bild 1: Detailaufnahme

Bild 2: Nahaufnahme des Gesichtes der Hauptperson bzw. des Gegenstandes

Bild 3: Totale zur sogenannten Verortung der Szene.

Bild 4: Der Blick aus der Perspektive der Hauptperson.

Bild 5: „Beauty-Shot“ – eine ungewöhnlichen Perspektive (z.B. Frosch- oder Vogelperspektive)

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Ungewöhnliche Positionen und Einblicke machen Videos besonders. Quelle: Eberstein

 App-Empfehlungen vom Experten Matthias Süssen

Apps  für Iphone:

  • Aufnahme: ProMovie Recorder, Filmic Pro
  • Videobearbeitung: Splice, Quik, iMovie, Kinemaster

Apps für Android

  • Aufnahme: Cinema 4K, Camera MX, Filmic Pro
    Videobearbeitung: Quik, Kinemaster (Pro Video Editor),  Cute Cut, VlogIt

PC Schnittsoftware

  • Windows Movie Makers, Adobe Premiere Pro oder Elements, ShotCut

Mac Schnittsoftware

  • iMovie; Final Cut

 Starterkit für Vlogger

  • Stativ
  • Kopfhörer
  • Selfiestick
  • Lavalier-Mikrofon: Ansteckmikro

Formate Kanäle

  • Facebook: Hoch- oder Querformat, Texteinblendungen
  • Youtube: Querformat
  • Instagram: Hochformat, max. 15 Sekunden Länge pro Video
  • Snapchat: Hochformat, max. 10 Sekunden Länge pro Video

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