Der erste Schnitt

Wann ist der richtige Zeitpunkt, worauf achten und welche Fehler vermeiden – Friderike gewährt Einblicke in ihre Grasschnitt- und Silierabläufe bei der Grundfutterernte.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Käse, Kühe und Kinder.

Friderike bloggt aus Niedersachsen über Käse, Kühe und Kinder.

Liebe Hofhelden,
wir sind schon wieder mitten im Mai.
Das bedeutet für mich: Aufpassen wann das Gras das erste Mal geschnitten werden kann.
Der beste Zeitpunkt dafür ist, wenn die meisten Gräser ihre Rispen schieben,
wenn sich das Gras also auf das blühen vorbereitet.
In diesem Stadium enthält das Gras die meiste Energie und hat die beste Struktur, denn wir möchten Grassilage machen, da darf die Pflanze bei der Ernte noch nicht zu alt und „verholzt“ sein.
Am wichtigsten beim 1. Schnitt ist gutes Wetter, wir benötigen mindestens 3 Tage ohne Regen und am liebsten mit Sonne und Wind.
Denn auf unserem Hof machen wir kein Grassilo sondern wickeln einzelne Ballen, dies benötigt etwas mehr Zeit und Konzentration.
Wir fahren dieses System schon seit Jahren und haben es im Laufe der Zeit perfektioniert.
Unsere Flächen sind sehr unterschiedlich vom Reifegrad, zudem sind sie teilweise sehr steil und hängig, dies erschwert die Arbeit mit Häcksler und Ladewagen.

Mit eigenem Mähwerk, Wender, Schwader und Presse sind wir unabhängig bei der Grasernte. Quelle: Tecklenburg
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Doch der größte Vorteil unserer Ballen ist die Unabhängigkeit, denn wenn das Wetter gut ist, dann möchten alle ihr Gras ins Silo fahren und der Lohnunternehmer kann immer nur einen Landwirten bedienen.
Wir hingegen besitzen vom Mähwerk über Wender und Schwader bis hin zur Presse, alle Maschinen selber.
Somit können wir selber entscheiden wann wir losfahren und können dann aufhören wenn wir fertig sind, ohne Druck und Gedrängel von anderen.

Mit dem Schwader legen wir das Gras in lange Reihen. Quelle: Tecklenburg

Nun kann es losgehen, um tote Kitze zu vermeiden haben wir die Wiesen ein paar Tage lang beobachtet und haben sie von den Jägern einmal mit dem Hund absuchen lassen.
Jetzt kann das Mähen beginnen, anschließend wird gewendet um das Gras breitflächig zu verteilen, damit es besser trocknet.
Durch den großzügigen Regen vor einer Woche ist der Ertrag spitze! Somit mussten wir sogar ein zweites Mal wenden und das Gras länger liegen lassen, damit es trocken genug wird.
Nun kommt der Schwader um lange Grasbahnen zu ziehen, die die Presse in große Ballen verwandelt.
Der letzte Schritt ist das einsammeln und markieren der Ballen, damit wir im Winter auch noch wissen welcher Schnitt in den Ballen ist.

Zum Schluss sammeln wir die Siloballen ein und bringen sie auf den Hof. Quelle: Tecklemburg

Leider kam uns der Regen in die quere und wir mussten unterbrechen. Nun fehlen uns noch etwa 20 ha die bei der nächsten guten Wetterlage gemäht werden müssen.
Neben unseren Dauergrünland haben wir auch Feldfutter angebaut, das ist Gras, dass als Zwischenfrucht vor Mais gedrillt und geerntet wird.
Auf dem ersten Foto könnt ihr sehen, das Gras stand mir bis zur Hüfte.
Eine Menge qualitativ hochwertiges Futter, da werden sich unsere Kühe freuen.

Eure Friderike

 

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