Das perlt!

Der 24-jährige Georg besucht regelmäßig Craftbeer-Festivals – nicht nur privat, sondern vor allem beruflich.

Der Trend zu den stark gehopften Craftbieren wird laut Georg Amberger in Deutschland immer beliebter. Viele kleine Brauereien haben angefangen, Craftbier zu brauen. Einige große kaufen solche Brauereien auf oder brauen ihr eigenes Craftbier.
„Das Tolle an diesen Bieren ist, dass keines schmeckt wie das andere. Alle haben ihr eigenes Aroma; die Vielfalt ist das Besondere“ erklärt der Hopfenbauer. Man müsse es aber mögen, es sei kein „Volksbierfest“. Das zeigt sich auch im Preis dieser Biere, den der höhere Aufwand beim Brauen rechtfertigt.

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Georg baut Hopfensorten für Craftbeer an. Foto: Heudorfer

Um die Craftbiere zu brauen, wird zum einen mehr Hopfen gebraucht und zum anderen besondere Sorten. Die Nachfrage steigt, Hopfen ist deshalb im Aufwind. Das ist einer der Gründe, warum Georg Amberger es wagt, in den Hopfenanbau zu investieren. 2014 ist er in den Betrieb seines Vaters eingestiegen. Er vergrößerte die bestehende Hopfenfläche von zehn Hektar auf inzwischen 28 Hektar. 20.000 bis 25.000 Euro muss ein Hopfenbauer in die Hand nehmen, um 1 ha neuer Fläche anzulegen – nur für Masten und Drähte, die eigene Arbeitszeit nicht eingerechnet. Alles in allem so „ein höherer sechsstelliger Betrag“ zusammen, rechnet der junge Mann vor.

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Für 1 ha Masten und Drähte muss ein Hopfenbauer 20.000 bis 25.000 Euro in die Hand nehmen. Foto: Heudorfer

Georg Amberger wird in einigen Jahren den gesamten Betrieb übernehmen, im Moment ist dieser noch geteilt. Er ist für den Hopfen verantwortlich, sein Vater für 30 ha Ackerland und 35 ha Wald. Für Georg war es eine Umstellung, „Chef“ zu sein, und etwa abends, wenn man vom Traktor steigt, noch mal ins Büro zu müssen. „Aber dieser Beruf ist, was ich machen will.“ Deshalb nimmt er das gerne in Kauf.

Bisher wachsen auf Ambergers Hopfenplantagen zwei Aromasorten und zwei Bittersorten. Im Herbst wird er auf einem Teil der Fläche eine neue, besondere Aromasorte aus den USA pflanzen. Außerdem möchte er auf Hallertauer Züchtungen zurückgreifen. „Die schmecken zum Beispiel nach Mandarine.“ Dank des Reinheitsgebots darf in deutsches Bier nur Hopfen und Malz. Mit dem Aromahopfen bekomme man aber eben auch andere Geschmäcker in die Biere. „Die schmeckt man zum Teil sehr stark heraus“, weiß Georg Amberger.

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Im Moment wachsen Aroma- und Alfasorten auf seinem Betrieb, bald wird Georg sie mit Special-Flavour-Sorten ergänzen. Foto: Heudorfer

Georg widmet auch einen Teil seiner Freizeit dem Hopfen. Er ist zweiter Vorstand im Ring junger Hopfenpflanzer. Der organisiert nicht nur zahlreiche Gelgenheiten zum fachlichen und privaten Austausch, sondern bringt auch einen Kalender heraus. Die „Hopfenperlen“ zeigen jedes Jahr, was Hopfenbauers Töchter zu bieten haben. Von der Qualität könnt ihr euch auf der Facebook-Seite des Kalenders überzeugen.

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