Für Karina ist die Geburt der Kälber immer ein ganz besonderer Moment. Wie die Geburt abläuft und welche Arbeiten Karina dabei übernimmt, erzählt sie hier.

Das Kalb ist da – und weiter?

Für Karina ist die Geburt der Kälber immer ein ganz besonderer Moment. Wie die Geburt abläuft und welche Arbeiten Karina dabei übernimmt, erzählt sie hier.

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Bergbäuerin Karina aus der Steiermark.

Hallo an alle!

Wenn eine Kuh kalbt, ist das immer ein wunderschöner Moment für mich, dem ich immer ganz aufgeregt entgegenfiebere. Jeder hat wohl seine eigene Arbeitsroutine rund um die Geburt der Kälber entwickelt. Heute gebe ich euch einen kleinen Einblick, wie meine aussieht.

Wenn das errechnete Datum der Abkalbung näher rückt, beobachten wir die Kuh genau, ob sie Anzeichen auf eine bevorstehende Geburt hat. Sieht etwas verdächtig aus, kommt sie in die Abkalbebox, wo wir regelmäßig nach ihr schauen, wenn nötig auch nachts. Manche Kühe wollen während der Geburt absolut ungestört sein, andere wiederum haben mit der Anwesenheit von vertrauten Personen kein Problem.

Die Kuh mit ihrem Kälbchen. Foto: privat

Wenn möglich greifen wir nicht in den Geburtsvorgang ein. Saubere Geburtsstricke liegen trotzdem immer für den Ernstfall parat. Wenn wir bemerken, dass die Geburt losgeht, beobachten wir im besten Fall nur und lassen die Mutterkuh in Ruhe die Arbeit machen. Ist das Kalb endlich da, schauen wir nach, ob es atmet. Wenn es sich nach der Geburt nicht regt, bekommt es sofort eine kalte Dusche, um die Atmung anzuregen. Danach darf und soll dann die frischgebackene Mama ihr Kalb erstmal in Ruhe ablecken und kennen lernen. Vor allem unerfahrene Kühe brauchen manchmal etwas Zeit, bis sie wissen, was zu tun ist.

Nach circa 2 Stunden sollte das Kalb schon stehen können und das Euter suchen, um möglichst früh das lebenswichtige Kolostrum aufnehmen zu können. Je mehr Zeit verstreicht, umso weniger der wertvollen Antikörper können vom Darm des Kalbes aufgenommen werden. Erfahrene Mutterkühe arbeiten teilweise richtig darauf hin, drehen und schubsen das Kalb, bis es endlich aufsteht und das Euter sucht.

Die Abkalbung ist für Karina ein wunderschöner Moment. Foto: privat

Das neugeborene Kalb nimmt das Kolostrum auf. Foto: privat

Bei den meisten helfe ich aber nach, indem ich dem Kalb helfe, zum Euter zu finden und ihm zeige, wie es an den Zitzen saugt. Im Idealfall steht die Mutterkuh dabei ruhig. Manche sind aber so aufgeregt, dass sie einfach nicht stillhalten wollen und sich die ganze Zeit herumdrehen. Hilft auch eine Fixierung der Kuh nicht, melken wir etwas vom Kolostrum ab. Wenn man zu zweit ist, ist es auch viel einfacher – einer melkt, der andere gibt dem Kalb die Flasche. Flasche eingeben hat sich in den letzten Jahren allerdings von der Routine zur Ausnahme entwickelt.

Karina hilft dem Kalb das Euter zu finden. Foto: privat

Außerdem desinfiziere ich den Nabel des Kalbes mit Blauspray. Bei Bedarf bekommt die Kuh eine Calcium-Phospor-Lösung und das Kalb etwas Selen. Dass die Kälber möglichst früh trinken, hat noch einen weiteren Grund: Zuletzt muss noch die Nachgeburt geboren werden. Hat das Kalb schon getrunken, kann sich die Kuh ganz in Ruhe hinlegen und die Geburt in Ruhe beenden, bevor das Kalb schon wieder hungrig wird und die Mutterkuh in Beschlag nimmt.

Wie handhabt ihr die Arbeit rund um die Geburt? Finden sich einige Parallelen oder macht ihr alles ganz anders?

Liebe Grüße,

Eure Karina

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