Damit’s nicht daneben geht

Der Zeitpunkt entscheidet – sowohl beim ersten Kuss als auch bei der Maisernte. Das solltet ihr jetzt auf jeden Fall wissen.

Der Experte Prof. Dr. Manfred Hoffmann hat sich des Themas Mais angenommen und erklärt, wann die Zeit gekommen, die Reife erreicht, die Länge am besten und das Korn zerkleinert ist.

Ein Beitrag von Prof. Dr. Manfred Hoffmann

Ein Beitrag von Prof. Dr. Manfred Hoffmann

Erntezeitpunkt: Geerntet wird zu Beginn bis Ende der Teigreife (Gesamtpflanze 28 bis 35 Prozent Trockensubstanz (TS), Kolben 50 bis 55, maximal 60 Prozent TS, Restpflanze 18 bis

24 Prozent TS). Der Korninhalt ist teigmehlartig und der Anteil an vergilbten Blättern minimal (max. 25 Prozent). Der Erntetermin bestimmt nicht nur den TS-Gehalt, sondern auch den Ertrag. Je später der Erntetermin, desto mehr Stärke wird eingelagert. Wenn der TS-Gehalt von 28 auf 35 Prozent steigt, kann man damit rechnen, dass der Ertrag um 8 bis 10 Prozent nach oben geht. Der Stärkegehalt liegt unter diesen Bedingungen bei 320 bis 350 g/kg TS.

Amler (2016) hat einen Reifeindex für Silomais (SRI) erarbeitet, mit dem der optimale Schnittzeitpunkt festgelegt werden kann:

SRI = TS-Gehalt im Korn in % : TS-Gehalt der Restpflanze in %

Der SRI soll dabei größer 2,8 sein.

Schnitthöhe: Für Maissilagen als Hauptkomponente liegt sie bei 20 bis 25 cm. Besteht die Gefahr von Schimmelbefall, sollte eher ab 35 bis 40 cm geschnitten werden. Sollen Maissilagen Grassilagen ergänzen, lässt sich durch einen Hochschnitt (mehr als 35 cm Schnitthöhe) die Energiekonzentration erhöhen.

Die Häcksellänge: Sie ist ein weiteres wichtiges Merkmal. Alle Versuche und praktischen Erfahrungen haben gezeigt, dass eine theoretische Häcksellänge von 6 bis 8 mm die günstigsten Bedingungen für die Verdichtung im Silo und für die Strukturwirksamkeit bringt. Die Annahme, dass bei längerem Häckselgut die Strukturwirkung besser wird, ist ein Irrtum.

Kornzerkleinerung: Mit steigendem Reifegrad nehmen hier die Probleme zu. Während zu Beginn der Teigreife noch ein Beschädigen der Körner ausreicht, ist bei fortgeschrittenem Reifegrad ein wesentlich intensiveres Zerkleinern nötig.

 

Den gesamten Beitrag von Prof. Dr. Manfred Hoffmann mit weiteren Informationen lest ihr in der Juli-Ausgabe der dlz primus Rind.

One Comment

  • Dr. Amler

    1. Februar 2017 at 8:00

    Der ökophysiologisch fundierte Erntezeitpunkt für Mais aller Nutzungsrichtungen ist bei maximalem Reifeverhältnis von Korn zu Restpflanze gegeben. Umweltstabile Sorten weisen bei Beginn der optimalen Reife ein Reifeverhältnis von SRI 2,6 und höher aus. Aspekte der Umwelt und Ökonomie werden bei einem Silomais-Reifeindex (SRI) von 2,8 erfüllt. Dies ist der Referenzreifepunkt für alle Nutzungsrichtungen, damit wird das Maissortiment durch den Anbauer stark eingeschränkt. Der SRI kann auch den Sortentyp, die Anbauverhältnisse und Umwelteinflüsse quantifizieren. Die Sortenwahl ist exakt durchführbar mit dem SRI.

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