Vor ihrer Entscheidung für oder gegen eine Hofübernahme will Christina weitere Erfahrungen sammeln. Während eines Urlaubssemesters arbeitet sie als Vollzeit-Angestellte auf dem elterlichen Betrieb. Ob das gut geht, berichtet sie hier.

Als Angestellte bei den Eltern

Vor ihrer Entscheidung für oder gegen eine Hofübernahme will Christina weitere Erfahrungen sammeln. Während eines Urlaubssemesters arbeitet sie als Vollzeit-Angestellte auf dem elterlichen Betrieb. Ob das gut geht, berichtet sie hier.

Christina kommt von einem landwirtschaftlich-gastronomischen Hof, hat ihren Bachelor in Betriebswirtschaftslehre in der Tasche und steht nun vor der Frage aller Fragen: "Soll ich den Betrieb übernehmen oder nicht?" Auf Hofheld nimmt sie Dich mit auf den Weg zu ihrer Entscheidung, inklusive Sackgassen, Umwegen, Pannen, Schnellstraßen und wunderbaren Ausblicken.

Christina aus Nordrhein-Westfalen

Hallo ihr fleißigen Hofhelden,

nachdem mich nun mein erarbeitetes Visionsplakat stets von meiner Wand anlächelte und aufforderte, die Gelegenheit beim Schopf zu packen, entschied ich mich erst einmal weitere Erfahrungen für eine fundierte Entscheidungsfindung zu sammeln.

Und dies kann man während eines Studiums nicht besser machen, als in einem sogenannten Urlaubssemester die frei verfügbare Zeit für wirklich wichtige Dinge im Leben zu nutzen. Deswegen habe ich all meine Sachen gepackt und bin wieder in mein Kinderzimmer im beschaulichen Brüggen gezogen. Und dort stand ich nun: Mitten in der Vorbereitung für die anstehende Spargelsaison und in einer anderen Position als sonst – nämlich als Vollzeit-ANGESTELLTE!

Damit die Zusammenarbeit zwischen meinen Eltern oder jetzt passender: meinen Chefs und mir funktionieren konnte, hatte Yvonne mir in dem vorangegangenen Coaching ans Herz gelegt, vorab meine Aufgabengebiete und Zuständigkeitsbereiche abzusprechen. Denn schließlich habe ich schon bisher meine Eltern an den Wochenenden unterstützt. Nun aber 24h professionell als Angestellte und privat als Tochter mit meinen Chefs und Eltern zusammen zu sein war eine neue Herausforderung – insbesondere nachdem ich ja eigentlich schon ausgezogen war.

Die gegenseitigen Erwartungen formulieren

Um uns Dreien den Weg etwas zu ebnen, hat meine Schwester Kathrin, die wegen eines eigenen Praktikums zu der Zeit auch in der Nähe war, eine Art Workshop mit uns gemacht. Zu dessen Vorbereitung sollten meine Eltern und ich jeweils getrennt Fragen wie „Was erhoffst du dir von der Zeit im Genholter Hof?“/“Was erhofft ihr euch von Christinas Zeit im Genholter Hof?“, „Was macht dir/euch Angst?“ oder „Was muss passieren, damit die nächsten Monate für dich/euch erfolgreich verlaufen?“ beantworten. Zuerst war ich unsicher, ob meinen Eltern das zu viel „Neumodischer Kram“ sein könnte und ich doch lieber einfach arbeiten sollte. Aaaaber zu meiner Überraschung war es ihnen ebenfalls wichtig, organisiert und einigermaßen reflektiert in die gemeinsame Zeit zu gehen. Profitieren konnten wir nur alle gemeinsam davon. Denn je sicherer ich in meiner Entscheidungsfindung wurde, desto einfacher würde mir diese doch fallen, oder?

Aber zurück zu dem Workshop: Kathrin hat unsere im Vorfeld beantworteten Fragen ausgewertet und so ausgearbeitet, dass sie uns die eigenen Erwartungen und die der anderen Seite anschaulich präsentieren konnte. Dazu haben wir uns zu viert zusammengesetzt und die Auswertung besprochen. Ziel des Ganzen war es, dass alle Beteiligten die Ansichten der Gegenüber kennen- und verstehen lernen konnten. Im Zuge dessen haben wir auch meinen Aufgabenbereich abgestimmt, der meinem Alltag als mögliche Selbstständige angelehnt war. Neben den praktischen Tätigkeiten im Service fielen mir auch Teile des Büromanagements, Social Media sowie die Personalplanung für die gesamte Saison zu.

Vor ihrer Entscheidung für oder gegen eine Hofübernahme will Christina weitere Erfahrungen sammeln. Während eines Urlaubssemesters arbeitet sie als Vollzeit-Angestellte auf dem elterlichen Betrieb. Ob das gut geht, berichtet sie hier.

Meine Schwester Kathrin (2.v.r.) half uns, unsere Erwartungen zu formulieren. Foto: privat

Das professionelle Verhältnis zwischen meinen Eltern und mir haben wir durch den Workshop gut skizzieren können. Aber was mir noch Sorgen bereitete, waren unsere Mitarbeiter. Denn wie konnten wir erklären, dass ich „nur“ ein halbes Jahr zum „Schnuppern“ Vollzeit in den Betrieb komme? Und dies keinesfalls bedeutete, dass ich mich damit definitiv FÜR eine Nachfolge entschieden hatte. Wie wir dies kommuniziert und unsere Mitarbeiter darauf reagiert haben, berichte ich euch im nächsten Beitrag! Zunächst gibt es aber einen kleinen Exkurs: – Im nächsten Beitrag wird meine Schwester Kathrin ein paar Eindrücke aus dem Workshop und ihrer Rolle während meines Findungsprozesses schildern! Seid gespannt – ich bin es auch 😊

Bis dahin wünsche ich euch weiterhin gaaaanz viel Regen und sende liebe Grüße aus Brüggen,

Eure Christina

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