Checkliste: Ergonmischer Melkstand

Wenn das Drumherum stimmt, gehen Arbeiten leichter und effektiver von der Hand – das gilt auch für die Melkarbeit. Wie Du Deinen Melkstand so gestaltest, dass sich Mensch und Tier wohlfühlen, liest Du hier.

Vor dem Melkstand

⊗ Hier sollten funktionelle Sozialräume vorhanden sein, im besten Fall mit Fußbodenheizung, Desinfektionsmittelspendern und Toilette.

⊗ Es gibt dort die Möglichkeit Arbeitskleidung und Stiefel über Wärmeplatten, Heizungen oder Plattenheizkörpern trocknen zu lassen.

Der Melkstand

⊗ Vor allem für ältere Menschen, die im Melkstand arbeiten ist der Zugang ebenerdig angelegt.

⊗ Sammle die feuchten Einwegtücher oder Euterlappen in mobilen Körben, Einkaufskörben oder Eimern, um Wege zu sparen. Im Melkstand kannst Du sie auf Arbeitshöhe ziehen.

⊗ Verzichte auf störende, festangebrachte Dosierspender für Tücher.

⊗ Abflussrinnen sind nicht in der Mitte des Melkstandes sondern jeweils auf beiden Seiten installiert.

⊗ Um die manuelle Melkarbeit und damit die melkende Person zu entlasten, sind Nachmelktechniken oder Haltearme Teil des Melkstands.

⊗ Der Melkstand ist so gebaut, dass sich die Zitzen etwa in Schulterhöhe befinden.

⊗ Bei ständig wechselnden melkenden Personen wird auf einen Hubboden im Melkstand gesetzt, der die Mitarbeiter auf die richtige Arbeitshöhe hebt.

⊗ Ein Gummimelkstandboden ist eingebaut, um die Gelenke beim langen Stehen zu schonen und die Rutschgefahr zu reduzieren.

⊗ Rohre oder Stangen hängen nicht auf Augenhöhe, damit die Sicht auf das Euter ohne Bücken oder Kopf schräg legen, gewährleistet ist.

⊗ Für Blindstopfen, Vorgemelk- und Dippbecher gibt es an den Melkplätzen oder zentral Halterungen.

⊗ Einen Wasserhahn oder ein Waschbecken sind im Melkstand zu finden.

⊗ Zudem hängt ein Eimer mit Desinektionsmittel, der Du von Melkplatz zu Melkplatz mitnehmen kannst, bereit, um wenigsten die Vormelkhand zu desinfizieren.

⊗ Acht auf ausreichend und vor allem gutes Licht:

  • die Lichtplatten im Dach sind so angeordnet, dass die melkende Person nicht unmittelbar darunter steht, damit es im Sommer nicht zu warm wird,
  • seitliche Fenster oder Rolltore über die gesamte Wandbreite sind im Idealfall vorhanden,
  • bei künstliche Lichtquellen werden kältere Lichtfarben (kaltweißes Licht mit hohem Blauanteil) für eine höhere Konzentration und besseres Arbeitsumfeld eingesetzt,
  • es sind ausreichend Lampen vorhanden, direkt über der Melkergrube installiert,
  • und Melkstand und Vorwartehof sind mit gleich stark ausgeleuchtet, da Kühe ungern vom Hellen ins Dunkle gehen.

⊗ Ein gutes Arbeitsklima im Sommer erreichst Du über ausreichend Öffnungen.

⊗ Wird es doch zu warm, stehen Ventilatoren im Ausgangsbereich bereit.

⊗ Auf Lüfter im Eingangsbereich wird verzichtet, damit die Tiere nicht im Lüftungsstrom vor dem Melkstand stehen bleiben und nicht nur zögerlich herein kommen.

⊗ Auch gegen zu niedrige Temperaturen bei der Arbeit im Winter wird etwas getan:

  • Neben Gasstrahlern oder elektrischen Heizlüftern finden Dunkelstrahler (Infrarotlicht) und Heizpaneelen Verwendung.
  • Fußbodenheizungen werden dann genutzt wenn nicht mit zu viel Wasser im Melkstand gearbeitet wird, damit die ganz Wärme durch das Wasser nicht abgeleitet wird.
  • Über Rolltore lässt sich der Melkstand verschließen und vor eisigen Temperaturen schützen.

⊗ Kleine, gut zu reinigende Schränke im Melkstand bieten Abstellplatz für Medikamente oder auch mal etwas zu trinken.

⊗ Die Lärmbelastung durch Pulsation, zischende Regelventile, lärmende Vakuumpumpen, Stallarbeiten und vor allem die automatische Melkzeugzwischendesinfektion als großer Stressfaktor wird im besten Fall durch einen Melktechnikkeller reduziert.

Weitere spannende Informationen findest Du auf agrarheute.com und in der Juliausgabe von agrarheute.

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