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Axel Roth hat bereits zweimal am Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend (BWB) teilgenommen. So hat er sich ein einzigartiges Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut, die richtig Lust auf Landwirtschaft haben.

Der Berufswettbewerb: Eine extra Portion Motivation

Axel Roth hat bereits zweimal am Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend (BWB) teilgenommen. So hat er sich ein einzigartiges Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut, die richtig Lust auf Landwirtschaft haben.

Die Sonnenstrahlen fallen durch den Lichtfirst im Milchviehstall. Sie haben sich durch die Wolkendecke gekämpft. Angestrahlt vom warmen Licht macht Axel Roth seinen Kontrollgang bei den Fleckviehdamen. Bezüglich Licht, Wind und Temperatur lässt sich in dem Stall im oberfränkischen Coburg schon einmal nichts aussetzen. Das weiß Axel spätestens seit 2017, als er am Berufswettbewerb der deutschen Landjugend (BWB) teilgenommen hat. Denn unter anderem führte ihn genau diese Aufgabe, den Kuhkomfort in einem Stall zu untersuchen, zum Bundessieg. Damals galt es, einen fremden Stall bezüglich des Tierwohls zu untersuchen.

Axel Roth hat bereits zweimal am Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend (BWB) teilgenommen. So hat er sich ein einzigartiges Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut, die richtig Lust auf Landwirtschaft haben.

Axel Roth hat 2017 den Berufswettbewerb in der Sparte Landwirtschaft ll gewonnen. Foto: Eberstein

„Der Weg zum Sieg hat bei mir über vier Jahre gedauert“, sagt der 23-Jährige. 2013 hat er zum ersten Mal am BWB teilgenommen. Damals erkämpfte sich in der Sparte Landwirtschaft l jeweils den zweiten Platz beim Kreis- und Bezirksentscheid, den Sieg im bayerischen Landesentscheid und schließlich den vierten Platz im Bundesentscheid.

Filter für Gleichgesinnte

„Damals galten noch die besten fünf als Bundessieger. Daher durfte ich das Programm mitmachen, das der Bund der Deutschen Landjugend für die Sieger immer auf die Beine stellt“, sagt der junge Landwirt. So war er zusammen mit den Siegern der anderen vier Sparten in Bonn an der Andreas-Hermes-Akademie zum Persönlichkeitscoaching und Knigge-Kurs, in Berlin auf der Grünen Woche, zur Bildungsreise in Brüssel und natürlich bei der offiziellen Siegerehrung des BWB beim Deutschen Bauerntag.

Axel Roth hat bereits zweimal am Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend (BWB) teilgenommen. So hat er sich ein einzigartiges Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut, die richtig Lust auf Landwirtschaft haben.

Seit dem Berufswettbewerb betrachtet Axel seinen eigenen Betrieb kritischer. Foto: Eberstein

Vor allem hat ihn die motivierende Atmosphäre beim Berufswettbewerb gepackt. „Man hat da lauter Leute um sich rum, die richtig Lust auf Landwirtschaft haben. In der Berufsschule sind auch immer welche dabei, die eigentlich nur dort sind, weil sie es aus irgendeinem Grund müssen. Beim BWB und vor allem bei den weiterführenden Entscheiden sind hingegen nur die dabei, die leistungsmäßig einen gewissen Ansporn haben und einfach Lust auf ihren Beruf und das Landleben haben. Der Berufswettbewerb wirkt dadurch wie ein Filter, mit dem man auf Leute trifft, mit denen man sich schon von Grund auf gut versteht, weil alle in die gleiche Richtung gehen.“

Blick über die Betriebsgrenzen

Seine erste Teilnahme am BWB hat ihn so sehr begeistert, dass er 2017 unbedingt noch einmal teilnehmen wollte. Als Meisterschüler konnte er in der Sparte Landwirtschaft II teilnehmen, in der man nur als Team antreten darf. So kämpfte er sich mit seinem Mitschüler Felix Wachsmann bis zum Bundesentscheid, aus dem die beiden als Sieger hervorgingen.

Axel Roth hat bereits zweimal am Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend (BWB) teilgenommen. So hat er sich ein einzigartiges Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut, die richtig Lust auf Landwirtschaft haben.

Eine Aufgabe beim BWB 2017 war unter anderem, einen Lehrling am Pflug zu unterweisen. Foto: Fischer

Der Berufswettbewerb half Axel, seinen Horizont zu erweitern – und tut es immer noch. „Als ich mich auf die Entscheide vorbereitet habe, habe ich schon auch über unseren eigenen Betrieb nachgedacht. Seit der Vorbereitung auf die Tierkomfort-Beurteilung laufe ich zum Beispiel mit ganz anderen Augen durch unseren Milchviehstall“, sagt er. Seitdem hat er nie wieder vergessen, dass die optimale Lux-Zahl im Milchviehstall tagsüber 100 bis 150 Lux beträgt.

Wandel durchlaufen

Ob er dank des Berufswettbewerbs etwas besser kann? „Oh ja! Referate und Vorträge haben mir noch nie wirklich gelegen. Und sowas kann man eigentlich nur mit Üben ablegen, da hat mir der BWB definitiv geholfen“, sagt er. Denn auch eine Präsentation gehört zu den Prüfungsaufgaben beim Berufswettbewerb.  Die Steigerung von der Präsentation im Kreisentscheid 2013 bis zur Präsentation im Bundesentscheid 2017 haben ihm die Prüfer ganz klar widergespiegelt: Beim ersten Mal sagte der Richter, dass man schon merke, dass Axel nicht gerne präsentiere. Beim letzten Mal lobte der Prüfer die Vortragsweise hingegen ausdrücklich.

Axel Roth hat bereits zweimal am Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend (BWB) teilgenommen. So hat er sich ein einzigartiges Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut, die richtig Lust auf Landwirtschaft haben.

Dank des Berufswettbewerbs hat Axel kein Problem mehr mit Präsentationen. Foto: Eberstein

„Der Wandel von ‚Vortragen ist gar nicht dein Thema‘ bis hin zu ‚Das war wirklich klasse‘ war schon echt cool. Außerdem hilft mir das ja auch im Berufsleben und im Ehrenamt weiter“, sagt der 23-jährige, der sich bei der Landjugend auf Orts- und Kreisebene engagiert, im Ring junger Landwirte, bei der Jagdgenossenschaft, als Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) und im Landesfachausschuss des BBV für Bildung und Beratung.

Deutschlandweites Netzwerk

Auch das deutschlandweite Netzwerk junger Landwirte, dass er sich beim Berufswettbewerb aufgebaut hat, kann er für die Entwicklung seiner beruflichen Laufbahn nutzen. „Mit denen, die ich beim BWB kennengelernt habe, rede ich natürlich auch über unsere Betriebe. Ich sehe die Entwicklungen ihrer Höfe und sehe und höre von vielen Möglichkeiten und Wegen.“ So kann er seinen eigenen leichter finden. „Wenn ich einmal entscheide, wie wir zum Beispiel mit der Tierhaltung weitermachen, kann ich mich von den verschiedenen Betriebskonzepten inspirieren lassen.“

Darüber hinaus motiviert ihn die positive Stimmung dieses Netzwerks junger, engagierter Landwirte zusätzlich für seinen Beruf. „Die Teilnahme am Berufswettbewerb hat mich in gewisser Weise dazu motiviert, nach der Meisterschule auch noch die Höhere Landbauschule (HLS) in Triesdorf anzuhängen. Ich habe gesehen, dass man einfach weiterkommt, wenn man alle Möglichkeiten nutzt, die man bekommt.“

Axel Roth hat bereits zweimal am Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend (BWB) teilgenommen. So hat er sich ein einzigartiges Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut, die richtig Lust auf Landwirtschaft haben.

Auf dem elterlichen Betrieb ist er unter anderem für die Instandhaltung der Maschinen verantwortlich. Foto: Eberstein

Mit seinem Sieg vor zwei Jahren hat er das Kapitel Berufswettbewerb noch nicht abgeschlossen. Axel Roth hat sich als Richter für den BWB-Bundesentscheid 2019 gemeldet, der in diesem Jahr vom 3. bis 6. Juni im bayerischen Herrsching stattfinden wird. „Dann bin ich wieder unter Gleichgesinnten und kann den ganzen Spirit des Berufswettbewerbs noch einmal mitnehmen.“

Weitere spannende Informationen findest Du auf agrarheute.com und in der Maiausgabe von agrarheute.

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