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Das schönste an Brinas Kindheit war, alles zu erkunden und im Dreck spielen zu dürfen. Während ihrer Kindergartenjahre war es auch noch cool, auf dem Bauernhof zu leben. In der Grundschule war das dann allerdings anders.

Bauern stinken! – Was Brina sich als Kind alles anhören musste

Das schönste an Brinas Kindheit war, alles zu erkunden und im Dreck spielen zu dürfen. Während ihrer Kindergartenjahre war es auch noch cool, auf dem Bauernhof zu leben. In der Grundschule war das dann allerdings anders.

Brina berichtet über ihre Ausbildung und ihr Leben in der elterlichen Schäferei.

Brina berichtet über ihre Ausbildung und ihr Leben in der elterlichen Schäferei.

Hey Hofheld,

schön das Du hier vorbei schaust. Heute möchte ich davon erzählen wie es war, auf dem Land und einem Betrieb groß zu werden. Vorab: das sind wieder hauptsächlich meine Erfahrungen, das ist bei jedem anders. Dies ist heute der erste Teil, der zweite kommt demnächst.

Praktisch im Stall groß geworden

Ich bin, wie wahrscheinlich viele andere, quasi im Stall groß geworden. Als ich in den Kindergarten kam, der meines Wissens nach nur bis zwölf Uhr ging, war ich immer wieder froh, am Nachmittag zurück bei den Tieren bzw. im gewohnten Umfeld zu sein. Da war es allerdings noch so, dass es voll cool war, auf einem Bauernhof zu leben und so viele Tiere um sich zu haben.

Das schönste an Brinas Kindheit war, alles zu erkunden und im Dreck spielen zu dürfen. Während ihrer Kindergartenjahre war es auch noch cool, auf dem Bauernhof zu leben. In der Grundschule war das dann allerdings anders.

Ich habe es geliebt, auf dem Bauernhof aufzuwachsen. Foto: Zeitungsausschnitt

Du bist vom Bauernhof, du stinkst und bist dumm

Was hab ich mich so auf die Schule gefreut, das könnt ihr euch garnicht vorstellen. Viele meiner Freunde waren auch in meiner Klasse, aber die meisten kannte ich natürlich gar nicht.

Nach einigen Monaten fing dann dieser eine Schüler an mich zuerst zu ärgern, aber dann ging es schon in Richtung Mobbing. Das Übliche, das gesagt wurde, war:

  • “Du stinkst”,
  • “Du bist dumm, weil du vom Bauernhof kommst”,
  • “Du hast bestimmt irgendwelche Krankheiten”,
  • “Bauern sind hässlich”, und so weiter.

Ich habe mich nie meinen Eltern anvertraut, weil ich genau wusste, dass er das irgendwann von alleine zurück bekommt und außerdem hat mir auch meine Klassenlehrerin geholfen.

Das schönste an Brinas Kindheit war, alles zu erkunden und im Dreck spielen zu dürfen. Während ihrer Kindergartenjahre war es auch noch cool, auf dem Bauernhof zu leben. In der Grundschule war das dann allerdings anders.

Meinen Eltern habe ich von dem „speziellen“ Mitschüler nicht erzählt. Nach dem Schulwechsel war ich zum Glück weg von ihm. Foto: privat

Nach 4 Jahren, wie es so üblich ist, ging es auf die nächste Schule. Viele meiner Klassenkameraden gingen auf andere Schulen, so auch der “besondere” Schüler. Ihr glaubt nicht wie froh ich war … In meiner neuen Klasse fühlte ich mich dann sehr wohl, ich war auch nicht die Einzige, die von der Landwirtschaft begeistert war. Wie es dann weiterging, erzähle ich im nächsten Beitrag.

Hauptsächlich möchte ich denen, die so etwas hören Mut machen. Leider ist Mobbing von Bauernkindern heute fast alltäglich! Das zeigt auch eine Umfrage von agri EXPERTS zu den Erfahrungen von Landwirten mit Mobbing. Meistens haben meiner Meinung nach die Eltern der Kinder versagt, die andere mobben. Schließlich haben die ja scheinbar ein falsches Bild vermittelt.

Ich möchte Mut machen aufzustehen und gegen Mobbing vorzugehen, denn: Das schönste in meiner Kindheit war, alles zu erkunden und im größten Dreck spielen zu dürfen.

Eure Brina

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