Begriffe wie pH-Wert, sauer oder alkalisch sind oftmals nur noch eine dunkle Erinnerung an den ungeliebten Chemieunterricht. Woran es liegt, dass Böden versauern, welche Folgen das hat und was Du dagegen tun kannst, erklärt Johanna von agrarheute.

Warum versauern Böden?

Begriffe wie pH-Wert, sauer oder alkalisch sind oftmals nur noch eine dunkle Erinnerung an den ungeliebten Chemieunterricht. Woran es liegt, dass Böden versauern, welche Folgen das hat und was Du dagegen tun kannst, erklärt Johanna von agrarheute.

Originalbeitrag von Johanna Fry, agrarheute.

pH-Werte werden in eine Skala von 1 bis 14 eingeteilt. Niedrige Werte von 1 bis 6 zeigen ein saures Milieu an, pH-Werte im alkalischen Bereich reichen von 8 bis 14. Wasser ist neutral und liegt mit dem pH-Wert von 7 genau in der Mitte.

Besonders saure Böden finden sich innerhalb Deutschlands in den nördlichen Heideregionen. In diesen sandigen Gebieten kann der Boden das Versauern nicht abpuffern. Die typische Vegetation, Besenheide oder Kiefern, verstärkt den Effekt, indem sie pflanzliche Säuren ausscheidet. Leicht alkalische Böden finden sich in Deutschland eher in Regionen mit kalkhaltigem Ausgangsgestein, zum Beispiel auf der Fränkischen Alb oder in der Rhön.

Versauerung der Böden

Langfristig betrachtet, versauern die Böden Mitteleuropas auf natürliche Weise. Dafür ist Kohlensäure verantwortlich. Sie bildet sich, wenn Regenwasser und CO2 aus der Atmosphäre miteinander reagieren. Dieser Effekt ist typisch für Gegenden mit Niederschlagsüberschüssen. Das andere Extrem, stark alkalische Böden mit hohen pH-Werten, findet sich daher fast nur in regenarmen Regionen, beispielsweise in Südspanien.

Das natürliche Versauern verstärkt sich beträchtlich durch bestimmte Immissionen in der Umwelt. Vor 30 Jahren waren vor allem Schwefeloxide aus Braunkohle- und Industrieabgasen die Hauptverursacher des „sauren Regens“. Heute sind es eher Ammoniak und andere Stickstoffimmissionen (NOx), die die pH-Werte absenken.

Niedrige pH-Werte bringen Bodenleben zum Erliegen

Mit der Zeit wirkt sich dieser Effekt negativ auf die Bodenfruchtbarkeit und die Ertragsfähigkeit aus. Zu niedrige pH-Werte behindern die Pflanzenverfügbarkeit von Nährstoffen. Sie bringen das Bodenleben zum Erliegen. Wertvolle Nährstoffe werden ausgewaschen und vorhandene Schwermetalle mobilisiert. Die Pflanzen reduzieren ihren Stoffwechsel und die Erträge sinken.

Kalken hilft

Je nach Bodenart variiert der natürliche Boden-pH-Wert. Tonhaltige Böden haben optimalerweise einen pH-Wert von 6,5 bis 7 (neutral), während sandige Böden mit rund 5,5 etwas saurer sind. Der Grund dafür sind die Tonminerale. Sie fixieren Nährstoffe im Boden und wirken als Puffer. Das bedeutet, dass sie den pH-Wert über längere Zeit konstant halten. Durch stetiges Versauern lösen sich langfristig aber auch die puffernden Tonminerale auf.

Gegen das Versauern hilft eine regelmäßige Kalkdüngung. Kalk stabilisiert die Bodenstruktur, er verhindert so Verschlämmen und Erosion. Außerdem fördert Kalk das Bodenleben. Aufschluss über den Kalkbedarf gibt eine Bodenuntersuchung. Sind die pH-Werte zu niedrig, ist Aufkalken geboten. Ansonsten reicht eine Erhaltungskalkung im Abstand von etwa drei Jahren.

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