Landjugend Inside

Landjugend Inside

In einer globalisierten Gesellschaft ist es wichtig, sich untereinander auszutauschen. Hofheld-Bloggerin Kathrin Muus war in Berlin auf dem Rural Future Lab und konnte viele interessante Eindrücke sammeln und nette Bekanntschaften schließen.

Kathrin Muus, unsere Bloggerin aus den Reihen der deutschen Landjugend

Kathrin Muus, unsere Bloggerin aus den Reihen der deutschen Landjugend

Hi ihr Lieben,

letzte Woche war es für mich mal wieder Zeit, nach Berlin zu reisen. Dieses Mal für eine ganz besondere Veranstaltung. Ich durfte mich mit über 130 weiteren Jugendlichen aus der ganzen Welt im Rural Future Lab über Landwirtschaft und den ländlichen Raum austauschen.

Angekommen im Hotel, tummelten sich auch schon viele, viele Menschen in der Lobby, denn es sollte auch gleich schon zur ersten Exkursion losgehen: Rein in den Bus – und ab zur Malzfabrik.

Auf dem Gelände der Malzfabrik in Berlin sind verschiedene Unternehmen untergebracht, die alle auf ihre eigene Art versuchen, Urban Farming zu betreiben oder den Städtern den Anbau von Lebensmitteln näher zu bringen.

Urban Farming

Urban Farming in Berlin. Foto: privat

Zunächst hörten wir uns die Ideen der GemüseAckerdemie an. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindern den Anbau von Gemüse näher zu bringen und ihnen Freude an der Arbeit in einem Garten zu vermitteln. Umgesetzt wird dieses Projekt relativ simpel an Schulen und Kindergärten und kostet den Schüler gerade mal 90min Arbeitszeit pro Woche. Auch spannend war ein Spiel, bei dem man online einen kleinen Acker anlegt, der dann aber tatsächlich in der Wirklichkeit bepflanzt und nach den Vorgaben der Spieler bewässert wird. Unter dem #Gameüse sind sie dabei, ihren Bekanntheitsgrad zu erweitern.

Mit Basilikum und Fisch wird Berlin von der Aquaponik-Farm auf dem Malzfabrikgelände beliefert. Hier werden zwei Kreisläufe – die Aquakultur und die Hydroponik – miteinander verbunden, sodass die Fischausscheidungen zum Beispiel als Dünger für die Pflanzen verwendet werden können.

Nach den vielen interessanten Konzeptideen, die auch für mich und nicht nur für die internationalen Teilnehmer neu waren, ging es dann zu einem ersten Get-Together.

Basilikumanbau in Berlin

Basilikum von der Aquaponik Farm. Foto: privat

Für den zweiten Tag wurden wir vorab zu verschiedenen Fahrten in das Umland von Berlin eingeteilt. Mein Bus hatte das Umland von Potsdam zum Ziel gesetzt bekommen. Die Zeit im Bus wurde genutzt, um sich intensiv mit den internationalen Teilnehmern auszutauschen. So saß die ganze Fahrt der Südafrikaner Bishop neben mir, der mir begeistert von seinen 2.000 Hühnern berichtete und gespannt meinen Erzählungen zur Arbeit auf den Betrieben in Deutschland lauschte.

Kathrin und Südafrikaner Bishop

Kathrin mit Bishop aus Südafrika. Foto: privat

Faszinierende Einblicke bekamen wir an dem Tag beim Spargel- und Erlebnishof Klaistow, beim dem von Spargel über Gastronomie und Hofladen bis hin zu Spielgeräten alles zu finden ist.

Faszinierende Eindrücke auf dem Spargelhof

Interessante Einblicke wurden auf dem Spargelhof- und Erlebnishof Klaistow gewonnen. Foto: privat

Danach besichtigten wir einen Milchviehbetrieb, welcher einer der größten Biomilchlieferanten Deutschlands ist. Auch dieser Betrieb faszinierte mit seiner Vielfalt, denn zu diesem Betrieb gehörte zudem noch eine Biogasanlage, ein Bewässerungssystem für die sandigen Böden in der Umgebung, ein Reiterhof und vieles mehr.

Einer der größten Biomilchlieferanten

Besuch eines Bio-Milchviehbetriebs. Foto: privat

Am Abend wurden wir alle offiziell von Minister Müller im Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit begrüßt, den das BMZ war es, welches dieses Rural Future Lab veranstaltet hatte.

Am Mittwoch fand dann der eigentliche Teil der Veranstaltung statt. Gemeinsam durften wir nämlich Forderungen zu den ländlichen Räumen weltweit erarbeiten, die dann am Donnerstag und Freitag im Rahmen der G20-Konferenz präsentiert werden sollten. Doch bevor wir damit starteten, bekamen wir noch etwas anderes zu sehen. Viele der Teilnehmer hatten kleine Präsentationen vorbereitet und berichteten mit sehr viel Enthusiasmus von ihren Projekten und ihrer Arbeit, aber auch von den Problemen in ihrer Heimat.

Danach ging  dann endlich das Diskutieren, Denken und Interagieren los. Zu Themen wie Lebensmittelsicherheit, Infrastruktur, Regierung, Digitale Möglichkeiten usw. haben wir uns ausgetauscht und anschließend die wichtigsten Kernpunkte herausgearbeitet.

rural Future Lab

Internationaler Austausch auf dem Rural Future Lab. Foto: privat

Nach so vielen Diskussionen gab es dann am letzten Abend für alle eine kleine Party, sodass die drei Tage in netter Atmosphäre endeten. Damit war der Berlinaufenthalt für mich auch schon wieder vorbei … aber vielleicht sehe ich den einen oder anderen Teilnehmer bei einer anderen Veranstaltung ja mal wieder.

Bis bald,

Eure Kathrin

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