Wählen

Keine Alternative für Deutschland

25% der Landwirte würden laut einer Umfrage die Alternative für Deutschland (AfD) wählen. Hofheldin Fräulein Deere findet das besorgniserregend und kann’s nicht verstehen.

Julia Gillner alias Fräulein Deere, unsere Bloggerin!

Julia Gillner alias Fräulein Deere, unsere Bloggerin!

Hallo meine Lieben,

im September stehen in Deutschland wieder die Bundestagswahlen an. Der Wahlkampf ist seit geraumer Zeit eröffnet. Viele machen sich Gedanken, welche und warum sie eine bestimmte Partei wählen. Für uns Landwirte sind die agrarpolitischen Aspekte der Wahlprogramme von Bedeutung. So hat agrarheute.com einen „Agrar–O–Mat“ auf der Grundlage einer Befragung von Landwirten erstellt. Hierzu wurden 22 Thesen aufgestellt, zu denen die Parteien CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke) Stellung nahmen. Nur die AfD hat auch auf mehrmalige Nachfrage keine Antworten geliefert.

Wer mich kennt weiß, dass ich ein sozialer und toleranter Mensch bin, solange andere Menschen durch eine „Meinung“ keinen Schaden nehmen bzw. dadurch diskriminiert werden. Nun hat agrarheute das Zwischenergebnis des Wahl– O–Mat veröffentlicht. Eine Zwischenauswertung der Umfrage ergab, dass 25% der befragten Landwirte die AfD wählen wollen. Laut der DLG wählen Landwirte, die sich schlecht vertreten fühlen eher die AfD – was die Partei natürlich freut.

Ich frage mich, wie kann das sein? Bei der AfD komme ich persönlich an die Grenze meiner Toleranz und meines Verständnisses. Was rechtes Gedankengut anrichten kann, wissen wir aus der Geschichte – das könnt ihr auch hier nachlesen.

Ich hab mich mal für Euch durchs Wahlprogramm gekämpft. Für Euch habe ich mich mit den Punkten im Bereich „Landwirtschaft“ befasst.

Die AfD spricht sich in ihrem Grundsatzprogramm wie folgt aus:

  • Gegen den Einsatz von Glyphosat (bis die Unschädlichkeit nachgewiesen ist)
  • Für die gesetzlich vorgeschriebene Haltung von Tieren (bei nicht artgerechter Massentierhaltung in der Landwirtschaft)
  • Tierhaltende Betriebe sind dafür verantwortlich zu machen, dass ihre Produkte frei von Antibiotikarückständen und MRSA-Keimen sind
  • Genehmigung für den Einsatz von Gentechnik in Medizin und Landwirtschaft nur nach sorgfältiger Prüfung und Kennzeichnung gentechnisch veränderter Futter- und Lebensmittel
  • Verringerung der Abhängigkeit von multinationalen Saatgutkonzernen
  • Beendigung der Subventionierung von Biogasanlagen durch Abschaffung des EEG
  • Gegen die Subventionsverteilung nach dem Gießkannenprinzip
  • Für rückstandsfreie Nahrungsmittel und marktgerechte Preise
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Jeder muss für sich entscheiden, wen er wählt. Foto: pixabay

Die Punkte sind an sich nicht neu und kommen in diversen Programmen anderer Parteien auch vor. Für mich erklärt es sich also trotzdem nicht, wie man die AfD wählen kann. Aus Trotz, Rache oder Protest? Die Landwirtschaft hat zwar einen schweren Stand und die Landwirte/Landwirtinnen und ihre Familien stehen unter dem Beschuss der Öffentlichkeit und der Medien. Das alles ist grauenhaft und ich wünschte, dass wir bald die Annerkung bekommen, die wir verdienen – schließlich sorgen wir für volle Kühlschränke. Ich kann und will keinem vorschreiben was er zu wählen hat –  jeder ist für sein Kreuz auf dem Wahlzettel selbst verantwortlich. Bitte bedenkt aber, dass aus Protest gegen die Politiker eine Partei zu wählen, die so stark rechts am Rand steht, nicht die Lösung ist. Es kann auch sein, dass die Wut und der Protestgedanke bald wieder verschwinden, aber gewählt ist gewählt- zumindest bis zur nächsten Wahl in vier Jahren.

Du willst mehr von Fräulein Deere lesen? Kein Problem! Hier geht’s lang.

 

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