Fräulein Deere is not amused

Auch Fräulein Deere kann über die „Neuen Bauernregeln“ gar nicht lachen.

Hallo meine Lieben,

Julia Gillner alias Fräulein Deere, unsere Bloggerin!

Julia Gillner alias Fräulein Deere, unsere Bloggerin!

ein Thema, das viele von uns zurzeit beschäftigt, ist die Plakataktion der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Politik und die Frage „Was wählt man?“ ist immer ein heikles Thema. Ich möchte keinem sagen was, beziehungsweise welche Partei, er zu wählen hat – Folgendes ist meine persönliche Meinung:

Ich bin Biolandwirtin und habe bis jetzt die SPD gewählt. Aber die Plakataktion und die Erklärungsversuche des Ministeriums machen, solange diese Ministerin im Amt ist, die SPD für mich unwählbar. So schwer es mir auch fällt! Ich habe mir auch schon überlegt, in die SPD einzutreten, um mich politisch für die Landwirtschaft zu engagieren. Aber es wird bei Fräulein Deere bleiben. Denn dahinter kann ich voll und ganz stehen.

Einige mögen jetzt sagen: „Du bist doch „Bio“? Warum regst du dich auf?“ Ob Bio oder konventionell, wir haben eins gemeinsam: Wir sind alle Landwirte und führen Betriebe, die zur Ernährung der Bevölkerung beitragen. Ich sehe mich diffamiert, weil ich Landwirtin bin und es nicht lustig oder amüsant finde, über derartige Sprüche öffentlich an den Pranger gestellt zu werden. Dass es in keiner Branche glatt läuft ist klar – es gibt immer schwarze Schafe. Dies rechtfertigt aber nicht die Diffamierung eines ganzen Berufsstandes. Wenn dem Umweltministerium daran gelegen ist, ministeriumsfremde Belange wie Tierwohl zu unterstützen, sei ihm geraten, sich mit dem Landwirtschaftsministerium zusammen zu tun. Sich vor Ort informieren, sich Ställe anschauen, sich persönlich ein Bild machen – so tritt man in den Kontakt mit Landwirten und nicht mit lächerlichen Plakaten.

Ich kann es nicht glauben, dass ein Bundeministerium ernsthaft der Meinung ist, den Austausch so zu fördern. Gewiss müssen einige Bereiche in der Landwirtschaft überdacht und gegebenenfalls reformiert werden. Aber meiner Meinung nach fördert man mit dieser Aktion, dass sich Landwirte aus der Öffentlichkeitsarbeit zurückziehen, dass sie gemobbt werden und dass ein ganzer Berufsstand an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird.

Wir Erwachsenen können uns gegen Angriffe ja noch wehren. Aber, liebe Frau Ministerin, haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie es den „Bauernkindern“ damit geht? Viele Kinder trauen sich jetzt schon kaum noch zu sagen, woher sie kommen, weil oft Hänseleien die Folge sind. Durch diese Aktion verstärkt sich Ausgrenzung im Kindesalter. Kein Wunder also, wenn Kinder sich später gegen die Landwirtschaft entscheiden und einen wesentlich stress- und anfeindungsfreieren Beruf wählen.

Ain't making me laugh

Liebe Grüße

Eure Fräulein Deere

Schreibe einen Kommentar