Ein Kälbchen lässt auf sich warten

Fräulein Deere berichtet Dir heute über die Geburt von Stierkalb Quirin.

Hallo meine Lieben,

eine Geburt ist immer wieder etwas Schönes, ganz egal bei welchem Lebewesen. Bei uns auf dem Hof werden ca. 30 Kälber pro Jahr

Julia Gillner alias Fräulein Deere, unsere Bloggerin!

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geboren. Für manche erscheint das vielleicht nicht viel, aber ich freu mich jedes Mal sehr, wenn die Geburt eines Kalbes ansteht. Am 11.2 hatte Kuh Paula „Zeit aus“, sprich der errechnete Geburtstermin stand an.

 

In der Woche vom 13.2 – 19.2. erwarteten wir das Kalb und hatten deshalb seit Anfang der Woche bei Paula nachts den „Moocall“ angebracht. Der Moocall ist ein Abkalbungssensor, der am Schwanz der Kuh auf Höhe der Scheide angebracht wird. Durch die spezifischen Bewegungen des Schwanzes, die mit dem Einsetzen der Wehen erfolgen, meldet der Sensor die anstehende Geburt über eine App und/oder eine SMS an die hinterlegten Handynummern. Tagsüber nehmen wir ihn jedoch ab, da der Sensor schon etwas fester angebracht werden muss, damit er nicht runterrutscht und somit bei längerem Tragen eventuell einschneiden könnte. Außerdem benötigen wir unterm Tag auch keine „maschinelle“ Überwachung, da wir persönlich regelmäßig nachschauen. Wie macht Ihr das mit der Abkalbungsüberwachung? Mit Kamera, Sensor oder rein personell? Bei uns heißt es jetzt erst mal abwarten bis sich der Moocall meldet oder, bis wir tagsüber beobachten, dass es bei Paula losgeht.

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Am 19.2.2017 war Paulas Euter zwar schon gut angeschwollen – das bedeutet, dass das Euter für das Kalb bereit ist – aber Paula wirt nicht wirklich so, als ob es gleich losgehen würde. Heute früh haben wir zwei Stunden lang den Moocall gesucht, da wir ihn gestern eine Ratsche weiter gemacht haben um den Schwanz nicht so einzuschnüren. Das war zwar gut gemeint, aber dafür hatte sie ihn verloren. Es gibt jetzt von der Firma Moocall ein spezielles Band für schwere Kühe, wie zum Beispiel Fleckvieh und Charolais, das uns mit dem Ersatzgerät zugeschickt wird. Das Austauschgerät benötigen wir, da sich das Gerät nach der ersten Nacht nicht mehr ausschalten lässt.

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Am 20.2. war es soweit – Quirin erblickte das Licht der Welt. Paula war schon nicht mehr zum Fressen im Stall, sondern blieb im Stroh. Beim Kaffetrinken um 10 Uhr schlug der Moocall mit lautem Muhen und Sirenengeheul an. Eine Stunde nach dem Alarm brach die Wasserblase und um 12 Uhr wurde Quirin mit drei Presswehen geboren: Ein gesundes und großes Stierkalb zur Mittagsstunde! Er stand auch ziemlich schnell auf den Beinen und hat seine Portion Biestmilch bei Paula getrunken. Wir haben Paula danach gemolken und hatten so wieder 6 Portionen Biestmilch für den Notfall. Wie macht Ihr das?

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Jetzt muss ich mich wieder auf den Weg in Stall machen, um Quirin zu besuchen, den kleinen „Hahn“ in unsrer Kuhherde.

Liebe Grüße

Eure Fräulein Deere

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