In der Landwirtschaft ist man mehr als nur Arbeitskollegen oder nur Chef. Das Verhältnis ist einfach viel familiärer, als in anderen Berufen. Doch was macht man da, wenn man auf seinem Ausbildungsbetrieb nicht richtig glücklich ist?

Bist Du glücklich?

In der Landwirtschaft ist man mehr als nur Arbeitskollegen oder nur Chef. Das Verhältnis ist einfach viel familiärer, als in anderen Berufen. Doch was macht man da, wenn man auf seinem Ausbildungsbetrieb nicht richtig glücklich ist?

Janne berichtet für Dich über Landwirtschaft aus aller Herren Länder.

Janne berichtet für Dich über Landwirtschaft aus aller Herren Länder.

Hey liebe Hofhelden,

wie meine Blogger-Kollegin Brina schon feststellen musste, ist es gar nicht so einfach, einen passenden Ausbildungsbetrieb in der Landwirtschaft zu finden, wie außenstehende vielleicht vermuten. Klar, das Angebot ist groß und vielfältig. Wo es bei den meisten Berufen auf eine tadellose schriftliche Bewerbung und gute Zeugnisnoten ankommt, liegt der Fokus in der Landwirtschaft in der Chemie. Hä, Chemie? Was meint die denn jetzt?! Die Chemie untereinander meine ich. Das Zwischenmenschliche. Du kannst der motivierteste und am härtesten arbeitende Lehrling sein, aber wenn Du vom Charakter her völlig anders tickst als Dein Chef, wird das zusammen Arbeiten beider Seiten nie richtig entspannt und angenehm sein.

Mehr als nur Kollegen

In der Regel (ok, in Schleswig-Holstein zumindest) wohnt der Lehrling auf dem Ausbildungsbetrieb, den er nach einem Lehrjahr verlässt, um einen anderen Betrieb und dessen Strukturen kennenzulernen. Das Arbeitsverhältnis ist also von vornherein schon auf ein Jahr begrenzt. Aber auch ein Jahr kann verdammt lang werden, wenn man im laufe der Zeit mit dem Chef / den Arbeitskollegen absolut nicht mehr klar kommen sollte. Gründe dafür gibt es etliche.

Doch wann ist der Punkt gekommen, an dem man sich ernsthaft überlegen sollte zu gehen? Oder ob man doch lieber bleibt, weil man genau weiß, dass die anderen dann in Arbeit versinken werden? Ganz radikal könnte man sagen „Ist doch nicht mein Problem wenn ich jetzt gehe und die anderen das nicht schaffen. Muss der Chef sich halt um Ersatz kümmern.“ Aber dann ist da das Gewissen „Die anderen sind dann bestimmt richtig sauer auf mich und erzählen schlechtes über mich.“ In der Landwirtschaft ist man eben mehr als nur Arbeitskollege oder nur Chef. Das Verhältnis von privat und beruflich ist einfach ganz anders. Familiär würde ich sagen.

Zu gehen heißt nicht, zu versagen

Natürlich gibt es Phasen in denen Du bei der Arbeit nicht vor Motivation sprühst, mit dem Chef anderer Meinung bist, keine Lust mehr hast ständig das gleiche zu machen oder Du ausversehen etwas kaputt gemacht hast und ärger vom Chef bekommen hast. Das gehört irgendwo dazu und ist noch lange kein Grund das Handtuch zu schmeißen. Doch wenn in Dir drinnen die Flamme der Leidenschaft für diesen Job langsam erlischt, dann solltest Du dir ernsthaft gedanken machen, bevor es ganz dunkel wird.

In der Landwirtschaft arbeitet man viel und lange und für sehr wenig Geld. Wenn dir dann Deine Arbeit keine Freude mehr bereitet oder Du jeden Morgen mit dem Gedanken „warum mache ich den ganzen Dreck hier eigentlich?!“ aufstehst, dann suche unbedingt Gespräche mit deinem Chef und gib Dir Mühe Deine Einstellung wieder ins positive zu reißen. Doch wenn das alles nichts bringt, dann sei „egoistisch“ und gehe. Egoistisch im Sinne von „bleibe nicht den anderen zu liebe auf dem Hof“, denn damit tust Du DIR absolut keinen Gefallen.

Wenn in Dir drinnen die Flamme der Leidenschaft für den Job Landwirt langsam erlischt, dann solltest Du dir ernsthaft gedanken machen, bevor es ganz dunkel wird. – Janne Richling

Suche Dir einen neuen Betrieb, damit Du morgens wieder mit Freude aufstehst und jeden Moment genießen kannst. Einen Betrieb, in dem es dir egal ist, wenn du eine Stunde länger arbeiten sollst. In dem die Menschen Dich als Person wertschätzen und ernst nehmen. In dem sie sich für Dich interessieren, Dich als vollwertig sehen und nicht als den billigen, dummen Lehrling.

Jeder Mensch ist anders und das ist gut so. Wir müssen nicht mit jedem klippo sein. Rede darüber, wenn Dir etwas nicht gefällt oder du Dich nicht wohl fühlst. Wenn es wirklich nicht passt, dann ist das so und noch lange kein Weltuntergang. Es findet sich etwas passenderes für Dich. Stehe auf. Mach Dich stark. Und vor allem, mache das was Du tust aus Leidenschaft!  Dann weißt Du, Du bist auf dem richtigen Dampfer 😉

Bleibt Euch selbst treu,

Eure Janne

Was Janne im Ausland alles erlebt, findest Du hier heraus!

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