Friderike zieht ein Resumée, inwiefern sich die Corona-Krise bisher auf ihren Betrieb ausgewirkt hat. Ihr Fazit: teils gar nicht, teil positiv und teils negativ. Im Detail erklärt sie das in ihrem Beitrag.

Unser Betrieb in Zeiten von Corona

Friderike zieht ein Resumée, inwiefern sich die Corona-Krise bisher auf ihren Betrieb ausgewirkt hat. Ihr Fazit: teils gar nicht, teil positiv und teils negativ. Im Detail erklärt sie das in ihrem Beitrag.

Liebe Helden vom Hof,

ich gebe es zu: am Anfang habe ich diese ganze Corona Geschichte nicht so ganz ernst genommen. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass wir so etwas wie im Moment erleben werden. Geschlossene Geschäfte, Quarantäne und Mundschutz in der Öffentlichkeit. Doch inwiefern hat sich unser Alltag auf dem Hof geändert?

Auf den ersten Blick nicht viel, denn die Kühe müssen weiterhin gemolken und gefüttert werden. Unsere Arbeit im Stall ist also erst mal die Selbe wie immer. Auch Tierärzte und Lohnunternehmer dürfen auf den Hof kommen. Doch unser Betrieb besteht ja nicht nur aus der Versorgung der Tiere und Felder. Ein ganz wesentlicher Teil sind die Führungen der Besuchergruppen. Diese sind vor den Osterferien erst mal komplett abgesagt worden und nun auch nach den Osterferien trudeln so langsam immer mehr Absagen rein. Wir rechnen eigentlich damit, dass in diesem Halbjahr gar keine Veranstaltung mehr auf unserem Hof stattfinden wird. Und da sind wir bei den ersten Einbußen für uns ganz persönlich, denn die Führungen werden bezahlt und nun bricht dieser Teil schon einmal weg.

Frühlingsgefühle im Milchviehstall von Friderike Tecklenburg: Der Tierarzt kontrolliert bei der regelmäßigen Trächtigkeitsuntersuchung, ob die besamten Kühe und Rinder tragend sind.

Auf fremde Besucher warten Friderikes Mädels erstmal vergeblich. Hofführungen finden bis auf weiteres nicht statt. Foto: privat

Doch es geht noch weiter. Auch das Geschäft mit dem Käse und den Molkereiprodukten in unserem Verkaufswagen hat sich verändert. Gott sei Dank erst mal zum Guten, die Leute haben mehr Zeit und gehen nun verstärkt auf regionale Wochenmärkte und das lässt den Umsatz steigen. Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Wir haben im Verkaufswagen auch unsere Hygienevorlagen zu erfüllen, jedoch ist es mit dem Mindestabstand sehr gut einzuhalten. Draußen ist ja meistens genug Platz, das ist unser Vorteil zu den Geschäften.

Friderike zieht ein Resumée, inwiefern sich die Corona-Krise bisher auf ihren Betrieb ausgewirkt hat. Ihr Fazit: teils gar nicht, teil positiv und teils negativ. Im Detail erklärt sie das in ihrem Beitrag.

Im Käsewagen ist gerade Mundschutz angesagt. Foto: privat

Der nächste Punkt ist der Milchmarkt weltweit oder eben die Abnahme der Molkerei. Anfangs kauften die Menschen mehr, sie hamsterten oder tätigten Panikkäufe. Dazu gehörten unter anderem auch haltbare Milch, Butter und Käse. Doch auf diese Phase folgt die nächste, mit weniger Absatz und vor allem dem wegbrechenden Absatz durch die Gastronomie. Was genau das für Ausmaße annimmt oder Auswirkungen haben wird, kann ich ganz schlecht einschätzen. Es ist daher für mich sehr ungewiss, was der Milchpreis in den nächsten Monaten machen wird. Die Prognosen allerdings stehen wieder sehr schlecht. Das macht nicht unbedingt viel Freude, aber uns bleibt nichts anderes übrig, als das Beste daraus zu machen.

Einen ganz großen Vorteil haben wir allerdings, der mir auch sehr wichtig ist: ich habe einen Garten und einen Hofraum auf dem ich mich immer aufhalten darf. Wir dürfen arbeiten und unseren Alltag relativ frei bestimmen. Ich könnte mir im Moment nicht vorstellen, in einer Stadt in einer 80-m²-Wohnung festzusitzen und den ganzen Tag nichts zu tun zu haben.

Daher haben wir es immer noch gut erwischt.

Bleibt gesund 😉

Eure Friderike

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