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Die Kollegen von agrarheute gehen unbekannten Begriffen und komplexen Sachverhalten nach. Heute erklärt Anne Ehnts, wie die automatische Mähdreschereinstellung funktioniert.

Wie funktioniert die automatische Mähdreschereinstellung?

Die Kollegen von agrarheute gehen unbekannten Begriffen und komplexen Sachverhalten nach. Heute erklärt Anne Ehnts, wie die automatische Mähdreschereinstellung funktioniert.

Niederschlag, Topografie, Druschgut, die Fähigkeiten des Fahrers – wie produktiv ein Mähdrescher arbeitet, hängt von vielen Faktoren ab. Moderne Hochleistungsmähdrescher sind mit einer automatischen Einstellung ausgestattet. Claas führte die Technik 2012 als erstes Unternehmen ein, zunächst für Getreide. Heute bieten alle namhaften Hersteller solche Systeme für alle Druschfrüchte an. Was bei Claas Cemos Automatic heißt, nennt sich bei New Holland Intelli Sense, bei Fendt Ideal Harvest und bei John Deere Interactive Combine Adjustment.

Die Systeme unterscheiden sich im Detail, aber die Idee dahinter ist bei allen gleich: Die Technik entscheidet schneller und besser als der Mensch, welche Einstellung das beste Ernteergebnis bringt. Was aber bringt die automatische Mähdreschereinstellung und wie funktioniert sie?

Kompromiss zwischen Kornqualität und installierter Leistung

Früher musste dafür der Blick vors Schneidwerk, in den Korntank und auf den Boden hinter der Maschine reichen. Heute ist ein Mähdrescher hochkomplex und bietet unzählige Einstellungsvarianten. Fehler dabei führen beispielsweise zu Kornverlusten, Qualitätseinbußen, hohen Kraftstoffkosten oder Trommelwicklern. Neben der Entlastung des Fahrers, ist das eigentliche Ziel der automatischen Einstellung, angepasst an die vorherrschenden Erntebedingungen zu jeder Zeit den wirtschaftlichsten Kompromiss zwischen Kornqualität und installierter Leistung zu finden. Dafür erfassen diverse Sensoren an und in der Maschine permanent die entscheidenden Druschparameter und intelligente Regeltechnik passt die Einstellung der entsprechenden Baugruppen in Echtzeit und vollautomatisch an. Dazu berechnet der Computer mithilfe der Sensorsignale laufend optimale Prozess­modelle.

Wie beim Fahrer kommt es auch hier zu Zielkonflikten: Ein Mehr an Korn- oder Strohqualität geht eventuell zulasten der Durchsatzleistung. Trotzdem kann das die Strategie der Wahl sein, die übrigens noch der Fahrer trifft und am ­Bedienterminal in der Kabine einstellt. Die Strategie verändert sich im Laufe des Tages. Mag es morgens noch darum gehen, möglichst gute Qualität nach Hause zu bringen, kann es mit dem Aufziehen von Regen­wolken plötzlich eine maximale Leistung sein, um möglichst viel trocken in die ­Scheune zu bekommen.

Die Kollegen von agrarheute gehen unbekannten Begriffen und komplexen Sachverhalten nach. Heute erklärt Anne Ehnts, wie die automatische Mähdreschereinstellung funktioniert.

Ein Mehr an Korn- und Strohqualität geht eventuell zulasten der Durchsatzleistung. Foto: imago

Die Funktionsweise basiert auf einer Plausibilitätsprüfung. Passen die Einstellungs- und Sensorwerte mit den Einstellungsvorgaben, also den Sollwerten, überein? Falls nicht, stellt das System den Wert der naheliegendsten Baugruppe oder Baugruppen so ein, dass Ist- und Sollwert wieder übereinstimmen. So funktioniert es bei allen Herstellern. Das Claas-System ist zusätzlich selbstlernend. Je nach Ausbaustufe der Automatisierung sollen Leistungssteigerungen von mehr als 20 Prozent möglich sein. Der Fahrer greift nur noch manuell ein, wenn es ihm nötig erscheint. Längst wird auch am autonom arbeitenden Mäh­drescher entwickelt.

Weitere spannende Informationen findest Du auf agrarheute.com und in der Juliausgabe von agrarheute.

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Beitragsbild: imago

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