Gastblogger Markus aus Österreich hat einen Traum: er will einen eigenen Bauernhof bewirtschaften. Da kein Hof in der Familie ist, sucht er einen, den er kaufen kann. Das ist allerdings nicht so einfach ...

Gedanken zur außerfamiliären Hofnachfolge

Gastblogger Markus aus Österreich hat einen Traum: er will einen eigenen Bauernhof bewirtschaften. Da kein Hof in der Familie ist, sucht er einen, den er kaufen kann. Das ist allerdings nicht so einfach …

Hallo liebe Hofhelden,

ich, Markus Zehentner, 31 Jahre jung, möchte Euch heute einige Gedanken von mir schildern zur außerbetrieblichen Hofnachfolge. Bereits in meiner Kindheit war ich in den Sommerferien regelmäßig auf der Alm bei meinen Großeltern in Saalbach und hatte somit immer wieder Berührungspunkte mit der Landwirtschaft. Nach dem Abschluss der 3-jährigen landwirtschaftlichen Fachschule in Bruck an der Glocknerstraße entschied ich mich für eine Lehre als Mechatroniker am Kitzsteinhorn. Durch meine berufsbegleitenden Fortbildungen (Matura, Meisterkurse und Studium Maschinenbau) habe ich den Bezug zur Landwirtschaft ein wenig verloren. Im Laufe der Zeit hat mich die entstandene Distanz zum Landleben und zu einem Bauernhof immer wieder zum Nachdenken und zum Grübeln gebracht. Vor gut einem Jahr hatte ich durch Zufall die Möglichkeit, meinen Wohnsitz auf einen Bauernhof eines guten Kumpels zu verlegen. Dort kann ich seither regelmäßig bei der täglichen Arbeit mitzuhelfen. Den Ausgleich zum beruflichen Alltag genieße ich sehr! Zeitgleich steigt aber der Wunsch und die Sehnsucht täglich, einen eigenen Hof zu bewirtschaften.

Gastblogger Markus aus Österreich hat einen Traum: er will einen eigenen Bauernhof bewirtschaften. Da kein Hof in der Familie ist, sucht er einen, den er kaufen kann. Das ist allerdings nicht so einfach ...

Markus aus Österreich sucht einen Hof, den er kaufen kann. Foto: Zehentner

Warum ein Bauernhof und keine Wohnung?

Ich bin junger Kerl mit ländlichen Wurzeln und liebe das gemütliche Leben am Land. In meinem bisherigen Leben habe ich, vor allem durch meinen beruflichen Werdegang, bereits sehr viel in der Welt gesehen. Bei jedem beruflichen Auslandseinsatz stelle ich immer wieder fest, dass es daheim am schönsten ist. Ich genieße es im Sommer, wenn der Duft von frisch gemähten Wiesen in der Luft liegt oder im Winter, wenn die Kühe von der Alm daheim sind, wenn man nachts die Kuhglocken aus dem Stall hört. Natürlich ist ein Bauernhof auch mit viel Arbeit verbunden. Aber das Feedback, das man von den Kühnen, Schafen und generell von der Natur erhält, ist ehrlich und erfüllt einen.

Gastblogger Markus aus Österreich hat einen Traum: er will einen eigenen Bauernhof bewirtschaften. Da kein Hof in der Familie ist, sucht er einen, den er kaufen kann. Das ist allerdings nicht so einfach ...

Markus schätzt das Feedback, das man von Tieren und Natur erhält. Foto: Zehentner

In einer Wohnung in einer Stadt hat man zwar weniger Arbeit, aber man kann all diese Vorzüge nicht genießen. Außerdem hat man in einer Wohnung niemals so viel Platz wie auf einem Hof. Weiter sind heutzutage in vielen Gegenden die Wohnräume eng auf- und nebeneinander situiert, so dass der Nachbar so gut wie immer weiß was man macht – oft wird man durch die Fenster beim gemütlichen Kaffeetrinken beobachtet; von Freiheit und Ruhe weit und breit keine Spur …

Außerfamiliäre Hofnachfolge ist nicht einfach

So bin ich seit einigen Jahren auf der Suche nach einem Bauernhof. Immerhin sind bei 47 Prozent aller österreichischen landwirtschaftlichen Betrieben die Hofnachfolge offen. Leider ist bei uns in der Gegend Salzburg/Tirol und südliches Bayern der Tourismus stark vertreten, was die Grundstücke preislich in die Höhe treibt. Ein kleiner Bauernhof in Salzburg, Tirol oder im südlichen Bayern ist so gut wie nicht leistbar. Vor allem in den Bergregionen liest man immer wieder, dass kleine Bauern aufgeben und zusperren. Meistens werden diese Höfe dann von den Großen gepachtet oder an Vermögende verkauft. Ich verstehe nicht, warum es von älteren Bauersleuten nicht erwünscht ist, dass ihr Lebenswerk weitergeführt wird. Sicherlich ist eine außerfamiliäre Hofübergabe oft stark emotional behaftet, was dies oft schwierig macht.

Gastblogger Markus aus Österreich hat einen Traum: er will einen eigenen Bauernhof bewirtschaften. Da kein Hof in der Familie ist, sucht er einen, den er kaufen kann. Das ist allerdings nicht so einfach ...

Ein Stück eigenes Paradies in den Bergen: davon träumt Markus. Foto: Zehentner

Was ich hiermit sagen möchte ist: Wenn jemand mit dem Gedanken spielt, seinen Hof aufzugeben oder wenn jemand jemanden kennt, der keinen Nachfolger hat: Es gibt immer wieder junge Menschen, die sehr viel dafür tun würden, an einen Bauernhof zu kommen.

Liebe Grüße aus Österreich,

Markus

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