• Home
  • /
  • Allgemein
  • /
  • Auslandspraktikum: Startschuss für Weidefleisch und Blumenzwiebeln
Mit einem Praktikum im Ausland sammelt man Erfahrungen fürs Leben, heißt es. Doch welche eigentlich? Und was bedeutet das für das Berufsleben? Das verraten ehemalige Praktikanen in unserer Serie. Heute: Christoph aus Sprakensehl.

Auslandspraktikum: Startschuss für Weidefleisch und Blumenzwiebeln

Mit einem Praktikum im Ausland sammelt man Erfahrungen fürs Leben, heißt es. Doch welche eigentlich? Und was bedeutet das für das Berufsleben? Das verraten ehemalige Praktikanen in unserer Serie. Heute: Christoph aus Sprakensehl.

Der 21-jährige Christoph war 2015 in Irland und 2016/2017 in den Niederlanden. Sehr unterschiedliche Erfahrungen und aus beiden konnte er etwas für seinen Betrieb in Deutschland mitnehmen.

Ich komme von einem Hof in der Lüneburger Heide, der schon seit Generationen im Vollerwerb geführt wird. Derzeit ist er Teil einer Ackerbaugesellschaft mit Konsum- und Saatgetreide, Speise- und Industriekartoffeln, sowie Zuckerrüben. Nachdem ich die landwirtschaftliche Ausbildung letzten Sommer abgeschlossen habe, habe ich direkt im Herbst angefangen, Landwirtschaft zu studieren. Meine Verantwortung auf dem Betrieb wird seither immer mehr, und mit der Zeit probieren wir auch mehr und mehr auch meine Ideen aus. Und die habe ich oft aus dem Ausland mitgebracht.
Mit einem Praktikum im Ausland sammelt man Erfahrungen fürs Leben, heißt es. Doch welche eigentlich? Und was bedeutet das für das Berufsleben? Das verraten ehemalige Praktikanen in unserer Serie. Heute: Christoph aus Sprakensehl.

Christoph war in Irland und den Niederlanden. Foto: privat

2015 war ich während der Sommerferien sechs Wochen lang auf einem Ackerbau- und Rinderbetrieb in Irland. Dort habe ich die extensive Fleischrinderhaltung kennenlernen dürfen. Von dem System war ich sofort begeistert, besonders, wenn Flächen genutzt werden können, die sonst nur schwierig zu bewirtschaften sind, wie beispielsweise moorige Naturschutzflächen. Beweidung auf solchen Flächen erhält die Biodiversität und am Ende entsteht mit dem Fleisch ein Produkt, das nicht nur das Image der Landwirtschaft fördert, weil ja naturnah produziert, sondern auch noch richtig gut schmeckt. Dieses Prinzip probiere ich mit meinen drei Färsen der Rasse Murray Grey gerade auf unserem Betrieb aus, die im September kalben.
Mit einem Praktikum im Ausland sammelt man Erfahrungen fürs Leben, heißt es. Doch welche eigentlich? Und was bedeutet das für das Berufsleben? Das verraten ehemalige Praktikanen in unserer Serie. Heute: Christoph aus Sprakensehl.

Das Prinzip der Weiderinderhaltung, wie er es in Irland kennengelernt hat, setzt er mit seinen drei Murray-Grey-Färsen mittlerweile selbst um. Foto: privat

Ich habe mir aber auch andere Bewirtschaftungsweisen im Ausland angesehen. 2016/2017 habe ich mein komplettes zweites Ausbildungsjahr in den Niederlanden verbringen dürfen. Dort wird absolut anders gewirtschaftet. Die gesamte Landwirtschaft, egal in welchem Sektor, ist extrem modern, bei höchstintensiver Kulturführung, sodass Früchte wie Stärkekartoffeln als extensive Kultur gelten. Und Klischee hin oder her: die Vermehrung von Blumenzwiebeln ist ein sehr großer, aufstrebender Sektor. Dieses Jahr bot mir gleich eine ganze Palette an Impressionen, die ich hier auf dem elterlichen Hof ausprobieren möchte. Das betrifft besonders die Feldgemüseproduktion, genauso wie der Anbau von Knoblauch oder die Vermehrung von Blumenzwiebeln. Der unterschiedliche Bodenklimaraum und die gesetzlichen Gegebenheiten stellen mich jedoch vor Hürden, die Zeit benötigen, um sie zu überwinden. Nichtsdestotrotz habe ich im April die ersten 2,2 ha Lilienzwiebeln auf unserem Acker gepflanzt. Derzeit machen sie sich prächtig, sodass ich den Anbau in den folgenden Jahren ausgeweitet möchte, wenn in Zukunft noch geeignete Standorte zur Verfügung stehen. Diese Kultur benötigt eine hervorragende Bodengesundheit, Steinfreiheit, die Möglichkeit, effizient beregnen zu können, sowie eine sehr gute Siebfähigkeit – auch noch Ende November. Daher ist sie nichts für jedermann.
Mit einem Praktikum im Ausland sammelt man Erfahrungen fürs Leben, heißt es. Doch welche eigentlich? Und was bedeutet das für das Berufsleben? Das verraten ehemalige Praktikanen in unserer Serie. Heute: Christoph aus Sprakensehl.

Künftig plant er noch weitere Auslandsaufenthalte. Foto: privat

Unterm Strich haben meine Auslandsaufenthalte nicht nur meine Persönlichkeit, sondern auch meine berufliche Zukunft sehr geprägt. Deshalb werde ich die Zeit, bis ich voll in den Betrieb einsteige, auf jeden Fall noch nutzen, um in den Semesterferien bei weiteren Auslandspraktika Ideen und Erfahrungen zu sammeln. Ein großes Ziel ist zum Beispiel, Eindrücke aus der Murray-Ebene in Australien zu sammeln, aus welcher meine Rinder stammen. Außerdem interessiert mich der Ackerbau und insbesondere der Kartoffelanbau unter anderen klimatischen Bedingungen, um Zukunftsstrategien für den Klimawandel zu entwickeln. Konkrete Ziele sind hier neben Wisconsin, auch Osteuropa, genauso wie Australien und selbstverständlich auch die Heimat der Kartoffel – Südamerika.

Weitere spannende Beiträge aus den Bereichen Pflanze, Technik, Politik, Managament, Markt liest du in der Septemberausgabe von agrarheute.

Cover-agrarheute-September-2019

WhatsApp-LogoMelde Dich jetzt für den WhatsApp-Newsletter an und bekomme die aktuellen Beiträge von Hofheld bequem aufs Handy!

Schreibe einen Kommentar