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Niko hat auf Instagram gefragt, welche Fragen Hofhelden rund um ein Auslandspraktikum in Australien unter den Nägeln brennen. Und er hat natürlich auf alle Antworten. Im ersten Teil gehts um Planung, Flüge, Visum und wie man eine passende Farm findet.

Australien Throwback: Tipps für Deinen Down-Under-Harvest Teil 1

Niko hat auf Instagram gefragt, welche Fragen Hofhelden rund um ein Auslandspraktikum in Australien unter den Nägeln brennen. Und er hat natürlich auf alle Antworten. Im ersten Teil gehts um Planung, Flüge, Visum und wie man eine passende Farm findet.

Niko Ziegler bloggt über seine landwirtschaftliche Erfahrungen im In- und Ausland.

Niko bloggt über seine landwirtschaftliche Erfahrungen im In- und Ausland.

Hallo Hofhelden,

mein bisher mein größtes Abenteuer habe ich im Herbst 2017 erlebt. Nach einer verregneten und harten Erntesaison in Mecklenburg machte ich mich Ende Oktober gemeinsam mit einem guten Freund auf den Weg nach Australien. Wie wir uns vorbereitet haben, was dabei schief gehen kann und worauf zu achten ist werde ich für Euch in einer kleinen Beitragsreihe aufarbeiten und Euch in jedem Teil eine kurze Tipps-Liste an die Hand geben.

Niko hat auf Instagram gefragt, welche Fragen Hofhelden rund um ein Auslandspraktikum in Australien unter den Nägeln brennen. Und er hat natürlich auf alle Antworten. Im ersten Teil gehts um Planung, Flüge, Visum und wie man eine passende Farm findet.

Australien hat viele verschiedene Landschaften. Von roter Staublandschaft bis Dschungelwald ist alles dabei. Foto: privat

Vorab Infos checken

Australien ist vielfältig. Verschafft euch früh einen Überblick über die Landschaften und Klimazonen und wählt eine Region aus, in der Ihr arbeiten möchtet. Wichtig sind Infos darüber was, wann und wo geerntet wird, denn die Ernte oder Aussaat sind sicher die interessantesten Arbeitsspannen.

Auf dieser Basis könnt Ihr dann abschätzen, welches Wetter zu erwarten ist und welche Gefahren oder Besonderheiten regional auf Euch warten. So ist es durchaus möglich, dass ihr tagsüber 40°C genießen könnt, während Euer Kollege in der Nachtschicht mit Mütze und Jacke arbeitet. Auch solltet Ihr die Anwesenheit von Moskitos und Fliegen nicht unterschätzen. Bereitet euch vor und packt die passende Arbeitskleidung ein. Es bringt nichts, aufgrund der Hitze in kurzen Klamotten zu arbeiten, wenn euch dabei die Mücken fressen.

Auch solltet Ihr mal mit eurem Hausarzt sprechen, ob möglicherweise noch eine Impfung hilfreich/notwendig sein könnte. Da es manchmal nicht ganz einfach und billig ist, eine Farm im Outback zu erreichen, solltet Ihr Euch größere Städte mit guter Anbindung an die Infrastruktur suchen und dann im Umkreis von 200-300km nach Betrieben Ausschau halten.

Habt ihr die Infos und einen ungefähren Plan wo es hingehen soll folgt der nächste Schritt.

Finde deine Farm

Das Ganze passiert natürlich nicht spontan von heute auf morgen. Geht in Euch und entscheidet, auf was für einem Betrieb Ihr landen wollt. Soll es um Ackerbau oder Viehhaltung gehen? Soll es ein Lohnunternehmen oder ein Familienbetrieb sein?

Wir sprachen bereits im November 2016 erstmals über das Thema und waren uns einig, dass der Schwerpunkt unserer Farm im Ackerbau liegen sollte und noch vor den Flügen oder dem Visum war es für am Wichtigsten, eine geeignete Farm zu finden. Grundsätzlich gab es zwei Herangehensweisen:

  1. Wir nutzen eine Vermittlungsorganisation
  2. Wir nehmen es selbst in die Hand und schreiben aktiv Farmer an

Sicher klingt es einfacher, eine Vermittlungsorganisation zu beauftragen, die sich vor Ort auskennt. Besonders wenn man sich mit Bewerbungsgesprächen und E-mails auf Englisch schwer tut.

Doch einer Sache sollte man sich stets bewusst sein: „Farm Job“ ist nicht gleich „Farm Job“. So hat sich das Jobangebot in Australien in den letzten Jahren immer mehr auf die Masse an Backpackern und Touristen ausgerichtet und die Jobs, die über solche Portale unter dem Namen „Harvest Helper (Erntehelfer) oder „Farm Hand“ (Hilfskraft auf der Farm) angeboten werden, sind oftmals eher für landwirtschaftlich unerfahrene junge Menschen ausgelegt. Das ist natürlich nicht schlecht und viele „Backpacker“ sind froh über diese Tätigkeiten, allerdings beinhalten solche Jobs meist nicht mehr als Früchte auf Obstplantagen zu pflücken oder Zäune zu reparieren. Für einen Nicht-Landwirt sicher interessant, aber wir wollten natürlich große Maschinen auf großen Flächen bewegen.

Niko hat auf Instagram gefragt, welche Fragen Hofhelden rund um ein Auslandspraktikum in Australien unter den Nägeln brennen. Und er hat natürlich auf alle Antworten. Im ersten Teil gehts um Planung, Flüge, Visum und wie man eine passende Farm findet.

Große Maschinen auf großen Flächen bewegen, das wollten wir! Foto: privat

Allgemein kann man also sagen, dass die höherqualifizierten Jobs wie Drescherfahrer oder Mechaniker schwer über solche Plattformen zu erreichen sind. Das ist ja auch verständlich, denn die Farmer wollen nicht einfach jemanden zugeteilt bekommen, sondern oftmals selbst mit den Bewerbern sprechen – immerhin sitzen die ja dann später als Erntekapitäne auf den Maschinen und entscheiden mit ihrem Können dann über den Verlauf der Saison.

Wir begannen also selbst eine Farm zu suchen. Im Internet finden sich unzählige Homepages mit Kontaktdaten von großen Farmen oder Lohnunternehmen. Man darf keine Angst haben, die Leute einfach mal anzuschreiben. Allgemein sind die Australier sehr freundlich und hilfsbereit. Selbst wenn Dir ein Farmer keinen Platz anbieten kann, wird er bei seinen Kollegen nachfragen und auf diese Weise weiterhelfen.

Direkt per Mail oder Skype mit den Farmern zu kommunizieren hatte für beide Seiten nur Vorteile. Wir kamen schnell an die Infos, die für uns wichtig waren, und die Betriebsleiter konnten sich einfach einen Eindruck von uns und unseren Fähigkeiten machen:

Unsere Fragen waren:

  • Welche Maschinen gibt es?
  • Wie wird die Ernte grob ablaufen? Sind Gewitter oder ähnliches typisch?
  • Welche Aufgabenfelder sind möglich und wie gestaltet sich das tägliche Leben auf der Farm?
  • Wie werden wir wohnen und wer sorgt für die Verpflegung?
  • Sind auch andere Erntehelfer in unserem Alter auf der Farm? (sehr wichtig!)
  • Gibt’s mal ein paar Fotos von der Farm?

Die Fragen der Betriebsleiter waren:

  • Habt ihr schon mal in einer Erntekampagne gearbeitet? Vorkenntnisse?
  • Wie steht es um eure körperliche Fitness?
  • Wie sind die Englischkenntnisse?
  • In welchem Zeitraum könntet ihr arbeiten?

Natürlich kann es anfänglich mal unangenehm werden, wenn man im Englischen nicht sofort die richtigen Worte findet. Seid Euch aber bewusst, dass die meisten Farmen dort drüben jedes Jahr Erntehelfer aus der ganzen Welt anstellen. Die Farmer sind auch nur ganz normale Landwirte wie beispielsweise eure Eltern und im Umgang mit Deulisch (Deutsch+Englisch) mehr als geübt.

Bild 2:“Große Maschinen auf großen Flächen bewegen, das wollten wir!“

Das Visum

Damit Ihr in Australien arbeiten könnt, benötigt Ihr das „Working-Holiday Visum“. Dieses müsst Ihr über das Internet beantragen. Stellt sicher, dass Ihr den Antrag korrekt ausfüllt und sofort alle geforderten Dokumente (Kopie vom Ausweis usw) überliefert, ansonsten kann sich die Bearbeitung des Formulars bis zu 4 Monate hinziehen. In der Regel ist das Visum aber nach 2 bis 6 Wochen erteilt.

Abenteuer Australien: Tipps kurz und knapp
  • Beginnt frühzeitig mit der Planung (mindestens 4-6 Monate vor Reiseantritt)!
  • Information ist alles, Unwissenheit ist KEIN Segen.
  • Kommuniziert persönlich mit den Farmern!
  • Lasst Euch ein paar Fotos von der Farm und den Maschinen schicken!
  • Die Umgangsform in Australien ist allgemein sehr hilfsbereit und Leute nehmen sich gerne Zeit für eure Fragen. Nutzt das!
  • Holt Euch Infos über Eure Region (Wetter, Gefahren) direkt von den Farmern, die haben täglich damit zu tun!
  • Visumantrag ganz genau lesen und ausfüllen.
  • Flüge sollte man über ein Reisebüro buchen.
  • Arbeitsschuhe sauber machen vor der Reise!
  • Australien ist perfekt um das Rauchen aufzuhören 😉

Bei meinem Visumantrag hatte ich einen kleinen Fehler gemacht, der letztendlich dazu führte, dass ich das Arbeitsvisum erst bekommen habe als wir bereits einige Wochen in Australien waren. An der Stelle „Passport Number“ (Ausweisnummer) hatte ich die Daten von meinem europäischen Personalausweis eingetragen, wobei die Nummer vom Reisepass gefordert war. Kleiner Fehler, große Wirkung und erst nach etlichen Telefonaten und Emails mit der zuständigen Behörde war klar, dass bis zum Abflugdatum kein Visum mehr kommen würde.

Was tat ich also? Ganz einfach: Man kann zusätzlich noch ein Touristenvisum beantragen, das innerhalb von einer Stunde bereit liegt und in der Regel jedem erteilt wird. So konnten wir zum Glück unseren Flug wahrnehmen und nach Australien starten.

Flüge

Ein Flug nach Down-under ist nicht billig. Mit ca 1.200 € für Hin-und Rückflug muss man auf jeden Fall rechnen und je später man die Flüge bucht, umso teurer sind sie. Das richtige Zeitmanagement ist also wichtig. Für einen angemessenen Preis sollte man die Flüge spätestens 3 Monate vor dem Reisedatum gebucht haben. Wir haben unsere Flüge über ein Reisebüro bekommen und das kann ich auch jedem weiterempfehlen.

Niko hat auf Instagram gefragt, welche Fragen Hofhelden rund um ein Auslandspraktikum in Australien unter den Nägeln brennen. Und er hat natürlich auf alle Antworten. Im ersten Teil gehts um Planung, Flüge, Visum und wie man eine passende Farm findet.

Zwischenlandung in Dubai, insgesamt 28 Stunden dauerte die Reise von Frankfurt nach Sydney. Foto: privat

Solltet ihr Arbeitskleidung mitnehmen dann achtet darauf, dass die Sachen sauber sind. Die Australier verstehen keinen Spaß, wenn es darum geht, dass fremde Erde oder Bakterien in ihr Land eingeführt werden. Wir bekamen das bei der Ankunft in Sydney zu spüren, als unsere Koffer bis aufs letzte durchsucht und unsere dreckigen Sicherheitsschuhe vor Ort noch einmal gereinigt und desinfiziert wurden.

Abschluss und Ausblick

Australien hat viel zu bieten. Man kann gut arbeiten, viel lernen und erkunden aber man sollte nicht unvorbereitet fliegen. Letztendlich liegt es an Euch, wie viel Zeit Ihr in Recherche und in Gespräche mit Farmern vor Ort investiert. Eine Sache, auf die ich nicht vorbereitet war, waren die hohen Preise für Tabak. Ihr werdet lachen aber für eine Schachtel Zigaretten kann man umgerechnet 15 € liegen lassen. Wie Ihr damit umgeht, bleibt Euch überlassen 😉

Ich denke Ihr wisst nun, wie man die Planung einer Harvest-Reise nach Australien anzugehen hat. Im nächsten Beitrag soll es um das Leben auf der Farm gehen. Mit welcher Verpflegung kann ich rechnen? Welches Bier ist das Beste? Was sollte ich bei der Arbeit draußen beachten?

Bleibt dran und schreibt mir gerne eure Fragen und Anregungen!

In diesem Sinne: Stay safe,

Euer Niko

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