Gastbloggerin Jenny kommt aus Rheinhessen, ist 35 Jahre alt, alleinerziehende Mama von zwei Kindern und will Landwirtin werden. Warum ausgerechnet jetzt? Das erzählt sie Dir hier.

Ausbildung: Weiblich, ledig, sucht

Gastbloggerin Jenny kommt aus Rheinhessen, ist 35 Jahre alt, alleinerziehende Mama von zwei Kindern und will Landwirtin werden. Warum ausgerechnet jetzt? Das erzählt sie Dir hier.

Hi,

mein Name ist Jenny, einige kennen mich vielleicht schon als wildes.landleben von Instagram. Ich bin 35, alleinerziehende Mama von 2 Jungs (11 & 14) und komme aus dem schönen Rheinhessen. Als ich Hofheld von meinem Vorhaben erzählt hatte meinten sie: ,,Hey, was hältst du davon, deine Geschichte in einem Beitrag zu erzählen?“ Und die Idee fand ich gar nicht mal so schlecht, denn ich denke, das es einigen auch so ging oder geht wie mir.

Ich suche nämlich seit einiger Zeit nach einem Betrieb, der mich zur Landwirtin Ausbilden würde, damit ich unseren Betrieb im Nebenerwerb weiterführen kann. Nach dem Tod meines Opas übernahm mein Onkel die 26 ha Ackerland auf dem wir Weizen, Sommergerste und Zuckerrüben anbauen. Dazu gehören noch etwa 33 ha Weinberge mit Rebsorten wie Müller-Thurgau, Silvaner, Dornfelder und Burgunder.
Ihr fragt Euch sicher, warum ich erst jetzt eine landwirtschaftliche Ausbildung machen will und genau das, möchte ich euch in meinem Beitrag erzählen.

Frauen haben auf dem Traktor nichts verloren

Als mein Opa noch lebte war ich immer und überall mit dabei. Ob beim Impfen der Ferkel, im Hühner- oder Pferdestall oder bei der Getreideernte und Traubenlese. Ganz früher hatten meine Großeltern auch noch Kühe und das Dorf mit Milch versorgt. Mit 6 Jahren, durfte ich bei der Kartoffelernte dann zum ersten Mal unseren Fendt Farmer 308LS selbst fahren. Später sagten dann meine Eltern, dass ich lieber einen „normalen“ Beruf lernen soll, man wisse ja nie wie es über die Jahre mal passieren wird. Auf dem Acker könne ich ja trotzdem weiter helfen.

Doch dann kam ich in die weiterführende Schule und wollte mit dem Thema Landwirtschaft nichts mehr zu tun haben. Grund dafür war folgender: Als mich mein Opa öfters mit dem Schlepper vom Schulbus abgeholt hatte, fing es an, das ich mir ständig irgendwelche dummen Bauernsprüche anhören musste. Das ging schließlich so weit, das ich mich komplett von unserem Betrieb distanziert habe und eine Lehre als Friseurin begonnen hatte, was mir heute zum Verhängnis wurde. Denn hätte ich mich damals von den ganzen Sprüchen meiner Mitschüler nicht so stark beeinflussen lassen, wäre ich heute nicht in dieser Situation, das mein Onkel bezüglich dem Führen der Maschinen und der Arbeit auf dem Acker, kein Vertrauen in mich hat. Dazu kommt noch, das er die Meinung vertritt, das Frauen auf dem Traktor nichts verloren haben.

Gastbloggerin Jenny kommt aus Rheinhessen, ist 35 Jahre alt, alleinerziehende Mama von zwei Kindern und will Landwirtin werden. Warum ausgerechnet jetzt? Das erzählt sie Dir hier.

Jenny will Landwirtin werden, um den Betrieb, auf dem sie aufgewachsen ist, im Nebenerwerb weiterzuführen. Foto: privat

Als ich am 26.10.2018 mal den „Tiger 5“ fahren durfte, wurde mir dann so richtig bewusst, wo ich hin gehöre. Deshalb will ich nun eine Ausbildung machen, um nicht nur meinen Platz in der Landwirtschaft zu finden, sondern auch meinem Onkel zu beweisen, das auch Frauen mit großen Maschinen umgehen können. Außerdem möchte ich wie gesagt gerne den Betrieb meines Opas weiterführen, denn die Kinder meines Onkels sind noch zu jung dazu.

Und mal ganz ehrlich Leute: heute lache ich über solche blöden Sprüche von Menschen, die überhaupt keine Ahnung haben und wahrscheinlich noch daran glauben das Kühe lila sind …

Eure Jenny

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