Auf der anderen Seite des Mehrfachantrags

Fräulein Deere arbeitet seit 9 Monaten beim Landwirtschaftsamt und sitzt beim Mehrfachantrag zum ersten Mal auf der anderen Seite. Unter anderem hilft sie ihren Landwirtskollegen, den Mehrfachantrag zu beantragen.

Julia alias Fräulein Deere bloggt über ihr Leben mit und in der Landwirtschaft.

Julia alias Fräulein Deere bloggt über ihr Leben mit und in der Landwirtschaft.

Hallo meine Lieben,

seit dem 12. März kann in Bayern der Mehrfachantrag gestellt werden. In Bayern unter dem Namen IBALIS bekannt, andere Bundesländer haben da schickere Namen, wie zum Beispiel DIANA, FIONA, ANDI, HELENA. Heuer ist das erste Jahr in dem es nur noch Online möglich ist. Bis inklusive 2017 war dies auch in der Papierform möglich.

Bei uns in Bayern kann man nun unter drei Möglichkeiten wählen:

  1. Der Landwirt macht ihn online am eigenen PC
  2. Der Landwirt mach ihn online über die Eingabestation im AELF (Amt für Ernährung, Landwirtschaft u. Forsten)
  3. Der Landwirt beauftragt einen Dienstleister zum Beispiel den örtlichen Maschinenring oder den Bayrischen Bauernverband Beauftragung eines Dienstleisters (BBV), der bei der Eingabe unterstützt

Warum beantragen Landwirte den Mehrfachantrag?

Mit dem Mehrfachantrag (MFA)werden Fördermaßnahmen und Ausgleichszahlungen beantrag. In Bayern sind es 2018 knapp 106.000 landwirtschaftliche Betriebe, die diesen Antrag stellen. Mit der Mehrfachantragstellung wird die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für flächen- und tierbezogene Fördermaßnahmen in Bayern umgesetzt (Erste Säule). Direktzahlungen erhalten nur Landwirte unter definierten Voraussetzungen.

Was beinhalt die Erste Säule und welche Ziele hat diese?

Die staatliche Förderung verfolgt mit den Direktzahlungen mehrere Ziele:

  • Sicherung und Stabilisierung der landwirtlichen Einkommen zum Erhalt einer bäuerlichen Landwirtschaft.
  • Honorierung und Sicherung der vielfältigen öffentlichen Güter, die die Landwirtschaft erbringt.
  • Ausgleich für die Einhaltung hoher EU-Standards bei der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln.

Die vier wesentlichen Bestandteile der ersten Säule (seit 2015) sind:

  1. Basisprämie
  2. Umverteilungsprämie (Zuschlag für die ersten Hektare)
  3. Greening
  4. Zusatzförderung für Junglandwirte

Dann gibt es noch die zweite Säule, die Förderung der ländlichen Entwicklung. Diese umfasst die Förderung von Investitionen, die besonders nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung zum Ausgleich von Bewirtschaftungserschwernissen in von der Natur benachteiligten Gebieten sowie Berggebieten und die ländliche Entwicklung.

Wer macht bei euch den Antrag und findet ihr die Antragsstellung eher schwerer oder sagt ihr: Alles kein Problem? Heuer bin ich ja auch mal auf der anderen Seite des Schreibtisches. Wie ihr wisst, bin ich seit neun Monaten im Landwirtschaftsamt und bearbeite da unter anderm Mehrfachanträge und helfe bei der Antragsstellung. Macht ihr ihn ganz alleine oder haltet ihr Rücksprache mit euerem zuständigen Sachbearbeiter, sei es telefonisch oder persönlich?

Liebe Grüße,

Euer Fräulein Deere

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