Auf Augenhöhe

Der Niedersächsische Studienkurs ging in die zweite Runde. Welche toxischen Wörter Studienkurs-Blogger Philipp nun nicht mehr in den Mund nehmen wird lest ihr hier.

Liebe Hofheldinnen und Hofhelden,

voller Vorfreude auf dem nun schon zweiten Block des Winterkurses trafen wir uns nun bei der Raiffeisenwahrengenossenschaft EG in Leese. Es war schön auf dem Parkplatz in bekannte Gesichter zu schauen, welche während einer sehr interessanten  Führung über das Betriebsgelände gestaunte Züge annahmen. Welch eine breite Betriebsaufstellung!

Abends kamen alle beim gemütlichen Bierchen zu einem Bücherabend zusammen. Vorgestellt wurde die „32 Bibliothek“, eine Auswahl von 32 Büchern verschiedenster Kategorien welche Jedermann im Laufe seines Lebens gelesen haben sollte. Auch jeder Nichtleser fand während der Vorstellung ein Buch seines Interesses. Für mich war es „Die Bienenfabel“ von Bernard Mandeville.

Von der Literatur zur Geschichte gewechselt erläuterte uns eine Historikerin unsere Abstammung, Herkunft und Lebensweise vorangegangener Generationen. Vom Sachsenstamm zum Lande Niedersachsen. Hier war besonders spannend, dass Hannover und Großbritannien durch die Personalunion lange Zeit den gleichen König hatten, also aus einer Hand regiert wurden (bis 1837) und nur ein Jahrhundert später haben Deutschland unter Hitler und Großbritannien gegeneinander Krieg geführt.

Kommunizieren trainieren

Wieder zurück in der jetzigen Zeit folgten zwei  gut gefüllte Tage Medientraining. Klare Sätze. Toxische Wörter vermeiden. Wie werde ich fit im Interview? Mit Reportern auf Augenhöhe sprechen. Im ernsten Moment gar nicht so einfach. So macht es zum Beispiel einen Unterschied, ob man sagt: „Die Kühe kommen bei uns nicht auf die Weide, sondern werden im Stall gehalten“ oder „Die kühe leben in einem großen, komfortablen Boxenlaufstall, in dem sie vor Hitze geschützt sind und trotzdem völlig frei herumlaufen könne“. Obwohl beide quasi das Gleiche aussagen, hat der zweite eine positivere Wirkung auf den Zuhörer. Jeder durfte sich da Ausprobieren, bekam ein Feedback, Verbesserungsvorschläge und  neue Anregungen, sodass jeder mit einer gut gefüllten Werkzeugkiste an Rhetorischen Mitteln im Gepäck zu Bett ging.

Selbstpräsentation, Interviewtraining, toxische Wörter – mit guten rhetorischen Mitteln ausgerüstet sind nun die Studienkurs-Teilnehmer. Quelle: privat

Zu lernen mit Reportern auf Augenhöhe zu sprechen ist im ersten Moment gar nicht so einfach. Quelle: privat

Am Donnerstag bekamen wir einen Einblick in den Verein „Brot für die Welt“ und gleich im Anschluss berichtete Friedrich von Lenthe von der VGH über die Vorläufer des Landtages den sogenannten Landschaften, deren Entstehung und deren heutige Rolle.

Ein sehr schöner Abschluss war das Treffen mit den jungen Politikern. Es wurden sehr offene und interessante Gespräche über die Bewegründe und Möglichkeiten sich in der Politik zu engagieren geführt, aber auch landwirtschaftliche Themen blieben nicht außen vor. Wir stellten fest, dass es sehr bedeutsam ist sich als Landwirt politisch zu engagieren und Landwirtschaft aktiv zu kommunizieren.

Etwas von den vielen Eindrücken der Woche erschöpft verließen wir am Freitag nun das Herrenhaus in Ruthe. Zuhause hat man nun genug Zeit die Woche noch einmal in Ruhe Revue passieren zu lassen. Im Januar geht es dann weiter. Ich freue mich.

Bis dahin, Euer Philipp.

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